Papst geißelt Umweltzerstörung

Papst Franziskus hat in seiner am Donnerstag veröffentlichten
Enzyklika Umweltzerstörung und Klimawandel angeprangert.
Niemals hat ein päpstliches Rundschreiben Umweltfragen solchen
Raum gewidmet, loben Kommentatoren. Sie würdigen zudem, dass
das Kirchenoberhaupt den Konsumrausch der reichen
Gesellschaften kritisiert und auf deren ökologische Schuld
verweist.

+++ Enzyklika behandelt mehr als nur Umweltschutz

Večernji List – Kroatien. Die Enzyklika Laudato Si von Papst
Franziskus beschäftigt sich nicht nur mit Naturschutz, sondern
spricht auch gesellschaftliche Probleme an, lobt die
konservative Tageszeitung Večernji List: „Der menschliche
Egoismus führt zur Verarmung der Schöpfung und zur
Vernachlässigung der nächsten Generationen. Der Papst ruft
zur nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung auf und rügt,
dass die Bürger ‚den Preis der Bankenrettung bezahlt haben‘.
Der Markt generiert konsumorientierte Mechanismen, doch die
dürften nicht zum Vorbild der Menschheit werden. Und was
bedeutet eigentlich heutzutage das Gebot ‚du sollst nicht
töten‘? Es bedeutet, dass 20 Prozent der Weltbevölkerung
nicht so viel Ressourcen verbrauchen sollten, dass dies zum
Raub am Rest der Menschheit und den nachfolgenden Generationen
wird. … Es gibt keine zwei getrennten Krisen der Umwelt und
der Gesellschaft, sondern nur eine komplexe, sozialökologische
Krise. Diese Botschaft Franziskus‘ verändert die Welt oder
versucht es zumindest.“ (19.06.2015) +++
http://www.vecernji.hr

+++ Konkrete Vorschläge zum Umweltschutz

Sme – Slowakei. Auf das Risiko des Klimawandels haben schon die
beiden Vorgänger von Papst Franziskus aufmerksam gemacht,
erinnert die liberale Tageszeitung Sme, lobt die Enzyklika
jedoch trotzdem als einzigartig: „Niemals in der Geschichte
päpstlicher Dokumente ist dem Umweltschutz solcher Raum
gewidmet worden. Neu ist auch die Kritik an der fehlerhaften
Machtbalance [der herrschenden Politik], die
wirtschaftlich-technokratische Lösungen in den Mittelpunkt
stellt und das sozial-solidarische und ökologische Bewusstsein
ignoriert. Der Papst äußert sich bei all dem nicht allgemein
moralisierend, er wird im Gegenteil sehr konkret. Das Kapitel
über den Klimawandel etwa ist detailliert und befindet sich in
Übereinstimmung mit aktuellen wissenschaftlichen Forschungen.
Franziskus ergänzt dies noch um einen philosophischen und
theologischen Aspekt. … Bleibt die Frage, ob die Worte des
Papstes auf fruchtbaren Boden fallen werden. Im Unterschied zu
Politikern hat der Papst nicht die Macht, seine Ideen
durchzusetzen. Es sind am Ende nur Worte. Aber: ‚Im Anfang war
das Wort.'“ (19.06.2015) +++
http://www.sme.sk/

+++ Lehrschreiben gegen die Gleichgültigkeit

Kurier – Österreich. Mit seiner Öko-Enzyklika zeigt Papst
Franziskus, dass ihm auch globale Umweltfragen am Herzen
liegen, meint die liberale Tageszeitung Kurier: „[Franziskus]
fordert in einer Enzyklika die Menschheit zum Umdenken im
Umgang mit der Umwelt auf. Konkret ist von Verschmutzung,
Wasserknappheit und Tierquälerei die Rede. Und von der vom
Menschen verursachten Klimaerwärmung (die gerade von
konservativen Religiösen gerne geleugnet wird, mit dem
Argument, der Mensch könne das Klima gar nicht verändern).
Und der Papst griff zu einem interessanten Bild: Könnte jemand
von außen die Welt betrachten, würde er sich ziemlich wundern.
Das sollte man sich ja öfter fragen: Was würde ein
Außerirdischer, der hier Urlaub macht, über uns denken?
Vielleicht ist Papst Franziskus ja auch nur ein ‚Naiver‘.
Vielleicht ist ihm aber auch nur, im Unterschied zu anderen,
noch nicht alles wurscht.“ (19.06.2015) +++
http://kurier.at/meinung/kolumnen/ohrwaschl/ziemlich-wundern/136.967.892

+++ Papst appelliert nicht nur an Katholiken

Público – Portugal. Papst Franziskus ruft in seiner
Umwelt-Enzyklika die Industrienationen zu einer „ökologischen
Umkehr“ auf und schreibt damit Geschichte, kommentiert die
liberale Tageszeitung Público: „Zu einer Zeit, in der weltweit
mehrere Sitzungen und Beratungen unter der Schirmherrschaft der
UN zum Thema Klimapolitik anstehen, ist diese Intervention des
Papstes von besonderer Bedeutung. … Nicht nur wegen der
Reichweite des Appels, der an alle adressiert ist: an
Katholiken und Nicht-Katholiken. … Die Enzyklika Laudato Si,
die bereits viel Applaus bekommen und Kritik geerntet hat,
präsentiert – deutlich Franziskus‘ Stempel tragend – einen
entschlossenen Vatikan, der neue Richtungen einschlägt.“
(18.06.2015) +++
http://www.publico.pt/mundo/noticia/o-papa-e-o-valor-da-nossa-casa-comum-1699432

POLITIK

+++ Nur Gläubiger Schuld an Griechenlands Misere

L’Humanité – Frankreich. Die Euro-Finanzminister haben sich am
Donnerstagabend nicht auf einen Kompromiss mit Athen im
Schuldenstreit geeinigt. Ein Treffen der Staats- und
Regierungschefs der Eurozone am Montag soll nun eine Lösung
bringen. Die Gläubiger haben Griechenland in diese Lage
gebracht, wettert die kommunistische Tageszeitung L’Humanité:
„Der IWF, die Europäische Zentralbank und die Eurogruppe haben
die Defizite vermehrt, die Wirtschaft ausgetrocknet und ein Volk
zugrunde gerichtet. Heute tanzen sie ein Ballett der
Missklänge, in dem der eine das Festhalten an allen Schulden,
der andere die Senkung der Renten und ein Dritter
Privatisierungen fordert. Und letztlich harmonieren die
Standpunkte sogar, denn alle lehnen einen Kompromiss mit
Griechenland ab. … Europa kann im Fall einer
Zahlungsunfähigkeit des Landes nur verlieren. Betroffen wäre
keinesfalls nur der Eurokurs, sondern auch die Fähigkeit,
gemeinsam in Demokratie und Würde zu leben.“ (19.06.2015) +++
http://www.humanite.fr/un-oeuf-pour-un-boeuf-577340

+++ Tsipras und Varoufakis wollen gar keinen Deal

Tages-Anzeiger – Schweiz. Erneute Verhandlungen der
Euro-Finanzminister im Schuldenstreit mit Griechenland sind am
Donnerstag in Luxemburg ohne Ergebnis geblieben. Für den
linksliberalen Tages-Anzeiger sieht es so aus, als ob Athen gar
keine Einigung erreichen will: „Kompromiss scheint für die
linksradikale Syriza und ihre rechtsextremen Koalitionspartner
ein Fremdwort zu sein. Die Geldgeber sind den Griechen in den
letzten Wochen weit entgegengekommen. Doch wollen Varoufakis
und sein Premierminister Alexis Tsipras überhaupt einen Deal?
Rhetorik und Auftritt der Griechen deuten darauf hin, dass
zumindest einige in Athen längst den Ausgang aus Euroland
suchen. Für diese Kreise geht es nur noch darum, wer am Ende
den Schwarzen Peter für das Fiasko behält. Ideologen wollen
stets als moralische Sieger untergehen.“ (19.06.2015) +++
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/Schlafwandler-am-Abgrund/story/22615614

+++ Europaskeptiker gefährden Dänemarks Ruf

Politiken – Dänemark. Die rechte und EU-skeptische Dänische
Volkspartei (DF) ist bei der dänischen Parlamentswahl am
Donnerstag mit 18 zusätzlichen Mandaten überraschend
zweitstärkste Partei hinter den Sozialdemokraten geworden. Die
linksliberale Tageszeitung Politiken fürchtet um Dänemarks
Ruf: „Für das internationale Ansehen Dänemarks und seine
Glaubwürdigkeit ist das Wahlergebnis das denkbar schlechteste.
Was das Verhältnis zur EU betrifft, haben [die liberale Partei]
Venstre und die Konservativen gegenüber der DF bereits
kapituliert. … Entscheidend wird sein, dass der bürgerliche
Block bei den Themen Umwelt, Klima und Energie eine breite
Zusammenarbeit sucht. Denn nur so bleibt der Respekt gegenüber
Dänemark erhalten. Und nur so lassen sich die Errungenschaften
bewahren, die man in diesen Bereichen schon erreicht hat, und
die eine Voraussetzung für künftigen Wohlstand sind. Hoffen
wir, dass Venstre dafür sorgt, dass die Fortschritte der
vergangenen Jahrzehnte jetzt nicht verloren gehen.“
(19.06.2015) +++
http://politiken.dk/debat/ledere/ECE2722793/danskerne-har-valgt-et-farligt-eksperiment/

+++ Dobrindts Maut muss auch für Deutsche gelten

Hospodářské noviny – Tschechien. Der deutsche
Verkehrsminister Alexander Dobrindt hat am Donnerstag
angekündigt, den Start der PKW-Maut in Deutschland vorerst zu
verschieben. Die EU-Kommission hatte zuvor ein
Vertragsverletzungsverfahren eröffnet, weil die Maut ihrer
Meinung nach gegen EU-Recht verstößt. Die wirtschaftsliberale
Hospodářské noviny kann sich Schadenfreude nicht verkneifen:
„Die Konstruktion der deutschen Maut war von Beginn an
unannehmbar. Die Maut gilt zwar für alle, aber den Deutschen
sollte sie über die Kfz-Steuer zurückgezahlt werden. Damit
würden nur die Ausländer zur Kasse gebeten. Eigentlich kann
niemand den Deutschen den Einfall einer Millionen-Einnahme für
die unterfinanzierte Infrastruktur vorwerfen. Alle
Nachbarländer, inklusive Tschechien, erheben eine Maut. Aber
die gilt für Autos, nicht für die Nationalität der Fahrer.
… Jetzt erleben die Deutschen einen großen Reinfall, der das
Image des Landes erheblich beschädigt. … Aber das Desaster
bietet auch die Gelegenheit, sich eine neue normale und einfach
konstruierte Maut für alle auszudenken – für Einheimische wie
für Ausländer.“ (19.06.2015) +++
http://hn.ihned.cz/

+++ Schwere Nato-Waffen sollen Osteuropa beruhigen

Delfi – Litauen. Die Pläne der Nato, schwere Waffen in mehreren
osteuropäischen Ländern zu stationieren, ist eine sinnvolle
Antwort auf die ewigen Provokationen Russlands, lobt der
Politologe Kęstutis Girnius auf dem Onlineportal Delfi: „Diese
Entscheidung ist nicht nur eine Reaktion auf die militärische
Intervention Russlands in der Ukraine, sondern auch auf
aggressive Manöver seiner Kampfjets sowie auf die offene
Demonstration seiner militärischen Macht. Mit der
Stationierung der Waffen will man die Solidarität der Nato
beweisen und die Bewohner im Baltikum und anderen Ländern
beruhigen. Die präventive Stationierung von Waffen bedeutet,
dass im Fall einer Krise den schnellen Eingreiftruppen der Nato
in der Gefahrenzone sofort die geeigneten Waffen zur Verfügung
stehen. … Zwar würde diese Tatsache Russland nicht von einem
Angriff abhalten. Allerdings hat auch während des Kalten Kriegs
keiner gedacht, dass einige tausend US-Soldaten in Berlin
imstande sind, einen Angriff durch ein Land des Warschauer
Pakts abzuwehren.“ (19.06.2015) +++
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-06/penatgon-osteuropa-baltikum-waffen-nyt

WIRTSCHAFT

+++ Camerons Zuwanderungslimit bremst Aufschwung

The Economist – Großbritannien. Britische Firmen dürfen in
diesem Monat keine weiteren hochqualifizierten Fachkräfte aus
Nicht-EU-Staaten einstellen, weil erstmals eine von der
Regierung 2011 eingeführte Obergrenze bei der Visa-Vergabe
erreicht worden ist. Die Beschränkung ist kontraproduktiv,
kritisiert die wirtschaftsliberale Wochenzeitung The Economist:
„Diese Aktion zielt auf genau die Zuwanderer, die
Großbritannien keinesfalls fernhalten sollte. … Camerons
selbstzerstörerische Obergrenze wird das Wirtschaftswachstum
behindern, die Zuwanderungskritiker aber in keiner Weise
beschwichtigen. Die 20.700 Fachkräfte aus Ländern außerhalb
Europas machen gerade so drei Prozent des jährlichen Zustroms
an Einwanderern in Großbritannien aus. Ihre Zahl zu
verkleinern, wird an der Gesamtstatistik kaum etwas ändern.
Schließlich wird die Obergrenze auch keine Arbeitsplätze für
Briten freimachen, weil viele Firmen, die potenziell
hochqualifizierte Ausländer einstellen würden,
Großbritannien schlicht den Rücken kehren werden.“
(18.06.2015) +++
http://www.economist.com/news/leaders/21654613-firms-need-skilled-workersand-prime-minister-needs-stop-making-panicky-promises-how

+++ Gazproms neues Nord-Stream-Projekt nur Show

Rzeczpospolita – Polen. Der russische Konzern Gazprom hat am
Donnerstag mit mehreren westlichen Energiekonzernen eine
Absichtserklärung für den Bau von zwei neuen Stränge der
Ostsee-Pipeline Nord Stream unterschrieben. Die konservative
Tageszeitung Rzeczpospolita hält dieses Projekt für
unrealistisch: „Es ist offensichtlich, dass das Unternehmen
irgendetwas unterschreiben musste, um den politischen
Entscheidungsträgern im Kreml zu gefallen. … Und die
westlichen Konzerne mussten etwas unterzeichnen, was ihre
russischen Geschäfte am Laufen hält und ihnen weiter die
Gunst Moskaus sichert, ohne allerdings die EU-Sanktionen zu
unterlaufen. Deshalb haben beide nur ein Protokoll frommer
Wünsche und guter Absichten unterschrieben, die ja
bekanntermaßen oft nichts bringen. Niemand hat sich
verpflichtet, und alle sind zufrieden. Die Realität ist aber,
dass Gazprom gar kein Geld für den Bau hat. Und Europa braucht
nicht mehr, sondern weniger Gas.“ (19.06.2015) +++
http://www4.rp.pl/artykul/1209565-Gazowe-gry-pokazowe.html

GESELLSCHAFT

+++ Europa selbst schuld an Flüchtlingsdrama

Il Sole 24 Ore – Italien. 60 Millionen Menschen, so viele wie
noch nie, sind weltweit auf der Flucht. Das berichtet das
UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in seinem aktuellen
Jahresbericht. Die meisten Menschen fliehen vor dem
Bürgerkrieg in Syrien. Angesichts dieser Zahlen ärgert sich
die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore über Europa:
„Es liefert sich eine jämmerliche Schlacht an der
italienisch-französischen Grenze. Der Streit über die
Verteilung der syrischen Flüchtlinge sagt alles über die
europäische Kurzsichtigkeit: Zwei Millionen sind in der
Türkei, eine Million in Libyen, eine Million in Jordanien.
Hoffen wir etwa, dass sie dort bleiben? Entweder stoppen wir
die Kriege vor unserer Haustür und versuchen wir, eine neue
internationale Ordnung zu schaffen, oder wir müssen mit
weiteren Millionen von Flüchtlingen rechnen. … Europa und
der Westen müssen bereit sein, eine Lösung [im
Syrien-Konflikt] zu finden. Denn unsere Nachbarn sind am Ende
und haben noch mehr Angst als wir.“ (19.06.2015) +++
http://www.ilsole24ore.com/

+++ Freispruch für Skandalarzt verhöhnt Opfer

De Telegraaf – Niederlande. Der niederländische Arzt Ernst
Jansen ist am Donnerstag im Berufungsverfahren vom Vorwurf der
schweren Misshandlung überraschend freigesprochen worden. In
erster Instanz war der Neurologe wegen Dutzender Fehldiagnosen
zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Das ist ein Schlag ins
Gesicht der Opfer, klagt die rechte Tageszeitung De Telegraaf:
„Jahrelang haben die Opfer um Gerechtigkeit gekämpft und nun
wird der Ex-Neurologe von den wichtigsten Anklagen
freigesprochen. … Das Gericht findet, dass man ihm höchstens
Fahrlässigkeit beim Stellen der falschen Diagnosen vorwerfen
kann. Dieses Delikt ist jedoch verjährt. … Der Skandal um
Jansen gilt als der bisher größte medizinische Strafprozess.
Dass Richter in einer so folgenschweren Affäre zu derart weit
auseinander liegenden Urteilen kommen, führt zu Verzweiflung.
Das allein ist schon ein Grund, den hohen Rat [das höchste
Gericht] anzurufen.“ (19.06.2015) +++
http://www.telegraaf.nl

MEDIEN

+++ Medien-Schikane ist Türken völlig egal

Evrensel – Türkei. Am Dienstag hat die türkische Polizei vier
Journalisten am türkisch-syrischen Grenzübergang Akçakale
vorübergehend festgenommen. Diese hatten zuvor dem Gouverneur
der Provinz Şanlıurfa kritische Fragen zu den
IS-Terrormilizen auf der anderen Seite der Grenze gestellt.
Kein Wunder, dass in der Türkei staatliche Übergriffe auf die
Presse an der Tagesordnung sind, meint die linke Tageszeitung
Evrensel: „Das Volk hat das Interesse an den Nachrichten
verloren. … Wenn die in diesem Land lebenden Menschen für
demokratische Rechte und die Informationsfreiheit kämpfen,
dann wird sich der Staat dem anpassen. Doch solange das Volk
sich nicht für Nachrichten und die, die nachfragen, einsetzt,
nicht die Rechte der Journalisten verteidigt und von
Staatsvertretern keine wahrheitsgemäßen Informationen
fordert, wird der Teufelskreis fortbestehen.“ (19.06.2015) +++
http://www.evrensel.net/yazi/74292/gazeteciyi-susturmak

+++ Rumänien vernachlässigt die Printmedien

Blog Adevărul – Rumänien. Die rumänische Regierung hat vorige
Woche beschlossen, Fördergelder in Höhe von 15 Millionen Euro
für audiovisuelle Medien bereitzustellen, die informative und
kulturelle Programme produzieren wollen. Wie gewohnt wird nur
das Fernsehen unterstützt, kritisiert der Chefredakteur der
Wochenzeitung Dilema Veche, Mircea Vasilescu, auf dem Blog der
liberal-konservativen Tageszeitung Adevărul: „Mit einem Teil
der 15 Millionen Euro könnte man Abos von Kulturzeitschriften
für öffentliche Bibliotheken oder Schulen bezahlen. Aber
würden wir damit Bildung und Kultur fördern? In Rumänien
keineswegs, da ist das Fernsehen König. … Fernzusehen reicht
[nach Meinung der Regierung] vollkommen aus. Schließlich werden
die Printmedien sowieso verschwinden. In ein paar Jahren werden
wir das erste Land in Europa ohne gedruckte Presse sein, und
können dann jubeln, Teil der ‚digitalen Ära‘ zu sein.“
(18.06.2015) +++
http://adevarul.ro/cultura/arte/dragostea-cultura-naste-ordonante-1_5581b368cfbe376e35630b32/index.html

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