Lässt Trump Europa im Stich?

+++ Profitiert Europas Rechte von Trumps Triumph?
+++ Warum hat Trump die Wahl gewonnen?

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Lässt Trump Europa im Stich?

Donald Trump hat in seiner Siegesrede angekündigt, „mit allen Nationen gute Beziehungen führen“ zu wollen, aber seine konkrete außenpolitische Ausrichtung weiter offen gelassen. Sein Wahlslogan „America first“ könnte bedeuten, dass die USA weniger intervenieren und ihre Verbündeten in Europa mehr Verantwortung übernehmen müssen. Einige Kommentatoren warnen vor einem Aufflammen von Konflikten in Osteuropa und dem Nahen Osten. Andere fänden eine stärkere Rolle Europas gar nicht so schlecht.
http://www.eurotopics.net/de/169318/laesst-trump-europa-im-stich

+++ Diktatoren dieser Welt haben Grund zum Jubeln

Financial Times – Großbritannien. Dass Trump mit seinem populistischen und illiberalen Programm ein
demokratisches Vorzeigeland wie die USA erobern konnte, schwächt den Kampf für Freiheit und Menschenrechte in anderen Teilen der Welt, klagt die Journalistin Roula Khala in Financial Times: „Dank Trumps Wahlsieg wird der Ruf der Demokratie großen Schaden nehmen. Autokraten auf der ganzen Welt werden sich bestärkt fühlen. Syriens Präsident Baschar al-Assad, der für die Zerstörung seines Landes verantwortlich ist, jubelt. Das tut auch Russlands Präsident Putin, der Assads Krieg unterstützt hat und von Trump gelobt wurde. Ich kann beinahe die Tränen in den Augen der Verfechter von politischer Reform, Menschenrechten und Frauenrechten sehen. Ich kann beinahe ihr Flüstern der Verzweiflung hören. Wenn eine populistische, bornierte und frauenfeindliche Botschaft Wähler im Land des Idealismus und der Demokratie mobilisiert, welche Chance haben dann die echten Problemregionen dieser Welt?“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vg

+++ Deutschland wird in die Pflicht genommen

Süddeutsche Zeitung – Deutschland. Wenn Trump, wie angekündigt, außenpolitisch auf Isolationismus setzt, wird Deutschland so viel Verantwortung in der Welt übernehmen müssen, wie nie zuvor, sagt die Süddeutsche Zeitung voraus: „Für Deutschland könnte sich die Welt gravierender verändern als nach dem Fall der Mauer. Trump wird sich, wenn er seine Wahlversprechen nicht brechen möchte, so sehr auf Amerika konzentrieren, wie das seit Langem keiner seiner Vorgänger getan hat. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird er deshalb auch die letzten Reste jenes Schutzschirms abbauen, den die USA über die alte Bundesrepublik, über Europa und später über das vereinte Deutschland gespannt hat. Washington übernimmt die Hauptlast bei internationalen Krisen? Das wird sich ändern. Amerika trägt den Hauptteil humanitärer Hilfe in Notlagen? Ist nicht mehr zu erwarten. … Deutschland wird international mehr Verantwortung übernehmen müssen. Nicht, weil das Spaß macht, sondern weil es
mit der alten Bequemlichkeit vorbei ist.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vh

+++ Nun freie Hand für Moskau in Ex-Sowjetunion

Rzeczpospolita – Polen. Trump wird Russlands Präsident Putin wohl nun freie Hand in der Ukraine lassen, glaubt die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: „Von allen Problemen, die Amerika derzeit hat, wird diese Schwierigkeit wohl aus Trumps Sicht am leichtesten zu lösen sein. Es wird zwar bestimmt nicht gleich ein ’neues Jalta‘ geben. Doch hat man in den USA schon immer davon gesprochen, Syrien für die Ukraine quasi einzutauschen. Das heißt, Amerika lässt Russland im Bereich der ehemaligen UdSSR freie Hand, während sich die Russen dafür aus dem Nahen Osten zurückziehen. Dieses Szenario ist wahrscheinlich, weil die russische Offensive in Syrien eine Aktion gewesen ist, die für den Kreml zu viel war. Zudem gibt es innerhalb des US-Establishments weiterhin Anhänger, die die These vertreten, dass Russland innerhalb des ehemaligen So
wjetischen Imperiums seinen Einfluss behalten sollte.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vi

+++ Auch vor Reagan haben alle gewarnt

Õhtuleht – Estland. Noch ist Osteuropa nicht verloren, ist Õhtuleht hingegen hoffnungsvoll: „Der Sieg von Trump zeigt die Unzufriedenheit der Wähler mit der bisherigen Situation und ihre Erwartung von etwas anderem. … Wenig glaubwürdig ist jedoch, dass die Grenzen der USA nun wirklich geschlossen werden. … Mehr Fokus auf Internes bedeutet aber weniger Aufmerksamkeit auf die Weltprobleme. Wir müssen uns anstrengen, damit unsere neuen Partner uns nicht für die Vorstadt von St. Petersburg halten, die im Tauschgeschäft vom Tisch gefegt werden kann. Die Situation ist aber gar nicht hoffnungslos. … Auch die Wahl von Ronald Reagan schien damals für viele ähnlich erschreckend. Im Nachhinein hat er sich als der nützlichste Präsident der ganzen estnischen Geschichte erwiesen, als er den Eisernen Vorhang demolierte. So hat auch Trump alle M�
�glichkeiten, in die Geschichte einzugehen. Kommt nur drauf an, womit.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vj

+++ USA werden nicht mehr Weltpolizist sein

Tages-Anzeiger – Schweiz. Trump könnte die US-Außenpolitik sogar zum Besseren wenden, vermutet sogar der Tages-Anzeiger: „Aussenpolitisch will Trump Abschied nehmen vom Konzept des globalen Weltpolizisten. Ein Konzept, das den USA Milliardenkosten und ein Heer von Kriegsveteranen bescherte. … Waren denn die aussenpolitischen Interventionen der Amerikaner der letzten 30 Jahre wenigstens ein Erfolg? Nein, Haiti ist heute ein gescheiterter Staat, Afghanistan, Somalia und der Irak ebenso. Syrien und Libyen, wo Obama halbherzig eingegriffen hat, geht es nicht besser. Kosovo und Bosnien sind korrupte Gebilde am Tropf der EU, und in der Ukraine hat das forsche Vorgehen im Verbund mit der EU fast zu einem offenen Krieg geführt. Mit Hillary Clinton wäre es vielleicht noch schlimmer geworden.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz
/1vk

+++ Europa muss endlich Schicksal in die Hand nehmen

Večernji list – Kroatien. Die europäische Hysterie vor irrationalen Umwälzungen ist maßlos übertrieben, beschwichtigt Večernji list: „Es wird nicht zu drastischen Veränderungen kommen. Die Aktienpreise werden sich wieder stabilisieren, genauso wie die Devisenmärkte. Die USA sind derzeit der einzige monetär und ökonomisch sichere Zufluchtsort der Welt und deshalb werden Investoren und Kreditgeber weder dem amerikanischen Markt, noch dem Dollar den Rücken kehren. Das wahrscheinliche Ende von TTIP wird vor allem Europa schaden. Während Trumps Amerika sich stärker auf sich und seine Probleme konzentrieren wird, muss Europa nun die Verantwortung für seine Sicherheit selbst übernehmen. Und das ist angesichts der instabilen geopolitischen Zukunft, die uns erwartet, gar nicht mal so schlecht.“ +++
http://www.vecernji.hr/

Mehr Meinungen

+++ Hürriyet Daily News – Türkei. Trump steht vor außenpolitischen Mammut
aufgaben +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vl

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Profitiert Europas Rechte von Trumps Triumph?

Während europäische Rechtspopulisten die Wahl Donald Trumps bejubeln, bieten ihm Spitzenpolitiker in der EU pragmatisch die Zusammenarbeit an. Kommentatoren fürchten, dass Politiker wie Le Pen und Wilders sich vom Wahlsieg des designierten US-Präsidenten inspirieren lassen und fordern alternativ eine Erneuerung der Linken.
http://www.eurotopics.net/de/169319/profitiert-europas-rechte-von-trumps-triumph

+++ Problem der repräsentativen Demokratie

De Standaard – Belgien. Von Trumps Wahlsieg können Rechtspopulisten in Europa profitieren, erklärt De Standaard: „Nach dem Brexit-Referendum und vor allem nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten kann man nicht mehr leugnen, dass es ein Problem der repräsentativen Demokratie gibt. … Wahlsysteme errichten hohe Hürden gegen extreme Bewegungen. Aber wenn der Druck hoch genug ist und der richtige Führer erscheint, ist
ein Dammbruch nicht ausgeschlossen. Trump wird viele Wähler, die weder Chancen noch Sicherheiten haben, im kommenden Wahljahr in Europa inspirieren. In den Niederlanden, Frankreich und Deutschland stehen rechtsradikale Führer bereit, um auf seiner Welle mitzusurfen. … Nach der unwahrscheinlichen Erfolgsstory von Trump ist nichts mehr undenkbar.“ +++
http://www.standaard.be

+++ Politische Korrektheit hat ausgedient

Sega – Bulgarien. Die Tage der selbstgefälligen und politisch korrekten Phrasendrescherei in der Politik sind gezählt, meint Sega mit Blick auf Trumps Wahlsieg in den USA: „In der westlichen Welt macht sich der Wille breit, den immer gleichen, sich selbst reproduzierenden und selbstgefälligen politischen Eliten den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Die Menschen wählen nicht bloß aus Protest, sondern um sich wieder selbst zu vergewissern, dass sie existieren und dass ihre Meinung etwas wert ist. … Die Wahlen in den USA und in Europa zeigen, dass den Wäh
lern die geheuchelte politische Korrektheit der Eliten zum Hals heraus hängt. Angesichts der verstärkten populistischen Tendenzen in Europa dürfte es kaum jemanden überraschen, wenn nächstes Jahr Le Pen die Wahlen in Frankreich gewinnt.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vm

+++ Lehre für Europas Linke

Avgi – Griechenland. Europa kann aus der Niederlage der US-Demokraten lernen, kommentiert die linke Tageszeitung Avgi: „Vielleicht ist es nicht zu spät für die französischen Sozialisten, die deutschen und die österreichischen Sozialdemokraten, die sich demnächst Wahlen stellen werden. Sie könnten aus den Fehlern der Demokraten lernen. Sie sollten aufhören zu behaupten, dass es keine Alternative zu diesem System gibt, das die Reichen reicher und die Armen ärmer, die Schwachen für die Fehler der Eliten verantwortlich macht. Sie sollten sich nach links wenden. Wenn sie den Sieg von Trump als ein klares Signal verstehen, gibt es Hoffnung. … Ansonsten wird sich die g
estrige Freude von Le Pen und anderen Rechtsextremen über Trumps Sieg in Kürze in die Feiern für ihre eigenen Siege verwandeln.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vn

+++ EU braucht nun politische Einheit

Avvenire – Italien. Die Wahl von Trump zwingt Europa zum Umdenken, mahnt Avvenire: „Europa steht nun, ohne das amerikanische ‚Protektorat‘, das nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde, schlicht und ergreifend vor der Aufgabe, sich wieder seiner Geschichte zu bemächtigen. Weniger als Akteur im wirtschaftlichen Globalisierungsprozess denn als vollwertige politische Gemeinschaft. Europa muss zu etwas werden, was einem echten europäischen Staatenbund ähnelt. … Mit anderen Worten: Der Brexit und die Wahl Trumps zeigen, dass eine Art Ent-Globalisierung im Gange ist. Die EU als Akteur der Globalisierung belastet die Mitgliedsstaaten. … Bis heute schien ein echter verfassungsgebender Prozess in Europa reine Utopie. Doch die Wahl von Trump könnte dafür die Vorau
ssetzung geschaffen haben.“ +++
http://www.avvenire.it

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Warum hat Trump die Wahl gewonnen?

US-Präsident Barack Obama wird sich am heutigen Donnerstag mit seinem designierten Nachfolger Donald Trump im Weißen Haus treffen, um die Übergabe der Regierungsgeschäfte zu besprechen. Noch immer fragen sich Kommentatoren, wie es dazu kommen konnte, dass Trump die Wahl gegen die als Favoritin gehandelte Hillary Clinton gewinnen konnte. Viele sehen darin einen Protest des Volks gegen das Establishment.
http://www.eurotopics.net/de/169223/warum-hat-trump-die-wahl-gewonnen

+++ Trump gewinnt gegen Medienmanipulation

Nowaja Gaseta – Russland. Die Demokratie wog am Ende stärker als die Beeinflussung durch Massenmedien, zeigt sich Nowaja Gaseta aus Russland zufrieden: „Zuerst einmal haben die Wahlen in den USA gezeigt, dass die Demokratie funktioniert und dass man sie respektieren muss. Wenn die Wähler in den USA entscheiden, dass sie einen Präsidenten wie Donald Trump brauchen,
so kann niemand diese Entscheidung aufheben. … Der Sieg von Trump hat gezeigt, dass die Medien sich kaum als allmächtiges Instrument zur Manipulation des Bewusstseins der Massen eignen. 90 Prozent der US-Massenmedien haben während des Jahres berichtet, dass Trump eine Ausgeburt der Hölle ist und dass er das Land nach seiner Wahl in eine Katastrophe führt. Die Wähler haben jedoch anders entschieden. … So können wir den Ausgang der US-Wahlen als demokratische Wahl der Gesellschaft gegen Manipulatoren beschreiben. So wie es Trump selbst auch tut – damit ist er nicht weit von der Wahrheit entfernt.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vo

+++ Clinton-Lager ignorierte untere Mittelschicht

Berlingske – Dänemark. Donald Trump hat gewonnen, weil er sich als Einziger um die Globalisierungsverlierer gekümmert hat, meint Berlingske: „Trumps Sieg bei der US-Präsidentenwahl hat eine Elite zu verantworten, die die Entwicklungen nicht ernst genommen hat. Ein Präsident Trump komm
t nicht aus dem Nichts. Die untere amerikanische Mittelschicht, der traditionelle Kern der US-Wirtschaft, wie es die Arbeiterfamilien im sogenannten ‚Rust Belt‘ [älteste und größte Industrieregion der USA] einst waren, ist marginalisiert worden. Sie hat Stagnation, Verfall, Arbeitslosigkeit und zunehmende Bedeutungslosigkeit erlebt, während die Jobs in andere Länder gegangen sind. Begleitet von politischen Festreden über die formidablen Eigenschaften von Globalisierung und Freihandel.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vp

+++ Gesellschaftlicher Wandel nötig

Karar – Türkei. Trumps Wahlsieg ist das Resultat einer globalen Entwicklung und nur ein neues Gesellschaftsverständnis kann dem etwas entgegensetzen, gibt Karar zu bedenken: „Viele von uns waren überrascht, dass Donald Trump die Präsidentschaftswahl gewann, der mit einer fremdenfeindlichen, islamophoben und sexistischen Rhetorik auftrat. Doch ist diese Entwicklung wirklich so überraschend angesichts uns
eres Wissens darum, dass sein Politikstil in der ganzen westlichen Welt in den vergangenen Jahren in Mode gekommen ist? … Die westliche Welt aus ihrer heutigen soziopolitischen und ideologischen Krise zu retten, erfordert vor allem einen großen gesellschaftlichen Wandel. … Radikale gesellschaftliche Veränderungen geschehen auch in Friedenszeiten. Wirtschaftliche Zwänge oder außenpolitischer Druck und Forderungen können das auch möglich machen. Vielleicht wird die Politik Trumps diesen Wandel erzwingen.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vq

+++ Die sozialen Medien sind schuld

L’Opinion – Frankreich. Mit der Wahl Donald Tumps ist die Welt in eine neue Form des demokratischen Lebens eingetreten, konstatiert L’Opinion und erklärt, wie es dazu kam: „Wegen der gefühlten Auswirkungen der globalen Konkurrenz, der zunehmenden Ungleichheiten, des Abstiegsgefühls, des Falls der Grenzen, der Zuwanderungsströme, des Kriegsgetöses auf der Welt. Wegen des als negativ
empfundenen Wandels des Wirtschaftsmodells und dessen sozialer Konsequenzen. Aber auch durch die Instrumente, [die sozialen Netzwerke,] für deren Verbreitung die Globalisierung und die Digitalisierung der Wirtschaft gesorgt haben. … Jede Stimme kann nunmehr von allen gehört und nicht mehr nur anonym in eine Urne gesteckt werden. Die Wahl Trumps ist der erste spektakuläre Ausdruck der Uberisierung der Demokratie. Diese Entwicklung ist nunmehr unumkehrbar. Sie muss dringend in die Reflexionen der Akteure des ‚Systems‘ einfließen, die diese Umwälzungen nicht nur als Ausdruck des Populismus betrachten dürfen, sollten sie nicht von der Welle mitgerissen werden wollen.“ +++
http://www.eurotopics.net/kurz/1vr

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