Moskau vernichtet westliche Lebensmittel

Moskau vernichtet westliche Lebensmittel

In Russland werden seit Donnerstag tonnenweise Lebensmittel
vernichtet, die trotz Importverbot aus dem Westen eingeführt
und vom Zoll beschlagnahmt wurden. Während einige
Kommentatoren dies als Sakrileg betrachten, stellen andere die
Wirksamkeit der EU-Sanktionen in Frage, die dem
Nahrungsmittel-Embargo Moskaus vorausgingen.

+++ Russland begeht Sakrileg

Postimees – Estland. Russland, das in seiner Geschichte selbst
viele Hungersnöte erlebt hat, begeht in den Augen der
liberalen Tageszeitung Postimees eine Sünde: „Sogar in der
Sowjetunion wurde Kindern von klein auf beigebracht, das Stück
Brot zu ehren. Bilder von Bulldozern, die Haufen von
Lebensmitteln in den Schlamm stampfen, wirken vor diesem
Hintergrund als Sakrileg. Auch das russische Volk scheint die
Aktion nicht zu verstehen, sondern wundert sich, warum die
konfiszierten Lebensmittel nicht in Krankenhäusern oder
Kinderheimen verteilt werden können. Laut einer Umfrage unter
Internetnutzern, die mehr als 12.000 Menschen beantwortet
haben, waren 87 Prozent der Antwortenden gegen die Vernichtung
der Lebensmittel. Einige fanden, die Lebensmittel sollten als
humanitäre Hilfe nach Donezk und Luhansk geschickt werden.“
(10.08.2015) +++
http://pluss.postimees.ee/3288443/juhtkiri-juustukera-aetakse-mulda

+++ Putin beleidigt die zivilisierte Welt

Rzeczpospolita – Polen. Die Verbrennung westlicher Lebensmittel
zeigt die ganze Primitivität Russlands, schimpft die
konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: „Der Kreml könnte
diese beschlagnahmten Lebensmittel doch der Uno, dem Südsudan
oder den Flüchtlingen in Syrien spenden. Oder er könnte damit
den Migranten aus Afrika und Asien helfen, die derzeit irgendwo
an den Grenzen von Europa festgehalten werden. Doch von all
diesen Möglichkeiten nutzt er keine, sondern entscheidet sich
für eine ganz schlechte, die extrem primitiv und sehr
unmenschlich ist. Die angezündeten und verbrannten
Lebensmittel sind eine Beleidigung für die zivilisierte Welt.
Dies ist der Beweis für die ganze Gefühllosigkeit und
Primitivität des Kreml. … Auf den russischen Internet-Foren
gibt es zwar viel idiotischen Zuspruch für die Vernichtung der
westlichen Lebensmittel. Doch sind Entrüstung und Misstrauen
gegenüber dieser gedankenlosen Vorschrift ebenso groß. …
Das ist das einzig Positive an dieser Geschichte.“ (07.08.2015)
+++
http://www4.rp.pl/Opinie/308079797-Prymitywizm-Kremla.html

+++ Alternativen zu EU-Sanktionen nötig

Le Figaro – Frankreich. Die seit einem Jahr
andauernden Sanktionen der EU gegen Moskau haben Russland
weder auf politischer noch auf wirtschaftlicher Ebene wirklich
geschadet, führt die Politologin Elena Morenkova Perrier in
der konservativen Zeitung Le Figaro aus: „Auch wenn die
wirtschaftliche Situation Russlands schwierig erscheint, sind
die Staatsverschuldung und das Haushaltsdefizit kurzfristig
erträglich. Das Land funktioniert weiterhin, obwohl seine
Einnahmen durch den Verfall des Ölpreises drastisch gesunken
sind. … Was die internationale Politik angeht, wird Russland
längst nicht zum Paria-Staat. Die internationalen Gipfel der
Brics-Gruppe und der Shanghaier Organisation für
Zusammenarbeit, die Russland im Juli 2015 organisiert hat,
belegen das. … Es ist wichtig, sich der wechselseitigen
Abhängigkeit von Russland und Europa bewusst zu werden. Unser
Verhältnis sollte nicht von Ideologen beherrscht sein. Man
sollte schon jetzt darüber nachdenken, mit welchen Mitteln und
Wegen die wirtschaftlichen Beziehungen nach dem Ende der
Sanktionen wieder aufgenommen werden können.“ (10.08.2015) +++
http://www.lefigaro.fr

+++ Moskauer Herings-Embargo bedroht Island

Corriere della Sera – Italien. Der Kreml droht, das
Lebensmittelembargo auch auf andere Länder auszuweiten, die
sich kürzlich den Strafmaßnahmen der EU angeschlossen haben,
unter ihnen Island. Putins Drohung ist für Reykjavík alles
andere als eine Lappalie, kommentiert die liberal-konservative
Tageszeitung Corriere della Sera: „Putin und die Heringe,
Makrelen und Dorsche beschwören eine moral-politische Krise in
Island herauf: Die moderaten Abgeordneten sind der Meinung, dass
die Insel nicht klein beigeben dürfe [und die EU-Sanktionen
mittragen muss], während die Ultranationalisten und die
Piratenpartei die Forderungen der Fischunternehmer
unterstützen [die EU-Sanktionen nicht mitzutragen]. … Sie
meinen, dass das russische Embargo Island in den Ruin treiben
würde. … Zwei Zahlen zur Erläuterung: 2013 hat Island
89.450 Tonnen Fisch und Mollusken nach Russland exportiert.
34,9 Millionen Euro brachten allein die Heringe. Rechnet man
dazu, dass der Fischexport zu 40 Prozent das Exportvolumen
Islands ausmacht, kann man schon verstehen, in welchem
finanziellen, politischen und schließlich auch moralischen
Dilemma sich Island angesichts der Heringe befindet.“
(10.08.2015) +++
http://www.corriere.it/

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Debatten verfolgen: Flüchtlingskrise am Eurotunnel
Tausende Flüchtlinge versuchen unter Lebensgefahr durch den
Eurotunnel von Calais nach Großbritannien zu gelangen, die
Sicherheitsbehörden setzen auf Abschottung. Wer trägt die
Verantwortung für die Flüchtlingskrise am Ärmelkanal?
http://www.eurotopics.net/de/home/debatten/links-2015-08-calais-/

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POLITIK

+++ Flüchtlingsdebatte stimmt nur noch traurig

Südostschweiz – Schweiz. Mehr als 1.000 Flüchtlinge hat die
italienische Küstenwache am Wochenende im Mittelmeer gerettet.
Die liberale Tageszeitung Südostschweiz fordert ein Ende der
fremdenfeindlichen Hysterie in Europa: „Warum diese
nationalistischen Aufwallungen? Warum diese plakativen und
durch nichts zu begründenden Überfremdungsängste, was immer
das Wort auch bedeutet? Was ist schlimm daran, Menschen zu
helfen? Sie aufzunehmen, ihnen eine Perspektive zu geben? Was
genau verlieren wir dabei? Unsere Menschlichkeit ist es
jedenfalls nicht. Vor lauter Angst um unseren Besitz verarmen
wir seelisch. Die gegenwärtige Diskussion – in der Schweiz
durch die kommenden Wahlen zusätzlich angeheizt – macht vor
allem eines: traurig. Selbst wenn sich die asylpolitischen
Hardliner durchsetzen sollten, nimmt der Migrationsdruck auf
den gelobten Kontinent nicht ab. Geschweige denn auf die
Schweiz. Die Menschen kommen trotzdem – und tauchen unter. Ein
Leben ohne Papiere ist immer noch besser als gar keines. Es
gibt nur eine Lösung, der Misere ein Ende zu bereiten: dafür
zu sorgen, dass gar keine Flüchtlingsströme entstehen.“
(07.08.2015) +++
http://www.suedostschweiz.ch/politik/2015-08-07/nur-noch-traurig

+++ Auch USA schuld an Flüchtlingswelle nach Europa

Népszabadság – Ungarn. Die Flüchtlingswelle in Europa ist
nicht zuletzt auf den fehlgeschlagenen Demokratie-Export der
USA im arabischen Raum zurückzuführen, meint die
linksliberale Tageszeitung Népszabadság: „Was wir heute
(fälschlicherweise) als ‚moderne Völkerwanderung‘ bezeichnen,
ist den zwei Kriegen der USA und dem Scheitern des sogenannten
Arabischen Frühlings geschuldet. In beiden Fällen wollten die
USA unter George W. Bush mit Waffengewalt Demokratien errichten
– noch dazu dort, wo die Voraussetzungen dazu nicht gegeben
waren. Und in beiden Fällen erhob sich aus dem Gewirr der
diktaturfeindlichen Kräfte eine einzige Bewegung, die wusste,
was sie wollte: der Islamismus. … Demokratie lässt sich
nicht exportieren. … Fremde Waffen bringen niemals einen
Nelson Mandela oder F. W. de Klerk hervor, die in Südafrika
die Grundlage für den Rassenfrieden und die Demokratie
legten.“ (08.08.2015) +++
http://nol.hu/velemeny/a-demokraciaexport-1556229

+++ Türkische Angriffe auf PKK helfen nur IS

The Times – Großbritannien. Seit Beginn der türkischen
Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak vor zwei Wochen sollen
nach amtlichen Angaben fast 400 Kämpfer der verbotenen
kurdischen Arbeiterpartei getötet worden sein. Ankaras
Vorgehen ist kurzsichtig und nützt nur der IS-Terrormiliz,
warnt die konservative Tageszeitung The Times: „Die Peschmerga
[kurdische Kämpfer] haben sich als die mit Abstand effektivste
Streitkraft im Kampf gegen die IS-Terrormiliz erwiesen. Wenn
sich die Kurden nun auf eine vermeintliche neue Bedrohung durch
die Türkei konzentrieren müssten, würde das den alliierten
Militäreinsatz gegen den IS ernsthaft schwächen. Die
Regierungen arabischer Staaten sind entsetzt. Irakische
Politiker haben die türkischen Angriffe auf die PKK als
indirekte Unterstützung für die IS-Terrormiliz bezeichnet.
Die Türkei selbst kämpft damit, die Kosten für die Betreuung
einer riesigen Zahl von Menschen zu tragen, die aus Syrien und
vor den Islamisten geflohen sind. Sie sollte in ihrem eigenen
Interesse ihre kurzsichtige Politik ändern.“ (09.08.2015) +++
http://www.timesplus.co.uk

+++ Hollande setzt auf Militärdeals mit Ägypten

Taraf – Türkei. Frankreichs Präsident François Hollande hat
an der Eröffnung des erweiterten Suezkanals in Ägypten
teilgenommen. Schon 1869 war Frankreich an der Errichtung des
ersten Suezkanals in Ägypten beteiligt, doch Hollandes
Erscheinen hat nicht nur historische Gründe, meint die
liberale Tageszeitung Taraf: „Zu [Ägyptens Präsident]
al-Sisi, der im Juli 2013 durch einen Putsch an die Regierung
kam, pflegt Hollande enge Beziehungen und man wirft ihm des
Öfteren vor, dabei die Menschenrechtsverletzungen im Land zu
ignorieren. Auch wenn die französischen Vertreter sagen, dass
sie lieber in freundschaftlichen Gesprächen unter vier Augen
ermahnen, anstatt in aller Öffentlichkeit eine Krise
hervorzurufen, sollte man nicht vergessen, dass bei solchen
Treffen auch wichtige Waffenlieferungsverträge unterschrieben
werden. Das al-Sisi-Regime hat bisher 24 Kampfflugzeuge des
Typs Rafale und eine Fregatte von Frankreich gekauft. Indem
Ägypten diese Flugzeuge und das Schiff bei der
Eröffnungszeremonie des neuen Kanals einsetzte, dankte es
Frankreich ein weiteres Mal.“ (09.08.2015) +++
http://www.taraf.com.tr/yazarlar/yeni-kanal-eski-oyun/

+++ Republikaner haben Trump verdient

Handelsblatt – Deutschland. Nachdem der republikanische
Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sich vergangene Woche in
einer Fernsehdebatte frauenfeindlich geäußert hatte, hat die
Partei ihn am Samstag von einer Wahlkampfveranstaltung
ausgeladen. Das wirtschaftsliberale Handelsblatt bezeichnet
Trump als den „Spitzenreiter, den die Republikaner verdienen.
Sie haben jahrelang ein zynisches Spiel mit den Ängsten des
alten, weißen Amerika getrieben, um die Opposition gegen die
Regierung von Präsident Barack Obama anzuheizen. Mit
Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien nährten sie den
Klassendünkel und schürten die Angst vor Einwanderern,
Schwarzen und Muslimen. Demagogie wurde zur bevorzugten
Mobilisierungsmethode. Trump war und ist dabei nur ein
Mitläufer. … Seine Drohung, als unabhängiger Kandidat
anzutreten, sollte er sich nicht gut behandelt fühlen, dürfte
den Albtraum der Partei wahr werden lassen: den Wahlsieg von
Hillary Clinton.“ (10.08.2015) +++
http://www.handelsblatt.de

REFLEXIONEN

+++ Spanische Transición verliert ihren Glanz, bedauert Javier
Moreno Luzón

El País – Spanien. In der aktuellen politischen Krise verliert
in Spanien sogar die „Transición“, der Übergang von der
Diktatur zur Demokratie, an Strahlkraft und ist nicht mehr
identitätsstiftendes Epos für die ganze Nation, analysiert
der Historiker Javier Moreno Luzón in der linksliberalen
Tageszeitung El País: „Eigentlich haben die Spanier ein
großes Epos, das in den vergangenen 40 Jahren entstanden ist
und zweifelsohne von überragender Bedeutung ist: die Schaffung
und Konsolidierung der Demokratie in den Jahren 1975 bis 1982
nach Überwindung der Franco-Diktatur. … Der 6. Dezember, der
Tag der Verfassung von 1978, wurde zwar nie zum höchsten
Feiertag, weil viele argumentierten, dass das Vaterland eine
viel ältere Geschichte hätte. Aber die ‚Transición‘ war
jahrzehntelang unsere Französische Revolution, der Spiegel, in
den wir gerne schauten, das Bild, mit dem wir uns international
rühmten. Doch mit der Krise der Legitimität des politischen
Systems zerbröckelt zusehends auch die Einigkeit, was diesen
historischen Kontext betrifft. Die ‚Transición‘ ist auf dem
Weg, sich von einem einheitsstiftenden Element in ein trauriges
Fähnlein zu verwandeln, das nur noch von der Generation
geschwenkt wird, die sie selbst erlebte.“ (10.08.2015) +++
http://elpais.com/elpais/2015/08/06/opinion/1438881168_567279.html

KULTUR

+++ Musikkultur braucht auch lärmende Festivals

Trouw – Niederlande. In Amsterdam klagen immer mehr Bürger
über Lärmbelästigung durch die vielen Musikfestivals. Gerade
die Festivalgeneration der späten 1960er Jahre sollte mehr
Verständnis haben, mault die christlich-soziale Tageszeitung
Trouw: „Natürlich haben die Kritiker Recht, wenn sie darauf
hinweisen, dass in den letzten Jahren sehr viele
Sommerveranstaltungen organisiert wurden, die mit Lärm und mit
Menschenmassen einhergehen. Allein in Amsterdam werden es in
diesem Jahr nahezu 300 sein. Vor allem die Dance-Festivals mit
ihren dröhnenden Bässen sind eine Quelle der Irritation. Doch
solange die verantwortlichen Kommunen darauf achten, dass der
Lautstärkeregler zur vereinbarten Zeit abgedreht wird, muss
man damit doch leben können. … Echte Belästigung muss man
angehen, aber Bürger müssen sich auch anpassen und sollten
nicht so schnell klagen. Festivals brauchen Platz, damit die
Musikkultur blühen kann. Das sollte vor allem die
Woodstock-Generation verstehen.“ (10.08.2015) +++
http://www.trouw.nl

GESELLSCHAFT

+++ Schmiergeld-Urteil vertreibt Rumäniens Ärzte

Ziare – Rumänien. Laut eines Urteils des Obersten Gerichtshofs
in Rumänien dürfen Klinikärzte seit dem 5. August keine
Geldspenden von Patienten mehr annehmen. Spenden dieser Art
werden nun als Schmiergeld eingestuft und können mit
Haftstrafen belegt werden. Das Urteil wird zur
Massenauswanderung rumänischer Ärzte führen, fürchtet das
Onlineportal Ziare: „Es ist kein Geheimnis, dass die Mediziner
in Rumänen zu den am schlechtesten bezahlten in der EU
gehören. Ein Arzt im Praktikum muss mit weniger als 1.000 Lei
[220 Euro] im Monat auskommen. Ein langjähriger Oberarzt
erhält nicht einmal 4.000 Lei [900 Euro] monatlich. … Die
illegalen Zuwendungen der Patienten kompensieren irgendwie das
unzureichende Gehalt des Arztes. … Und glauben Sie nicht,
dass es viele Ärzte gibt, die damit glücklich sind, dass ein
Briefumschlag mit Geld in die Tasche ihres Arztkittels wandert.
… Und was passiert jetzt? Es werden noch mehr Ärzte das Land
verlassen. Die Zurückgebliebenen werden noch unzufriedener
werden – und das alles auf Kosten der Patienten.“ (09.08.2015)
+++
http://www.ziare.com/social/spital/tara-care-va-ramane-fara-medici-1376872

+++ Schweden unterschätzt Internet-Hetze

Dagens Nyheter – Schweden. In Göteborg ist am Samstag ein
Brandanschlag auf ein Roma-Lager verübt worden, bei dem
mehrere Menschen verletzt wurden. Den sich häufenden Angriffen
gegen Roma geht Hetze im Internet voraus, konstatiert die
liberale Tageszeitung Dagens Nyheter und fordert eine Reaktion
der Behörden: „Wenn ein Mensch die Humanität mit Füßen
tritt, entstehen dabei immer auch Konsequenzen für andere.
Besonders, wenn eine unterprivilegierte Gruppe das Ziel von
Verleumdungen wird, ist es wichtig, die Worte vorsichtig zu
wählen. Die Hetze im Internet und den sozialen Medien scheint
besonders hemmungslos. Anstand kann nicht per Gesetz verordnet
werden, aber Polizei und Staatsanwaltschaft müssen wachsam
sein, wenn die Grenze zur Volksverhetzung oder Anstiftung zu
einem Brandanschlag überschritten wird. … Was die
Lynchjustiz angeht, dürfen wir nicht naiv sein.“ (09.08.2015)
+++
http://www.dn.se/ledare/huvudledare/avskyvarda-valdsdad/

+++ Kroaten nehmen großherzig Flüchtlinge auf

24 Sata – Kroatien. Während sich die großen EU-Länder über
die Verteilung von Flüchtlingen streiten, nimmt Kroatien mehr
Flüchtlinge auf als es müsste, betont die konservative
Boulevardzeitung 24 Sata: “ Alles begann vor zwei Jahren, als
die EU die italienische Mission ‚Mare Nostrum‘ zur proaktiven
Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer beendete. Manche
Mitgliedstaaten wollten sich nicht an der Finanzierung des
Projekts beteiligen. … Doch während sich der Westen gegen
die Aufnahme von Flüchtlingen sträubt, hat Kroatien mehr
Flüchtlinge aufgenommen als von der EU vorgeschrieben. Wegen
unserer jüngeren Geschichte besitzen wir wohl noch ausreichend
Mitgefühl und Menschlichkeit, um Menschen in einer Notlage zu
helfen, so gut es geht. Vielleicht sollte die Regierung die
Quote freiwillig erhöhen, da wir den Platz und die
Bereitschaft haben, um noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen.
Manche Dörfer sind so gut wie ausgestorben und für jeden
Flüchtling bekommen wir Geld von der EU. Man braucht nur guten
Willen.“ (10.08.2015) +++
http://www.24sata.hr

MEDIEN

+++ Nur Hass für Bulgariens trauernden Präsidenten

24 Chasa – Bulgarien. Der Sohn von Bulgariens Präsident Rossen
Plewneliew ist am Samstag überraschend an einem seltenen
Herzleiden gestorben. Der Tod des 14-Jährigen löste in den
sozialen Netzwerken eine Welle schadenfroher Kommentare aus.
Die Tageszeitung 24 Chasa ist fassungslos: „So sehr man
Politiker wie den Präsidenten auch hassen mag – was hat sein
unschuldiges Kind damit zu tun? … Was gestern [am Samstag] in
den sozialen Netzwerken vor sich ging, ist erschütternd und
niederträchtig – und doch passiert so etwas jeden Tag. Jeden
Tag wird irgendjemand beschimpft und verflucht. … Das ist ein
alltägliches Vergnügen für einen Teil unseres Volks, das nach
45 Jahren Kommunismus und 25 Jahren Postkommunismus seine
Richtung im Leben und seine moralischen Grundfesten verloren
und sich dem Hass hingegeben hat. Das ist die Wirklichkeit, in
der wir in Bulgarien leben. Wir leben in einem Land ohne
Gesellschaft, ohne Moral, ohne Glauben, ohne Mitleid und ohne
Zukunft.“ (09.08.2015) +++
http://www.24chasa.bg/Article.asp?ArticleId=4915033

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