Blatter denkt nicht an Rücktritt

Trotz der Ermittlungen wegen Korruption gegen
Fifa-Spitzenfunktionäre will sich Präsident Joseph Blatter am
heutigen Freitag in Zürich zur Wiederwahl stellen. Für einen
Rücktritt Blatters gibt es auch keinen Grund, finden einige
Kommentatoren, schließlich hat er sich nichts zuschulden
kommen lassen. Andere glauben, dass nur die Sponsoren in der
Lage sind, den scheinbar unantastbaren Weltfußballverband zu
verändern.

+++ Blatter ist ein ehrenwerter Mann

Frankfurter Allgemeine Zeitung – Deutschland. Gegner und
Kritiker von Blatter versuchen seit Jahren, ihn anzuschwärzen,
aber die Vorwürfe erweisen sich als haltlos, meint der
Chefredakteur der Schweizer Wochenzeitung Die Weltwoche in
einem Gastbeitrag für die konservative Frankfurter Allgemeine
Zeitung und fordert mehr Anerkennung für den Fifa-Chef: „Im
Getöse der Intrigen geht unter, dass Blatters Fifa die wohl
mächtigste Entwicklungshilfeagentur der Welt geworden ist,
eine NGO der obersten Hubraumklasse. All die Gutmenschen und
Empörten, die jetzt gegen den Schweizer auf die Barrikaden
steigen, sollten ihm danken. Seit Blatters Amtsübernahme
zahlte die Fifa insgesamt über zwei Milliarden Dollar weltweit
für sportlich-soziale Entwicklungsmaßnahmen, unter anderem in
Afrika. … Die Europäer möchten den Weltfußball dominieren.
Die chauvinistischen Engländer sind enttäuscht, dass sie die
Weltmeisterschaft nicht bekommen haben. Der für seine Kritiker
störend erfolgreiche Schweizer bewegt sich auf einem Minenfeld
unterschiedlichster Machtinteressen. Deshalb wird er zur
Zielscheibe krimineller Unterstellungen.“ (29.05.2015) +++
http://www.faz.net

+++ Fifa undurchschaubar wie der Vatikan

Lidové noviny – Tschechien. Große Werbekunden der Fifa haben
sich wenig erfreut über die Korruptionsermittlungen gegen den
Weltfußballverband geäußert, schreibt die konservative
Lidové noviny, die darin ein hoffnungsvolles Zeichen sieht, da
die Fifa so unantastbar wie die Katholische Kirche wirkt: „Die
Welt der Fifa-Spitze erinnert an den Vatikan. Ihr mediales Bild
ist von Abgeschlossenheit und Geheimniskrämerei geprägt. …
Auch in der Welt der Fifa gilt das Dogma der Unfehlbarkeit. …
Auch in der Fifa gibt es keine Opposition, aber am Ende eine
demokratische Wahl der Führung. … In ihrer 111-jährigen
Geschichte standen lediglich acht Männer an der Fifa-Spitze.
In derselben Zeit lösten zehn Päpste einander ab. Der
Weltfußballverband ist damit noch fester zementiert als die
Behörde für den Stellvertreter Christi auf Erden. Dagegen ist
kein Kraut gewachsen. … Aber die großen Sponsoren der Fifa
können etwas ausrichten. Visa hat bereits mit seiner Abkehr
gedroht.“ (29.05.2015) +++
http://www.lidovky.cz

+++ Boykott-Drohungen sind überzogen

The Guardian – Großbritannien. Trotz der schweren Vorwürfe
gegen die Fifa wäre es zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, einen
Boykott der nächsten Weltmeisterschaft oder einen Ausstieg der
Uefa aus der Fifa anzukündigen, mahnt die linksliberale
Tageszeitung The Guardian: „Der frühere englische
Nationalspieler Gary Lineker hat gefragt, ob wir nicht einfach
nur ’neu starten‘ müssen. Andere haben Vertreter der
nationalen Verbände zu einem Boykott der Fußball-WM
aufgerufen und die Uefa aufgefordert, aus der Fifa
auszusteigen. … Derartige Boykott-Aufrufe sind als
Schnellschuss-Reaktion ungeeignet. Warum gleich an die
äußerste Grenze gehen? Boykotte von Sportveranstaltungen
sollten zu den Protestoptionen gehören, aber jetzt ist nicht
der richtige Zeitpunkt, damit zu drohen. Ebenso wichtig ist, ob
eigentlich irgendjemand die Spieler, Funktionäre und
Fußballvereine, die von einem Boykott betroffen wären, nach
deren Meinung gefragt hat.“ (28.05.2015) +++
http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/may/28/fifa-corruption-blatter-resign

+++ Neuer Verband als Alternative denkbar

Trouw – Niederlande. Die Uefa hat bei einer Wiederwahl von Sepp
Blatter mit dem Austritt aus der Fifa gedroht. Ein neuer
konkurrierender Verband hätte eine Chance, analysiert die
christlich-soziale Tageszeitung Trouw: „Die Idee wurde früher
als zu europäisch und daher nicht ernstzunehmend vom Tisch
gefegt. Die Loyalität der Fußballländer in Lateinamerika und
Afrika gegenüber Blatter sei zu groß, so dass diese bei einem
konkurrierenden Verband ihre ohnehin enge Bindung zur Fifa und
Blatter nur noch verstärken würden. Doch das Eingreifen des
FBI und die Reaktion der Uefa lassen eine Alternative zur Fifa
inzwischen weniger theoretisch erscheinen. Die
Überlebenschancen einer solchen Alternative scheinen klein zu
sein, aber immer noch größer als die Chance, dass die Fifa
jemals frei von Korruption sein wird. Zu lange gehören
Bestechung und Vetternwirtschaft zur Kultur der Fifa.“
(29.05.2015) +++
http://www.trouw.nl

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Debatten verfolgen: Türkei wählt neues Parlament
Bei der türkischen Wahl am 7. Juni muss die regierende AKP
wohl erstmals seit 13 Jahren mit Verlusten rechnen. Die
kurdennahe linke Partei HDP hofft, die Zehn-Prozent-Hürde zu
überwinden. Wird Erdoğans Partei für ihren zunehmend
autoritären Stil bestraft?
http://www.eurotopics.net/de/home/debatten/links-201505-tuerkeiwahl/

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POLITIK

+++ Auch Bulgarien muss Flüchtlinge umsiedeln dürfen

Duma – Bulgarien. Die von Brüssel vorgeschlagene Quotenregelung
zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU bezieht sich auf
40.000 Flüchtlinge in Griechenland und Italien. Doch was ist
mit Bulgarien, fragt die linke Tageszeitung Duma: „Der Zustrom
von Flüchtlingen nach Bulgarien, das auch an der
EU-Außengrenze liegt, ist nicht zu unterschätzen. Wieso
werden diese Immigranten nicht in Europa verteilt? Wir erinnern
die EU-Kommission daran, dass im Jahr 2014 die Anzahl der
Asylanträge in Bulgarien den EU-Durchschnitt um das doppelte
überstieg. Wir brauchen einen ständigen Mechanismus für die
Flüchtlinge und nicht bloß Notfallmaßnahmen, wenn es zu
Krisensituationen kommt. Das Dubliner Übereinkommen, das dazu
führt, dass die meisten Flüchtlinge in wenigen Ländern an
den EU-Außengrenzen bleiben, muss dringend überarbeitet
werden. Denn wie es aussieht, wird der Zustrom von Menschen,
die vor Krieg und Armut fliehen, nicht schon morgen
abreißen.“ (29.05.2015) +++
http://www.duma.bg/node/101592

+++ Zyperns Problem ist nicht die Besatzung

Politis – Zypern. Der scheidende US-Botschafter in Zypern, John
M. Koenig, hat die Fortschritte in den Verhandlungen zur
Überwindung der Teilung der Insel am Dienstag begrüßt. Er
sagte weiter, das Zypern-Problem bestehe im Kern nicht in der
türkischen Besatzung des Nordens. Auch für die liberale
Tageszeitung Politis gehen Nikosia längst die Argumente gegen
die türkische Zypern-Politik aus: „Wichtig ist es, folgende
Frage zu beantworten: Wie viele glauben noch, dass das
Zypern-Problem primär ein Problem der Besatzung und Invasion
ist? … Egal wie sehr uns die Aussage des amerikanischen
Botschafters stört, Tatsache ist, dass er eine Wahrheit
ausgedrückt hat, die keiner verleugnen kann: Außer dem, was
in ein paar verstaubten UN-Resolutionen steht, gibt es wenige,
die Zypern so wahrnehmen. Nach dem Nein der Zypern-Griechen zu
einer Wiedervereinigung 2004 sind es noch weniger. … Es ist
kein Zufall, dass wir in den letzten Jahre weder vor den UN
noch anderswo entsprechende Resolutionen fordern.“ (28.05.2015)
+++
http://pdf.politis-news.com/pdf/pdf?-A=334432,pdfview.html&-V=pdfedition

+++ EU-Zwangsjacke überzeugt Franzosen nicht

Le Figaro – Frankreich. Vor zehn Jahren haben 55 Prozent der
französischen Wähler die EU-Verfassung abgelehnt, inzwischen
würden sogar 62 Prozent von ihnen so entscheiden. Dies geht
aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des
IFOP-Instituts hervor. Die widersprüchlichen Einstellungen der
Franzosen zu Europa sind symptomatisch für eine EU, die auf
Zwang setzt, erläutert die konservative Tageszeitung Le
Figaro: „Die meisten Europäer lieben den europäischen
Gedanken, nicht aber das Europa, das sie täglich sehen. So
möchten auch die Franzosen weder aus der EU aussteigen, noch
den Euro aufgeben und sind sogar für eine gemeinsame Armee.
Gleichzeitig halten sie die Einheitswährung für ein Handicap
in der Krise, wollen mehr wirtschaftliche Unabhängigkeit für
die Einzelstaaten und würden nicht zögern, Griechenland aus
der Eurozone auszuschließen. … Die von Lähmung bedrohte
EU mit ihren 28 Mitgliedern setzt auf eine Gemeinschaft des
Zwangs. Ein anderes Europa kann auf der Zustimmung der Völker
aufgebaut werden.“ (29.05.2015) +++
http://www.lefigaro.fr

+++ Von Angst der EU profitiert Bosnien-Herzegowina

Neue Zürcher Zeitung – Schweiz. Am 1. Juni tritt das
Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) zwischen der
EU und Bosnien-Herzegowina in Kraft. Doch nicht dem bosnischen
Reformwillen ist dieser Schritt geschuldet, sondern der
Nervosität der EU angesichts des wachsenden Einflusses der
Türkei und Russlands, meint die liberal-konservative Neue
Zürcher Zeitung: „Jahrelang lautete das Mantra aus Brüssel,
dass ein SAA zwingend eine Reform der Verfassung voraussetze.
Geändert hat sich seither nichts. … Um den eigenen
‚Hinterhof‘ nicht fremden Mächten zu überlassen, muss die EU
den Glauben an eine Beitrittsperspektive ab und zu mit etwas
Frischluft versorgen. Ob dies mit dem reichlich hilflos
wirkenden Abrücken von bisherigen Kernmaximen gelingen kann,
bleibt offen. Große Hoffnungen wegen deklaratorischer
Reformversprechen bosnischer Politiker sollte man sich
jedenfalls nicht machen. Letztere haben wiederholt bewiesen,
dass sie persönliche Pfründe weit höher gewichten als einen
funktionsfähigen Staat.“ (29.05.2015) +++
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/unverdienter-erfolg-fuer-bosnien-1.18551109

WIRTSCHAFT

+++ Belgischer Separatismus-Streit schadet Export

De Standaard – Belgien. Das belgische Verfassungsgericht hat am
Donnerstag eine Klage der Region Flandern zurückgewiesen und
das Recht der zentralen Regierung bestätigt, den belgischen
Außenhandel zu koordinieren. Das schafft Klarheit für
Unternehmen, lobt die liberale Tageszeitung De Standaard: „Wir
sind in der Zwickmühle. Die saubere Lösung, die totale
Teilung des Landes in zwei oder mehr autonome Staaten, will
zurzeit keiner. … Aber für unseren Export, der zu drei
Vierteln eine flämische Angelegenheit ist, ist eine effiziente
Handelspolitik entscheidend. Wenn die flämische Unabhängigkeit
am Horizont locken würde, wäre eine Strategie der
Konfrontation vielleicht noch verständlich. Aber unter den
derzeitigen Umständen ist ein aussichtsloser politischer
Stellungskrieg für exportorientierte Unternehmen keine
attraktive Perspektive.“ (29.05.2015) +++
http://www.standaard.be/

+++ Öffentlicher Sektor frisst Privatwirtschaft

Jyllands-Posten – Dänemark. Der dänische Wahlkampf vor den
Wahlen am 18. Juni dreht sich unter anderem darum, ob private
oder öffentliche Akteure Aufgaben der Wohlfahrt übernehmen
sollen. Vor einem aufgeblasenen öffentlichen Sektor warnt die
liberal-konservative Tageszeitung Jyllands-Posten: „Ein hohes
Wirtschaftswachstum zum Ende dieses Jahrzehnts kann zu einem
eklatanten Mangel von qualifizierten Arbeitskräften führen.
Das ist ein weiteres gutes Argument, um den
Arbeitskräftebedarf des öffentlichen Sektors zu reduzieren
und gleichzeitig junge Menschen zu bewegen, Ausbildungen in der
Privatwirtschaft anzustreben. Leider hat sich der Wahlkampf
nicht um die Frage gedreht, was man der privaten Wirtschaft
Gutes tun kann, vor allem im Exportbereich. … Es sollte doch
so sein, dass diejenigen, die ein privates Geschäft aufbauen
und viele neue Arbeitsplätze schaffen, eher einen Orden
verdienen, als diejenigen, die sich an einen staatlichen
Schreibtisch festklammern.“ (29.05.2015) +++
http://jyllands-posten.dk/debat/leder/ECE7743953/%C3%98konomisk-valg/

KULTUR

+++ ESC darf Buhrufe nicht zensieren

Dagens Nyheter – Schweden. Beim Eurovision Song Contest (ESC) am
Samstag in Wien haben die Veranstalter Buhrufe des Publikums vor
allem gegen den russischen Beitrag weggefiltert und mit Jubel
übertüncht. Zu solchen Methoden darf das schwedische
Fernsehen im kommenden Jahr nicht greifen, mahnt die liberale
Tageszeitung Dagens Nyheter: „Vielleicht kann man den ESC des
kommenden Jahres als eine Gelegenheit betrachten, die zivile
und kulturelle Verteidigung zu üben. Das schwedische Fernsehen
muss natürlich gegen die Geräuschmanipulation der European
Broadcast Union protestieren. Zwar geht es um ein Schauspiel
und damit nicht zu allererst um die Wahrheit. Dennoch sollte
das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Schweden an seinen
Prinzipien festhalten, damit eine gewisse Transparenz gewahrt
bleibt und die Zuschauer nicht aktiv in die Irre geführt
werden. Der Rest sollte dann dem Publikum überlassen werden.“
(29.05.2015) +++
http://www.dn.se/ledare/signerat/carl-johan-von-seth-eurovision-blir-ett-slagfalt/

GESELLSCHAFT

+++ Homo-Ehe ist keine Gotteslästerung

Corriere della Sera – Italien. Die Zustimmung der Iren zur
Homo-Ehe wurde vom Vatikan verurteilt. Doch bauen westliche
Demokratien glücklicherweise auf dem Prinzip des Laizismus‘
auf, argumentiert der Verfassungsrechtler Michele Ainis in der
liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera für die
Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Italien:
„Was bedeutet Ehe? Für den Staat ist es ein Vertrag, für die
Kirche ein Sakrament. Von hier rührt der Konflikt zwischen
zivilen und religiösen Instanzen über die Homo-Ehe in Folge
des Referendums in Irland. … Homosexuelle beleidigen weder
Gott noch den Staat, sie verlangen nur das gleiche Recht, das
heterosexuelle Paare genießen. Daran mag sich jemand stören.
Genau hier setzt die Rechtsprechung ein: Gesetze dienen der
Abwehr verletzender Verhaltensweisen. Doch muss es sich um eine
objektive Beeinträchtigung handeln, die unseren Freiraum
beschneidet. Dies ist nicht der Fall. Das wird auch Italien
einsehen müssen.“ (29.05.2015) +++
http://www.corriere.it/

+++ Nur zivile Hochzeit schützt türkische Frauen

Hürriyet – Türkei. Das türkische Verfassungsgericht hat am
Donnerstag entschieden, dass eine Trauung durch einen Imam ohne
eine vorherige standesamtliche Hochzeit nicht mehr strafbar ist.
Kolumnist Taha Akyol von der konservativen Tageszeitung
Hürriyet kritisiert das Urteil: „Von einem liberalen
Standpunkt aus gesehen, können alle verheiratet oder
unverheiratet leben. Wer will, kann also auch ohne eine zivile
Eheschließung eine Imam-Trauung vornehmen lassen. … Der
andere Blickwinkel ist der gesellschaftliche und der betrifft
den Schutz der Frauen. Es ist eine Tatsache, dass in unseren
unterentwickelten Gegenden die Mädchen durch die Imam-Trauung
ihren Ehemännern ‚gegeben‘ werden. Bei solchen
Eheschließungen steht die Frau unter keinerlei gesetzlichem
Schutz. … Da man wusste, dass es eine Straftat ist, eine
Imam-Trauung ohne zivile Trauung vorzunehmen und es die
Möglichkeit zur Anzeige gab, konnte dies zumindest ein
bisschen abschreckend wirken. Dies ist mit dem Urteil nicht
mehr gegeben.“ (29.05.2015) +++
http://www.hurriyet.com.tr/

+++ Großmoschee in Budapest ist gefährliches Projekt

Magyar Nemzet – Ungarn. Die Regierung von Viktor Orbán scheint
sich zunehmend einer Ostöffnung des Landes zu verschreiben und
pflegt mit gegenseitigen Besuchen und Solidaritätsbekundungen
die Beziehungen zu Ländern wie Russland und der Türkei. Nun
will die Regierung eine Großmoschee in Budapest errichten. Die
konservative Tageszeitung Magyar Nemzet kritisiert diese Pläne:
„Heute eine Großmoschee, morgen zehn andere. Geben wir uns
keinen Illusionen hin, wenn wir erst damit anfangen, wird es
kein Halten mehr geben. Es reicht, wenn wir unseren Blick auf
den ‚entwickelten Westen‘ richten. Die Deutschen sind für ihre
wirtschaftlichen Leistungen sehr zu achten, doch was sie an
dieser Front getan haben, ist erschreckend. Und es steht zu
befürchten, dass sie das erst zu einem Zeitpunkt realisieren
werden, zu dem Deutschland kein deutsches Land mehr sein wird.
… Integration bedeutet nicht, dass ich im Zeichen einer
verqueren Gastfreundlichkeit und Toleranz den Ankömmlingen
meine Heimat überlasse und mich ihren Gewohnheiten und ihrer
Religion unterordne.“ (28.05.2015) +++
http://mno.hu/velemeny/kinyissuk-a-szelencet-1288182

SPORT

+++ Für Ukrainer ist Fußball Freiheitssymbol

Newsweek Polska – Polen. Die ukrainische Fußball-Elf Dnipro
Dniepropietrowsk hat am Mittwoch das Euroleague-Finale gegen
den FC Sevilla verloren. Das liberale Nachrichtenmagazin
Newsweek Polska zieht Parallelen zu den polnischen Fans in der
kommunistischen Zeit: „Der Großteil [der ukrainischen Fans]
hat gelbe und hellblaue Farben getragen – wie zuvor auf dem
Maidan oder jetzt auf proukrainischen Kundgebungen gegen den
Krieg. Woher kennen wir das? Aus dem Jahr 1982. Damals
schwenkten die polnischen Fans während der WM in Spanien die
Fahnen mit der Aufschrift ‚Solidarność‘, als sie Boniek,
Smolarek und Buncol in ihren genialen Partien gegen Peru,
Belgien und die UdSSR unterstützten. Dabei waren diese
Schlachtenbummler aus dem kommunistischen Polen geflüchtet.
Die Mitarbeiter des Staatsfernsehens haben diese Szenen aus der
Zusammenfassung geschnitten. Die Zensur reichte damals sogar bis
in den Fußball. Die sportlichen Erfolge machten unserem Volk
Mut, das unter den Folgen des Kriegsrechtes zu leiden hatte.“
(29.05.2015) +++
http://opinie.newsweek.pl/liga-europy-ukraina-sevilla-stadion-narodowy-wyniki-meczu,artykuly,363957,1.html

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