Wie ist die US-Nordkorea-Eskalation zu stoppen?

+++ Sollte „Première Dame“ offizielles Amt sein?
+++ Werden Polens neue Pässe zur Provokation?
+++ Die Schattenseite der Touristenrekorde
+++ Zehn Jahre Finanzkrise – was haben wir gelernt?

 

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Wie ist die US-Nordkorea-Eskalation zu stoppen?

Trump droht Nordkorea so offen wie kein US-Präsident zuvor mit einem Militärschlag. Pjöngjang reagiert mit Spott und erneutem verbalen Säbelrasseln. Journalisten sind über das Ausmaß der Machtdemonstrationen beunruhigt und loten aus, wie der Konflikt deeskaliert werden könnte.
http://www.eurotopics.net/de/184124/wie-ist-die-us-nordkorea-eskalation-zu-stoppen

+++ Peking muss Kim bändigen

La Stampa – Italien. China hat ein größeres Interesse als die USA, eine weitere Eskalation zu unterbinden, analysiert La Stampa: „Ein neuer Koreakrieg hätte verheerende Folgen für das Land.Der Konflikt würde sich nicht, wie in den frühen 1950er Jahren, auf Korea beschränken, der Einsatz von Atomwaffen könnte schwerlich vermieden werden. … China will heute eine wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt erzielen und die Rolle der USA als Vorreiter des Freihandels übernehmen. … Diese Vision von China als Zentrum der Welt würde in den wenigen Sekunden, die für einen nordkoreanischen Raketenangriff oder gar einen amerikanischen Präventivkrieg mit ‚Feuer und Zornesgewalt‘ nötig sind, zu Staub zerfallen. … Aus eben diesem Grund muss China Kim zu bändigen wissen.“ +++
http://www.lastampa.it

+++ Der Kampf um Anerkennung

Hürriyet – Türkei. Hürriyet hofft auf diplomatische Anstrengungen, um die Eskalationsspirale zu stoppen: „Derzeit kann man kaum behaupten, dass das Risiko eines Gefechtes, das sich bis zu einem Nuklearkrieg hochschaukeln könnte, gegen Null geht. Internationale Beobachter sind der Ansicht, dass Nordkorea seine derzeitigen Maßnahmen so lange fortsetzt, bis es in den Augen der USA als legitime Nuklearmacht anerkannt wird. Es ist augenscheinlich, dass bis zu diesem Punkt keine diplomatische Lösung ins Spiel gebracht wird. … Man muss noch einmal daran erinnern, dass die wichtigste Garantie für internationale Sicherheit nicht Aufrüstung, das Schüren von Spannungen, der Einsatz militärischer Gewalt oder die Drohung mit einem Einschreiten ist, sondern die Diplomatie.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3f6

+++ Mit der atomaren Gefahr leben

Aamulehti – Finnland. Die Welt muss wohl akzeptieren, dass Nordkorea zur Atommacht aufsteigt, meint auch Aamulehti: „Trumps unüberlegte Worte zeigen die völlige Unfähigkeit zu verstehen, worum es bei der Nordkorea-Krise geht. … Seit Jahrzehnten ist die Nordkorea-Frage eines der größten Probleme der USA. Lange war das wichtigste Ziel zu verhindern, dass Nordkorea Atomwaffen bekommt. Als dies misslang, wurde versucht, auf die Bedrohung durch Atomwaffen anderweitig zu reagieren. Es ist klar geworden, dass es für die Nordkorea-Krise nur schlechte Lösungen gibt. … Falls in Nordkorea kein Wunder geschieht, muss man wohl lernen, mit der wachsenden Gefahr durch die Atomwaffen des Landes zu leben.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3f7

+++ Iran-Deal könnte Vorbild sein

Frankfurter Rundschau – Deutschland. Für die Frankfurter Rundschau gibt es nur einen Umgang mit dem Konflikt: „Die Staatengemeinschaft muss Nordkorea dazu bringen, sein Atomprogramm unter internationale Aufsicht zu stellen: Kim giert nach internationalem Respekt, nach ‚Gesicht‘. Sein Land braucht zudem dringend Warenlieferungen, um nicht noch ärmer zu werden. Kim könnte den steigenden Lebensstandard seiner Genialität zuschreiben lassen. In direkten Verhandlungen wird er also zu Zugeständnissen bereit sein – auch zur Beschränkung seines Atomprogramms. … Ein ähnliches Geschäft wie mit dem Iran wäre denkbar. Alle Ausrüstung zur Herstellung von Atombomben und Raketen kommt unter Aufsicht. Die vorhandenen Bomben sind getrennt von den Raketen zu lagern. Nordkorea bleibt im Besitz der Waffen, darf unter diesen Bedingungen aber wieder mit der Außenwelt handeln.“ +++
http://www.fr-online.de

+++ Den Perspektivwechsel wagen

Tages-Anzeiger – Schweiz. Je weiter eine Hauptstadt von Nordkorea entfernt liegt, umso unrealistischer ist die Einschätzung des Gefahrenpotentials, meint der Tages-Anzeiger und verweist auf den direkten Nachbarn der Kim-Diktatur: „In Südkorea gilt Kim nicht als verrückt. Er spielt seine schlechten Karten gut. Die meisten halten ihn auch nicht für so selbstmörderisch, dass er sein Regime ins Verderben stürzen würde. … Doch viele Südkoreaner zweifeln schon heute an der Bereitschaft der Amerikaner, für sie in den Krieg zu ziehen. In einen Krieg, der am ehesten durch ein fatales Missverständnis vom Zaun gebrochen würde. Ein solches ist mit Trump im Weißen Haus wahrscheinlich geworden.“ +++
http://
http://www.eurotopics.net/kurz/3f8

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Sollte „Première Dame“ offizielles Amt sein?

Im Wahlkampf hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprochen, die Präsidentengattin mit einem offiziellen Status zu versehen. Alles andere sei „Heuchelei“ angesichts der öffentlichen Rolle, die Partnerinnen des Präsidenten traditionell übernehmen. Aufgrund einer Petition zog er den Plan nun zurück. Hat er vorschnell eine gute Idee aufgegeben?
http://www.eurotopics.net/de/184125/sollte-premire-dame-offizielles-amt-sein

+++ Präsidentengattin ist mehr als ein Schmuckstück

Le Monde – Frankreich. Der große Widerstand gegen Macrons Pläne passt für Le Monde nicht mehr in die Zeit: „Alle [Präsidentengattinnen] seit Frau Giscard d’Estaing bekamen [für ihren Einsatz im Wohltätigkeitsbereich] ein kleines Mitarbeiterteam im Elysée-Palast. Genau diese Rolle und diese Mittel will der Staatspräsident klarer umreißen und transparenter machen. Zu Recht. Deshalb ist
der gegen die ‚Première Dame‘ eingeleitete Feldzug zumindest rückschrittlich. Es wäre nämlich paradox – und ziemlich demütigend – die Ehefrau eines Staatschefs im Jahr 2017 auf die Rolle eines Schmuckstücks zu reduzieren (das Wort stammt von Valérie Trierweiler, der einstigen Lebensgefährtin François Hollandes).“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3f9

+++ Mehr Transparenz wäre schön gewesen

Helsingin Sanomat – Finnland. Macrons Vorhaben hätte zu mehr Transparenz geführt, bedauert Helsingin Sanomat den Rückzieher des Präsidenten: „Wenn die Position offiziell gemacht worden wäre, wären die Ausgaben seiner Partnerin separat veröffentlicht worden und nicht wie bisher in den Kosten des Élysées versteckt geblieben. Brigitte Macron bekommt nun genau dasselbe kleine Büro und denselben Mitarbeiterstab, wie sie ihn als offizielle ‚Première Dame‘ bekommen hätte. … Dennoch sehen sich Macrons Gegner als Sieger.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3
fa

+++ Typisch Macron

Die Tageszeitung taz – Deutschland. Die Auseinandersetzung ist zu einem politischen Problem für den Präsidenten geworden, analysiert die taz: „Er musste reagieren und versuchen, die Kontroverse zu stoppen, bevor sie auf seine eigene Rolle und Aktion übergreifen würde. Macron vermeidet zugleich die langwierige Prozedur einer Verfassungsänderung, die bei der Schaffung eines offiziellen Status notwendig gewesen wäre. Die angekündigte Charta als Ersatz ist ein Feigenblatt. … Das Vorgehen dafür ist typisch für die Methode Macron: Er gibt in der Form nach, hält aber inhaltlich an seinen Absichten fest. Das ist sehr durchsichtig. Das Anliegen, in einem Bereich für Klarheit – inklusive bei den Kosten für die Steuerzahler – zu sorgen, bleibt berechtigt.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3fb

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Werden Polens neue Pässe zur Provokation?

Für die Polen soll es 2018 zum Jahrestag der Unabhängigkeit einen neuen Pass geben. Doch bereits im Vorfeld ist der Protest groß, denn unter den Motiven, über die das Innenministerium im Internet abstimmen lässt, sind auch Bilder von Stätten, die für Polen historisch bedeutsam sind, sich aber in der heutigen Ukraine und in Litauen befinden. Auch polnische Kommentatoren fürchten negative Konsequenzen.
http://www.eurotopics.net/de/184126/werden-polens-neue-paesse-zur-provokation

+++ Wie fänden wir es, wenn Berlin das täte?

Newsweek Polska – Polen. Für unsensibel hält Newsweek Polska die Auswahl der Reisepass-Motive: „Die Idee des Ministeriums von Mariusz Błaszczak für neue Reisepässe sabotiert die Beziehungen mit unseren Nachbarn und ist ein großer Schritt in Richtung internationaler Isolation Polens. … Was passiert, wenn andere den gleichen Weg einschlagen wie die PiS? Wenn die Deutschen in ihrem kirschroten Reisepass ein Bild der Breslauer Jahrhunderthalle unterbringen? … Das Tor der Morgenröte [im litauischen Vilnius] und der Friedhof der Verteidiger von Lemberg a
uf dem Lytschakiwski-Friedhof [in der Ukraine] sind wichtige Orte im polnischen Nationalgedächtnis, das stimmt. Aber sie befinden sich auf dem Gebiet unserer Nachbarn. … Diese Bilder auf einem Dokument abzudrucken, mit dem etwa viele Polen auch in die Ukraine reisen, ist eine Provokation.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3fc

+++ Warschau opfert Sicherheit dem Nationalstolz

Rzeczpospolita – Polen. Die polnische Regierung gefährdet ihre nachbarschaftlichen Beziehungen und damit die Sicherheit des Landes, warnt Rzeczpospolita: „Von Monat zu Monat verschlechtern sich die Beziehungen zwischen Warschau und Kiew. Die Polen haben sowohl die Ukrainer als auch die Litauer stark irritiert mit ihrem Entwurf eines Reisepasses, der Bilder des Lytschakiwski-Friedhofs und des Tors der Morgenröte enthält. … Und der permanente Missbrauch der Geschichtspolitik gegenüber Deutschland führt zu verschlechterten Beziehungen mit unserem größten Handelspartner. … Da Beziehungen zu Russland faktisch nicht bestehen, sollte unsere Lage uns Sorgen bereiten. … Lohnt es sich, unsere geopolitische Sicherheit einer solchen Gefahr auszusetzen?“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3fd

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Die Schattenseite der Touristenrekorde

In Venedig, Barcelona und Palma de Mallorca demonstrieren Aktivisten gegen immer mehr Besucher. Die mit dem Massentourismus einhergehenden Probleme wie Mietsteigerungen, Umweltverschmutzung und Lärm treiben sie zu kreativen Aktionen, aber auch zu Vandalismus. Das Thema bewegt nicht nur Kommentatoren aus Südeuropas Urlaubsländern.
http://www.eurotopics.net/de/184041/die-schattenseite-der-touristenrekorde

+++ Alle Jahre wieder

Trends-Tendances – Belgien. Das Thema Massentourismus wird nicht nur diesen Sommer die Gemüter erhitzen, glaubt Trends-Tendances: „Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die tourismuskritischen Töne zunehmen werden. Der Grund dafür? In Spanien, aber auch in Italien, Griechenland und Kroatien entwickelt sich der Tourismus sehr stark, da die Urlauber aus Sicherheitsgründen weniger nach Ägypten, Tunesien und in die Türkei reisen. So erklärt sich der Erfolg Südeuropas, der durch Lowcost-Airlines wie Easyjet und Ryanair noch gesteigert wird. Das Thema droht zu einem Kastanienbaum zu werden, wie [französischsprachige] Journalisten sagen. Das heißt, es wird wie der Baum jedes Jahr zur gleichen Zeit Blüte tragen. So wie wir es auch von anderen Themen kennen. Rückenschmerzen und dem Schulbeginn beispielsweise.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3fe

+++ Vorsicht vor dem vermeintlichen Goldesel

Diário de Notícias – Portugal. Der Fraktionschef des portugiesischen Linksblocks Bloco de Esquerda, Pedro Filipe Soares, warnt in Diário de Notícias vor einem naiven Streben nach immer höheren Touristenzahlen: „In Portugal gilt der Tourismus derzeit als Goldesel. … Doch diese Flucht nach vorn ist ein Fehler, den wir teuer bezahlen werden. … Indem man den Tourismus bis zum bitteren Ende aus
reizt, zerstört man genau das, was uns bisher einzigartig und attraktiv gemacht hat. … Es ist endlich an der Zeit, die Großstädte für die Bewohner und nicht für die Touristen zu denken; eine Wohnungspolitik zu entwerfen, die sicherstellt, dass wir keinen Exodus aus den Stadtzentren erleben – und den Mut aufzubringen, den Touristenzustrom zu beschränken, nicht nur um die Zukunft der Branche, sondern auch die unserer Städte zu sichern.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3ff

+++ Aufkleber auf Mietwagen sind nicht harmlos

ABC – Spanien. Auf Mallorca bekleben linke Aktivisten Mietwagen seit Neuestem mit dem Slogan „Dieses Auto ist zu viel“. ABC warnt, dass symbolische Drohungen in echte Gewalt umschlagen können: „Es geht darum, jemanden mit einer Kennzeichnung zu verängstigen. Das kann heute ein Aufkleber oder ein Graffito sein, sich aber schon morgen in eine Zielscheibe verwandeln. Denn die extreme Linke ist gewalttätig und antidemokratisch. … Die Fähigkeit dieser Gruppen, ihre Gewalttaten in den Städten mit einem sozialen Anstrich zu versehen, sollte Behörden und Öffentlichkeit nicht täuschen. Ihr Ziel ist es, Spaniens Grundpfeiler wie den gesellschaftlichen Frieden oder die nationale Wirtschaft zu erschüttern.“ +++
http://www.abc.es

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Zehn Jahre Finanzkrise – was haben wir gelernt?

Anfang August 2007 platzte die US-Immobilienblase und brachte die Banken weltweit in Bedrängnis. Im Jahr darauf erreichte die Finanzkrise mit der Insolvenz von Lehman Brothers ihren Höhepunkt. Kommentatoren sind skeptisch, ob die Welt die richtigen Lehren gezogen hat.
http://www.eurotopics.net/de/183962/zehn-jahre-finanzkrise-was-haben-wir-gelernt

+++ Das neue Risiko sind die IT-Giganten

The Times – Großbritannien. Wie vor der Finanzkrise liegt auch heute zu viel Einfluss in den Händen einiger weniger, kritisiert The Times: „Damals waren es die Banker. Heute sind es Google, Facebook und ein paar andere, die zu mächtig sind und vielleicht aus Versehen den Zusammenbruch unserer Wirtschaft herbeiführen können. Uns steht eine andere Art von Krise bevor. Irgendwann werden wir uns entscheiden müssen, wie wir diese Riesen bändigen, wie wir sie zerschlagen und sicherstellen, dass sie sich an Regeln halten, die von demokratischen Regierungen in unserem Auftrag festgelegt wurden. Nur so können wir garantieren, dass wir die Technologie beherrschen und nicht die Technologie sowie deren Eigner uns beherrschen.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/3fg

+++ Banken lassen Niederlande zum Glück links liegen

NRC Handelsblad – Niederlande. Zehn Jahre nach der Bankenkrise wird die Royal Bank of Scotland im Zuge des Brexit wieder in die Niederlande kommen. Das ist zum Glück eine Ausnahme, meint NRC Handelsblad: „Eine Lektion der Krise von damals ist, dass ein großer Finanzsektor längst nicht immer ein Segen ist. Wenn die Wirtschaft zu abhängig ist von Geld- und Kapitalgeschäften, dann bekommt sie auch den größten Schock, wenn es dort schief läuft. … Ja, es wurden deutliche Fortschritte gemacht bei der Kontrolle des Finanzsektors. … Aber wie so oft bei Regulierungen und Aufsichtsmechanismen hinken diese der Praxis, der Innovation und den Dimensionen hinterher. … Die Niederlande haben mit ihren strengen Bonusregeln für die Niederlassung finanzieller Institute an Attraktivität eingebüßt. Zum Jahrestag der Krise stellt sich die Frage, ob man das sehr bedauern muss.“ +++
http://www.nrcmedia.nl

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