Nato kritisiert Russlands Syrien-Einsatz uam.

Die Nato hat am Donnerstag von Moskau gefordert, beim Kampf
gegen die Terrormiliz IS zu helfen und nicht weiter das
syrische Assad-Regime zu unterstützen.

Der Westen muss endlich einsehen, dass er sich in dem Konflikt
nicht länger militärisch zurückhalten kann, finden einige
Kommentatoren.Für andere schneidet sich Russland mit den
Angriffen auf syrische Regimegegner ins eigene Fleisch.

+++ Flugverbotszone hätte viel Elend verhindert

Göteborgs-Posten – Schweden. USA und Nato müssen sich endlich
von der Idee verabschieden, dass man auf ein ernsthaftes
militärisches Eingreifen in Syrien verzichten kann, fordert
die liberale Tageszeitung Göteborgs-Posten: „Alles oder
Nichts, scheinen die USA und Nato zu denken – und es wurde im
Großen und Ganzen nichts. … Aber es gibt etwas zwischen
Alles und Nichts, nämlich etwas. Die USA und die Nato hätten
vor langer Zeit eine Flugverbotszone einrichten müssen, zu der
Schweden gerne beigetragen hätte. … Das hätte eine sichere
Zone in Syrien geschaffen, überwacht durch schwedisches,
europäisches und amerikanisches Militär. Falls möglich unter
UN-Flagge. Es hätte eine Zone geben müssen, wohin Syrer
hätten fliehen können, die um ihr Leben fürchten und hilflos
sind, wo [das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen]
UNHCR und [das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen]
WFP für Essen, Medizin, Schule und ein Dach über dem Kopf
sorgen können. Dort wäre es auch nicht verboten gewesen, zu
arbeiten und sich zu versorgen.“ (09.10.2015) +++
http://www.gp.se/nyheter/ledare/1.2858698-allt-eller-inget-at-syrierna

+++ Putin gefährdet sein Land

The Times – Großbritannien. Mit seinem Militäreinsatz in
Syrien bringt Russlands Präsident Wladimir Putin nicht nur die
Sunniten im Nahen Osten gegen sein Land auf sondern er fördert
auch in der Heimat den radikalen Islamismus, warnt die
konservative Tageszeitung The Times: „Überall in der
Golfregion rufen Prediger die Sunniten dazu auf, nicht nur in
den Heiligen Krieg zu ziehen, sondern auch gegen die Russen zu
den Waffen zu greifen. Für die Gefangennahme russischer
Soldaten werden Belohnungen geboten. Der Nordkaukasus wird
durch Russlands Luftschläge in keinster Weise geschützt und
wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Schlachtfeld
in Putins Hinterhof entwickeln. Die Begeisterung innerhalb
Russlands für den Krieg wird schwinden, sobald tote Soldaten
zu ihren Familien zurückgebracht werden. … Putin erweist
sich nun, wie schon zuvor in der Ukraine, als politischer
Führer, der seine Macht überschätzt.“ (08.10.2015) +++
http://www.timesplus.co.uk

+++ Russland stärkt IS-Miliz mit seinen Angriffen

Le Figaro – Frankreich. Wie im Tschetschenienkrieg nutzt
Russlands Präsident Putin den Kampf gegen den Terror als
Vorwand zur Schwächung der Regimegegner, zeigt die
konservative Tageszeitung Le Figaro auf. Nur ist die Gefahr
für die ganze Welt diesmal viel größer: „In den Augen des
Kremlchefs hat sich die in Tschetschenien entwickelte Methode
bewiesen. Es ist jedoch nicht ungefährlich, auf einer Bühne,
auf der sich zwei miteinander konkurrierende Koalitionen
[Russland und USA mit jeweiligen Partnern] gegenüberstehen,
alles beiseite zu fegen. Einige fürchten sich schon, dass ein
Funken einen ‚Dritten Weltkrieg‘ auslösen könnte. Man kann
nur hoffen, dass es nicht so weit kommt. Es besteht jedoch das
Risiko, dass die Regimegegner dazu getrieben werden, sich
hinter der stärksten bewaffneten Gruppe zu vereinen – und das
könnte sehr gut die IS-Miliz sein, die bislang von russischen
Angriffen verschont wurde. Es wäre eine bittere Ironie, wenn
die Mittel von Putin und Assad die gleichen Folgen hätten wie
der amerikanische Imperialismus von George Bush zur Beseitigung
von Saddam Hussein.“ (09.10.2015) +++
http://www.lefigaro.fr

+++ Syrienkrieg lässt Kalten Krieg wiederaufleben

Il Sole 24 Ore – Italien. Der Syrienkrieg verschlechtert das
ohnehin schon gespannte Verhältnis zwischen der Nato und
Russland noch weiter, warnt die liberale Wirtschaftszeitung Il
Sole 24 Ore: „Mit den Trümmern der von Kriegen erschütterten
Staaten im Nahen und Mittleren Osten wird im Herzen Europas
eine neue Mauer errichtet. Die Konfrontation zwischen Russland
und der Nato wird immer schärfer: der Krieg in Syrak (Syrien
plus Irak) bewegt sich längst entlang einer kritischen Linie,
die seit geraumer Zeit die Grenzen des regionalen Krisengebiets
überschritten hat. Von dem blutigen Schauplatz in Nahost greift
der Streit zwischen West und Ost auf Europa über, wo er die
Wunde der Ukraine wieder aufreißt. … Das Problem nach der
russischen Intervention scheint weder Assad noch das Kalifat zu
sein. … Die Welt scheint an den Punkt vor dem Zerfall der
UdSSR zurückgekehrt zu sein. Mit dem Unterschied, dass damals
kein Zweifel bestand, wer Freund und wer Feind war.“
(09.10.2015) +++
http://www.ilsole24ore.com/

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Debatten verfolgen: Flüchtlings-Deal mit Ankara?
Die EU will in der Flüchtlingskrise stärker mit der Türkei
zusammenarbeiten. Doch deren Präsident Erdoğan steht wegen
seines harten Vorgehens gegen Kurden, die Presse und
Meinungsfreiheit in der Kritik. Wie weit darf Europa ihm
entgegenkommen?
http://www.eurotopics.net/de/home/debatten/links-2015-10-ankara-eu/

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POLITIK

+++ Flucht nach Europa: Merkel hat ihre historische Aufgabe
gefunden

Der Standard – Österreich. Den Auftritt von Angela Merkel in
der Talkshow Anne Will am Mittwoch kommentiert die
linksliberale Tageszeitung Der Standard und sieht mit ihm die
Entschlossenheit der Kanzlerin bewiesen: „Mit diesem
souveränen Auftritt und jenem am gleichen Tag im EU-Parlament
zeigte Merkel politische Führungskraft – über Deutschland
hinaus. Sie untermauerte ihre vor einem Monat getroffene
Aussage ‚Wir schaffen das.‘ Das ist eine mutige Politik, denn
in Umfragen stürzen Merkels Werte bereits ab, und in ihrer
Partei wird die Kritik lauter. … In den zehn Jahren ihrer
Kanzlerschaft hat Merkel häufiger moderiert als agiert. Auch
in der Flüchtlingsfrage hat sie lange gebraucht, um sich zu
positionieren. Jetzt tut sie es mit Verve, es ist zu ihrer
Mission geworden. Das unterscheidet ihr Auftreten von jenem
während der Griechenland-Krise. In dieser Zeit sah man ihr die
Genervtheit an. Das Flüchtlingsproblem sieht sie als ihre
persönliche Herausforderung, als Aufgabe, die ihr die
Geschichte stellt.“ (09.10.2015) +++
http://derstandard.at/2000023440869/Merkel-zeigt-Fuehrungsstaerke

+++ Flucht nach Europa: Nicht mal Ungarns Linke sagt „Refugees
welcome“

Népszava – Ungarn. In einem echten Dilemma befindet angesichts
der Flüchtlingskrise die linksliberale Opposition in Ungarn,
denn mit einer fremdenfreundlichen Politik vergrault diese
tatsächlich die eigenen Anhänger, konstatiert die linke
Tageszeitung Népszava: „Die oppositionellen Parteien stehen
auch deshalb vor Problemen, weil unter ihren Sympathisanten
diejenigen, die Ressentiments gegenüber Migranten hegen, in
der Mehrheit sind. Die vergangenen Monate haben uns deutlich
vor Augen geführt, dass sich in der ungarischen Politik mit
nüchterner Distanz und – so schrecklich es auch ist, dies
sagen zu müssen – fremdenfreundlichen Äußerungen keine neuen
Sympathisanten rekrutieren lassen. Was heißt hier rekrutieren,
mit solch einer Haltung können nicht einmal die bestehenden
Sympathisanten gehalten werden. Mithin kommen wir wohl oder
übel zu dem Schluss, dass mit einer Politik, die auf festen
Grundsätzen fußt, nichts zu holen ist.“ (09.10.2015) +++
http://nepszava.hu/cikk/1072486-menni-vagy-nem-menni

+++ Flucht nach Europa: Bulgarien beweist Schengen-Reife

24 Chasa – Bulgarien. Angesichts der hohen Zahl Flüchtender an
der türkisch-bulgarischen Grenze fordert die Tageszeitung 24
Chasa die EU-Staaten auf, Bulgarien endlich dem Schengener
Abkommen beitreten zu lassen: „Bulgarien steht beim
Flüchtlingsandrang an vorderster Front und Brüssel hat nicht
das Recht, das zu bezweifeln oder herunterzuspielen. Auf der
einen Seite unternehmen wir enorme Anstrengungen, um allen
Schengen-Anforderungen gerecht zu werden. Auf der anderen Seite
bekommen wir keinen Zugang zu den Schengen-Informationssystemen.
Dabei könnten wir als Teil des Schengenraums viel stärker die
Sicherheit der EU-Außengrenze garantieren. Es ist höchste
Zeit, diesen Widerspruch zu beenden, indem Bulgarien in den
Schengenraum aufgenommen wird – nicht bloß aus Wohlwollen der
EU, sondern weil Bulgarien gute Ergebnisse im Kampf gegen den
Menschen- und Warenschmuggel liefert.“ (09.10.2015) +++
http://www.24chasa.bg/Article.asp?ArticleId=5033983

+++ Warum nicht eine Linksregierung für Portugal?

Público – Portugal. Portugals Präsident Cavaco Silva hat das
konservative Parteienbündnis von Premier Passos Coelho mit der
Regierungsbildung beauftragt. Die moderaten Sozialisten haben
sich währenddessen mit den Linksparteien getroffen, um über
ein regierungsfähiges Anti-Austeritätsbündnis zu sprechen.
Alle Konstellationen sind derzeit möglich, bemerkt die
liberale Tageszeitung Público: „Cavaco will eine stabile
Regierung und wird da auch nicht nachgeben. … Er hat viele
Mängel, aber er denkt mit dem eigenen Kopf. … Auch wenn
Sozialisten-Chef António Costa nun entdeckt, dass sein Herz
doch mehr nach links als nach rechts neigt und sich bereit
zeigt, dem konservativen Bündnis einen Tritt zu geben und sich
in die Arme des Linksblocks und der Kommunisten zu stürzen –
Cavaco würde ihn nicht stoppen. Was der Präsident will, ist
Stabilität. Wenn diese nicht von Rechts kommt, dann muss sie
eben von Links kommen.“ (08.10.2015) +++
http://www.publico.pt/politica/noticia/coligate-esquerda-coligate-1710455

+++ Lukaschenko bleibt ‚Gouverneur‘ Russlands

BNS – Litauen. Belarus wählt am Sonntag einen Präsidenten.
Europa ist naiv, wenn es auf einen Wandel in dem Land hofft,
meint Politologe Laurynas Kasčiūnas auf dem Onlineportal der
Nachrichtenagentur BNS: „Alexander Lukaschenko ist bescheidener
als die Diktatoren Zentralasiens und wird sich daher kaum mehr
als 80 Prozent der Stimmen zuschreiben. Viel interessanter ist,
wie sich nach der Wahl die Beziehungen zwischen Belarus und dem
Westen entwickeln werden. In den Korridoren der
EU-Institutionen werden bereits Stimmen laut, die anregen, eine
neue Annäherung mit dem Belarus-Regime einzuleiten. …
Angeblich würde dies Belarus erlauben, seine Abhängigkeit vom
Kreml zu verringern. … [Allerdings] liegt es längst nicht
mehr in Lukaschenkos Hand, das Rad herumzudrehen.
Wahrscheinlich haben solch strategische Entscheidungen nie bei
ihm gelegen. Lukaschenko ist in eine Abhängigkeitsbeziehung
mit Russland verstrickt. Das heutige Belarus ähnelt bereits
seit zwei Jahrzehnten eher einem ‚Gouvernement‘ Russlands als
einem selbstständigen Staat.“ (09.10.2015) +++
http://www.bns.lt/topic/1912/news/48433621/

WIRTSCHAFT

+++ Eurozone muss um ihre Lokomotive bangen

De Tijd – Belgien. Der deutsche Export hat im August den
stärksten Rückgang seit 2009 verzeichnet. Im Vergleich zum
Vormonat ging er nach Daten des Statistischen Bundesamtes um
mehr als fünf Prozent zurück. Das sind keine guten
Nachrichten für die Eurozone, stellt die Wirtschaftszeitung De
Tijd fest: „Deutschland ist anfälliger geworden für die
Wachstumsverzögerung in China und anderen aufstrebenden
Volkswirtschaften. … Das deutsche Wirtschaftsmodell verliert
an Glanz und scheint weniger robust als angenommen. …
Schadenfreude ist aber fehl am Platz. Die deutsche Wirtschaft
war in den vergangenen Jahren die Lokomotive, die die gesamte
Eurozone zog. … Belgien und die anderen Euroländer müssen
hoffen, dass der Abgasskandal bei VW und der [für das dritte
Quartal 2015 zu erwartende] Rekordverlust bei der Deutschen
Bank in der deutschen Wirtschaft lediglich Kratzer hinterlassen
und dass sie deren Zugkraft nicht ernsthaft schwächen.“
(09.10.2015) +++
http://www.tijd.be/opinie/commentaar/Blutsen.9684896-620.art

+++ Flucht nach Europa: Lettlands Wirtschaft bräuchte mehr
Migranten

Dienas Bizness – Lettland. Wirtschaftlich könnte die
Zuwanderung der Flüchtlinge einigen europäischen Ländern
sogar nutzen, erklärt die Wirtschaftszeitung Dienas bizness:
„Was noch vor kurzem mit Skepsis und Angst wahrgenommen wurde,
könnte zu einer Chance werden. Noch vor kurzem hat Europa
über soziale Unsicherheit und steigende Kriminalität geredet.
Jetzt wird über die Wirtschaft gesprochen, die als der Bereich
gesehen wird, wo man am meisten von der Zuwanderung profitieren
kann. Nicht nur beim Bau von Asylbewerberheimen oder wegen des
steigenden Lebensmittelverkaufs. Die Bevölkerung in Europa
wird immer älter und in den kommenden Jahren erwartet uns ein
Mangel an Arbeitskräften und Steuerzahlern. … Im Vergleich
zu Deutschland wird Lettland allerdings wenig von den
Flüchtlingen profitieren. Im vergangenen Halbjahr wurden
überhaupt nur tausend von all den freien Stellen besetzt.
Keine Angst, die Flüchtlinge werden den Letten keine
Arbeitsplätze wegnehmen – und gleichzeitig wird die lettische
Wirtschaft kaum von ihnen profitieren.“ (08.10.2015) +++
http://www.db.lv/viedokli/db-viedoklis/db-viedoklis-beglu-dilemma-eiropas-ekonomika-439184

KULTUR

+++ Literaturnobelpreis verkommt zum Friedenspreis

Süddeutsche Zeitung – Deutschland. Die belarussische
Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch erhält den
diesjährigen Literaturnobelpreis. Vom literarischen Können
der Autorin scheint sich die Schwedische Akademie bei ihrer
Entscheidung kaum haben leiten lassen, moniert die
linksliberale Tageszeitung Süddeutsche Zeitung: „So
eindrucksvoll der vielstimmige Chor der gewöhnlichen Menschen
ist, aus dem Swetlana Alexijewitsch die osteuropäische
Geschichte der vergangenen hundert Jahre hervorgehen lässt,
und so sehr es sich bei diesem Arrangement um eine einzigartige
und auch künstlerische Leistung handelt, so unstrittig ist es
doch, dass die politische Bedeutung dieses Werkes seine
literarische überstrahlt – und sei es darin, dass man in einer
Weltgegend, in der Despoten verschiedenster Art einander
ablösen, ohne je etwas anderes als Despoten zu sein, die
einfachen Leute reden lässt und ihnen zuhört. … Die
Schwedische Akademie [wird bald] entscheiden müssen, was ihr
Preis vor allem sein soll: eine Auszeichnung für ein
herausragendes literarisches Werk oder ein auf dem Feld der
Kultur vergebener Friedenspreis.“ (09.10.2015) +++
http://www.sueddeutsche.de/kultur/auszeichnung-fuer-swetlana-alexijwitsch-der-literaturnobelpreis-wird-zum-friedenspreis-1.2682936

GESELLSCHAFT

+++ Nobelpreisträger Vorbild für türkische Kinder

Cumhuriyet – Türkei. Der in der Türkei geborene Genetiker Aziz
Sancar hat am Mittwoch zusammen mit zwei Kollegen den Nobelpreis
für Chemie zugesprochen bekommen. In seinem ersten Statement
sagte er, die Türkei müsse sich mehr für Wissenschaften und
Bildung einsetzen. Die Journalistin Özlem Yüzak dankt ihm in
der kemalistischen Tageszeitung Cumhuriyet für diese Worte:
„Wissenschaft hat es schwer in diesem Land, Herr Sancar. Wir
haben mittlerweile 200 Universitäten, aber bis auf wenige
Ausnahmen ist die Türkei kein Land mehr, um Wissenschaft zu
betreiben. Erneut werden die Fakultäten von so grundlegenden
Fächern wie Physik oder Chemie geschlossen, weil sie als
unwichtig angesehen werden. Als Rektoren werden nicht die
Kandidaten der Fakultäten ernannt, sondern die der Regierung.
Wir haben eine Jugend, die wie Kleingeld vergeudet wird. …
Ich hoffe dass die richtigen Schlüsse aus Ihrem Preis gezogen
werden und Kinder Sie als Vorbild sehen.“ (09.10.2015) +++
http://www.cumhuriyet.com.tr/koseyazisi/384087/Tesekkurler_Aziz_Sancar.html

+++ Flucht nach Europa: Tschechen mögen sich nicht mal selbst

Hospodářské noviny – Tschechien. Nur vier Prozent der
Tschechen finden, ihr Land sollte Flüchtlinge aufnehmen. So
lautet das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Studie
des Meinungsforschungsinstituts CVVM. Die Ursache dafür ist
simpel, meint die wirtschaftsliberale Hospodářské noviny:
„Warum ist das gerade bei uns so? Womöglich, weil wir uns
selbst nicht ausstehen können. Die Mehrheit der Tschechen mag
auch keine Tschechen. Sozialhilfeempfänger, Reiche, Leute, die
im Ausland arbeiten oder in einer Beziehung mit Ausländern
leben, Hundehalter, Hundehasser, Fans von Sparta Prag, Fans von
Slavia Prag, Fans gar keiner Mannschaft. Kurzum: alle, die
irgendwie ‚unnormal‘ zu sein scheinen, mögen wir nicht. Das
sind in gewisser Weise alle. Ihre Zahl entspricht unserer
Einwohnerzahl. Uns verbindet lediglich die Ansicht, dass wir
manche noch weniger bei uns haben wollen, als uns selbst.“
(09.10.2015) +++
http://hn.ihned.cz/

SPORT

+++ Fifa intransparenter als der Vatikan

La Vanguardia – Spanien. Die Ethikkommission des
Weltfußballverbands Fifa hat den Präsidenten Joseph Blatter
am Donnerstag für 90 Tage suspendiert. Die konservative
Tageszeitung La Vanguardia hofft, dass in die hermetisch
verschlossene Institution Fifa endlich Licht einkehrt: „Wäre
der Fußball eine Religion, wäre die Fifa ihr Vatikan, schrieb
[der britische Autor] John Carlin. Und wie im Vatikan werden die
Entscheidungen, die hunderte Millionen Herzen bewegen, mit
mittelalterlicher Undurchsichtigkeit getroffen. Dem Heiligen
Stuhl sei das zu verzeihen, so Carlin, weil es um
Angelegenheiten des Jenseits gehe, bei der äußerst
diesseitigen Fifa sei es hingegen Betrug. Seit Papst Franziskus
auf dem Heiligen Stuhl sitzt, ändern sich die Dinge, man ist um
Transparenz und Kommunikation bemüht. … Doch seit Joseph
Blatter in der Fifa das Sagen hat, häufen sich die
Korruptionsvorwürfe im Vorstandsbüro und die Führung
verschließt sich wie eine Auster in schweigsamer und
peinlicher Undurchsichtigkeit.“ (09.10.2015) +++
http://www.lavanguardia.es

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