Zwei Jahre Papst Franziskus

Für seinen bescheidenen Lebensstil und seine Kritik am Zustand
der katholischen Kirche hat Papst Franziskus seit Amtsantritt
vor zwei Jahren viel Anerkennung erhalten. In ihrer Bilanz
loben einige Journalisten seinen Mut, gegen verkrustete
Machtstrukturen im Vatikan anzugehen. Andere fürchten, dass
sich seine Reformvorhaben als Strohfeuer erweisen und die
Kirche den Kontakt zu den Gläubigen weiter verliert.

+++ Seine Bescheidenheit ist revolutionär

La Vanguardia – Spanien. Gerade seine schlichte und lebensnahe
Art macht aus Papst Franziskus einen revolutionären Erneuerer
der katholischen Kirche, jubelt die konservative Tageszeitung
La Vanguardia: „Vom ersten Moment an wollte er eine Botschaft
der Bescheidenheit aussenden: Er verzichtete auf sein Gemach im
Vatikan, um nach Santa Marta zu gehen. Statt eines offiziellen
Dienstautos benutzte er einen gebrauchten Fiat. Und er lehnte
sogar die eigens in Rom angefertigten Schuhe ab, um seine
abgetretenen Schuhe aus Buenos Aires weiter aufzutragen. Manche
werden das als Bruch werten, andere als Eigenart. Tatsache ist,
dass der Papst in Rom seit zwei Jahren wie eine sehr moderne
und zeitgemäße Persönlichkeit wahrgenommen wird, weit ab vom
gewöhnlichen höfischen Stil und stattdessen in direktem
Kontakt mit den Menschen. Alles ist so schlicht und einfach,
dass es revolutionär wirkt.“ (13.03.2015) +++
http://www.lavanguardia.es

+++ Päpstlichen Worten müssen Taten folgen

Neue Zürcher Zeitung – Schweiz. Die Kirche bleibt Antworten auf
die Lebensrealität ihrer Anhänger weiterhin schuldig, klagt
die Neue Zürcher Zeitung und fordert von Franziskus die
Einleitung überfälliger Reformen: „Wenn er sich äußert,
scheint der Pontifex, der nun zwei Jahre im Amt ist, jedenfalls
nicht immer zuerst die Goldwaage und den päpstlichen
Haustheologen im Sinn zu haben. Solche Aussagen, von den Medien
dankbar aufgenommen, verdecken freilich manchmal auch den Blick
auf wichtige Projekte, die Franziskus nun entscheidend
vorantreiben muss. Der deutsche Kardinal Walter Kaspar, den der
Papst offensichtlich sehr schätzt, sagte jüngst dazu,
Franziskus wolle nicht Positionen besetzen, sondern Prozesse
einleiten. … Die Antwort der Kirche auf ihre konkrete heutige
Lebenswirklichkeit vermissen viele Katholiken immer noch
schmerzlich. Franziskus muss zeigen, dass er es ernst meint,
wenn er von Barmherzigkeit als ‚der stärksten Botschaft des
Herrn‘ spricht. Der charismatische Jesuit sollte seinen Worten
… Taten folgen lassen.“ (13.03.2015) +++
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/der-papst-muss-endlich-handeln-1.18501093

+++ Wenn Franziskus scheitert, scheitert die Kirche

La Repubblica – Italien. Der Widerstand der Kurie gegen
Franziskus‘ Reformen könnte das Ende der katholischen Kirche
bedeuten, warnt der Theologe Vito Mancuso in der linksliberalen
Tageszeitung La Repubblica: „Niemand weiß, wie dieser Kampf,
der vor zwei Jahren begonnen hat, enden wird. Doch ist gewiss,
dass die Kardinäle und Kirchenmänner, die sich gegen
Franziskus stellen, Ausdruck dessen sind, was das Papsttum [mit
seiner absoluten Macht] über Jahrhunderte war. … Was aber
geschieht, wenn Franziskus scheitert? Ich glaube, es wäre ein
schrecklicher Schlag für den Katholizismus, denn die enormen
Hoffnungen, die dieser Papst geweckt hat, würden in nicht
minder große Enttäuschung umschlagen. Die Glaubwürdigkeit
der Kirche würde einen schweren Schlag erleiden, der
verheerend wenn nicht gar vernichtend wäre. Das Scheitern des
Papstes würde das Ende der Kirche als Institution bedeuten.
Ich weiß nicht, ob die zahlreichen Kardinäle, Bischöfe und
Kirchenmänner, die sich gegen ihn stellen, das wollen. Doch
sollten sie sich darüber im Klaren sein.“ (13.03.2015) +++
http://www.repubblica.it

+++ Reform-Papst droht das Schicksal Gorbatschows

Slate – Frankreich. Papst Franziskus könnte das gleiche
Schicksal wie dem sowjetischen Ex-Präsidenten Michail
Gorbatschow drohen, fürchtet das Onlinemagazin Slate: „Nach
zwei Jahren Amtszeit ist Papst Franziskus innerhalb seiner
Kirche nicht unumstritten. Dies deutet auf das
‚Gorbatschow-Syndrom‘ hin. Der Sowjetführer der Achtzigerjahre
war im Westen beliebter als in seinem eigenen Land und in den
kommunistischen Blockstaaten. … Der argentinische Papst ist
nun von der gleichen Bedrohung betroffen wie damals Michail
Gorbatschow. Besteht aufgrund der Tatsache, dass er langsame
Prozesse radikalen Reformen vorzieht, nicht auch das Risiko,
dass sich die eingeschlagenen Veränderungen in der Kirche als
umkehrbar und schließlich als Strohfeuer erweisen? Wird dieses
kolossale Pontifikat nur ein Zwischenspiel bleiben? Werden wir
nach Franziskus zur absolutistischen Monarchie von früher, zu
einem absolutistischen, sakralen, autoritären Papsttum
zurückkehren?“ (12.03.2015) +++
http://www.slate.fr/story/98841/pape-francois-gorbatchev

POLITIK

+++ Die Welt lässt Syrien im Stich

Süddeutsche Zeitung – Deutschland. 21 internationale
Hilfsorganisationen haben den Vereinten Nationen in einem am
Donnerstag veröffentlichten Bericht völliges Versagen in den
Reaktionen auf den syrischen Bürgerkrieg vorgeworfen. Keine
der drei Resolutionen des Sicherheitsrats habe etwas bewirkt,
der Finanzierung von humanitärer Hilfe durch die UN-Mitglieder
reiche nicht aus. Die Welt hat Syrien im Stich gelassen,
konstatiert auch die linksliberale Süddeutsche Zeitung: „Eine
politische Lösung des Konflikts ist nirgends erkennbar; die
gemäßigten Gruppen der Opposition werden zerrieben zwischen
Regierung und Dschihadisten. Assad setzt darauf, dass er
letztlich für die Welt das geringere Übel ist – und man
darüber hinwegsieht, dass an seinen Händen das Blut
Zehntausender Syrer klebt. Russland hat ihm lange genug im
Sicherheitsrat den Rücken freigehalten. … Zumindest müssten
endlich die nötigen Mittel bereitgestellt werden, um den Syrern
zu helfen, die man erreichen kann. Das sollte die Verantwortung
aller Beteiligten sein – egal auf welcher Seite sie in den
Kriegswirren in Syrien stehen.“ (13.03.2015) +++
http://www.sueddeutsche.de

+++ Ankara ist stiller Verbündeter des IS

Phileleftheros – Zypern. Ein Geheimdienstmitarbeiter aus einem
Land der internationalen Allianz gegen den Islamischen Staat
hat nach Angaben der Türkei drei britische Mädchen über die
Grenze nach Syrien geschleust, damit sie sich dort der
Terrormiliz anschließen. Die liberale Tageszeitung
Phileleftheros kritisiert, dass Ankara potentiellen
Dschihadisten die Ausreise zu leicht macht: „Nachdem westliche
Staaten sie dazu gedrängt haben, hat die Türkei strengere
Kontrollen an den Grenzen eingeführt. Dennoch ist es immer
noch sehr einfach, ungestört die türkischen Grenze zu
überqueren. … Ankara behauptet, man tue alles, was möglich
sei, um den Kampf gegen den Islamischen Staat zu unterstützen.
Doch das sind nur Worte. Ankaras Taten zeigen, dass die
Regierung zu einem stillen Verbündeten des Ιslamischen Staats
geworden ist. Aus Furcht, dass die Kurden gewinnen könnten,
unterstützt die Türkei lieber die Dschihadisten.“
(12.03.2015) +++
http://www.philenews.com/el-gr/arthra-apo-f-x-tourki/111/246442/kryfi-ypostirixi-stous-tzichantistes

+++ Griechenland entfernt sich mental von Europa

Sme – Slowakei. Griechenlands Justizminister Nikos
Paraskevopoulos erwägt, deutsche Liegenschaften pfänden und
zwangsversteigern zu lassen. Den Erlös sollen Hinterbliebene
griechischer Nazi-Opfer erhalten. Die liberale Sme bezweifelt,
dass sich Griechenland noch Europa zugehörig fühlt:
„Griechenland, das sich zurecht als die Wiege der europäischen
Zivilisation betrachtet, entfernt sich zunehmend vom modernen
Europa. Nur so sind die jüngsten Äußerungen Athener
Regierungsvertreter zu verstehen. Drohungen, Dschihadisten nach
Europa einsickern zu lassen oder deutsches Eigentum auf
griechischem Territorium zu konfiszieren, sind realitätsfern,
zeigen aber, wie ein Teil der griechischen Führung tickt. …
Dabei wissen die griechischen Politiker, dass die Hilfe aus
Europa, selbst wenn sie an harte Bedingungen geknüpft ist, die
beste Option ist. Russland verfügt nicht über die gleichen
Möglichkeiten wie Europa, den Griechen zu helfen. Schon gar
nicht zum jetzigen Zeitpunkt. … Athen kann entscheiden, ob es
weiterhin zu Europa gehören will.“ (13.03.2015) +++
http://www.sme.sk/

+++ Schweden wollen nicht als Araberfreunde gelten

Der Standard – Österreich. Die schwedische Regierung hat
Saudi-Arabien die militärische Zusammenarbeit aufgekündigt,
nachdem die Saudis eine Rede von Außenministerin Margot
Wallström bei einem Treffen der Arabischen Liga am Montag
verboten hatten. Diese hatte das Land zuvor wegen
Menschenrechtsverletzungen angegriffen. Die linksliberale
Tageszeitung Der Standard analysiert die Gründe für das
Zerwürfnis: „Was den Zwist zwischen Riad, das dabei von der
Arabischen Liga unterstützt wird, und Stockholm jedoch so
besonders macht, ist, dass die schwedische Regierung ja
eigentlich in der arabischen Welt Heldenstatus hat: Sie hat als
Einzige in der EU [in Westeuropa] Palästina anerkannt. Damals,
im Oktober, wurde Israels Botschafter nach Hause geholt und
später auch ein Besuch Margot Wallströms in Israel abgesagt.
Es kann schon sein, dass Wallström, die vor der Arabischen
Liga reden sollte, auch deshalb besonders heftig mit Riad ins
Gericht ging, um nicht als araberfreundlich zu gelten.“
(13.03.2015) +++
http://derstandard.at/2000012854658/Saudisch-schwedischer-Streit-Ein-Exempel-statuieren

+++ Renzis Reformeifer ist Vorbild für Frankreich

Les Echos – Frankreich. Italiens Premier Matteo Renzi ist seit
etwas über einem Jahr im Amt und hat bereits beachtliche
Reformen umgesetzt, staunt die liberale Wirtschaftszeitung Les
Echos: „Es ist ihm gelungen, den Senat davon zu überzeugen,
dass er zu einer Versammlung von 100 Mitgliedern ohne Vetorecht
gegen Gesetzesbeschlüsse werden muss. Somit hat er eine Art
Ein-Kammer-System eingeführt, das als effizienter gilt. Bei
der Abschaffung der 110 Provinzen, die sich mit den 20 Regionen
überlagerten, hat er davon profitiert, dass die Verteidiger des
Status quo aufgrund ihrer Unbeliebtheit schließlich in die
Bredouille geraten sind. Die drastischsten Maßnahmen wurden
jedoch in Plenarsälen abgesegnet, die die Opposition,
Deserteuren gleich, verlassen hatte [nachdem klar war, dass sie
die Gesetze nicht mehr verhindern kann]. Fügen wir außer
dieser bedeutungsvollen Flucht nun noch hinzu, dass sich der
Populismus von Grillo [dem Vorsitzenden der Partei Movimento 5
Stelle] an diesem Reformwillen aufgerieben hat. Von solchen
Reformen können wir Franzosen nur träumen.“ (13.03.2015) +++
http://www.lesechos.fr/idees-debats/editos-analyses/0204177907285-on-demande-un-acrobate-1101671.php

WIRTSCHAFT

+++ Erdoğan trägt Schuld an schwacher Lira

Agos – Türkei. Die türkische Lira ist in dieser Woche erneut
auf ein historisches Tief gegenüber dem Dollar gefallen.
Zugleich setzt Präsident Recep Tayyip Erdoğan die türkische
Zentralbank seit Wochen unter Druck, die Zinsen zu senken und
beschuldigt sie, von ausländischen Mächten geleitet zu
werden. Das lenkt nur von den eigentlichen Problemen ab, betont
die Wochenzeitung der armenischen Minderheit Agos: „Vielleicht
kann man noch nicht von einer Krise reden, aber es deutet sich
an, dass das Wachstumsmodell der AKP-Regierung nicht richtig
funktioniert. … Außerdem steigt der Wert des Dollar
weltweit. Für die Türkei bedeutet das harte Zeiten. … Und
jetzt bringt die Regierung den Anstieg des Dollar mit einer
ausländischen Zinslobby in Verbindung, ja mit undefinierten
äußeren Kräften. Die Türkei ist ein sehr günstiges Land
für solche Theorien. Denn was immer man auch angerichtet hat,
die Verantwortung wird dem Ausland zugeschoben.“ (13.03.2015)
+++
http://www.agos.com.tr/‎

+++ Britische Firmen stellen lieber Ausländer ein

The Guardian – Großbritannien. Britische Arbeitgeber sollten
das Recht haben, Arbeitsplätze bevorzugt an britische
Staatsbürger zu vergeben – das hat der Chef der
Unabhängigkeitspartei Ukip, Nigel Farage, in einem
TV-Interview gefordert, das am Donnerstag publik wurde. Da
könnte er eine böse Überraschung erleben, meint die
linksliberale Tageszeitung The Guardian: „Sollten Arbeitgeber
das Recht erhalten, auf Grundlage der Nationalität zu
diskriminieren, könnte sich die peinliche Situation ergeben,
dass wir feststellen müssen, dass einige das bereits tun.
Bloß ist die Nationalität, die sie bevorzugen, nicht die
britische. … Am gleichen Tag, an dem Farages Kommentare die
Runde machten, wurde bekannt, dass ein kommunaler Betrieb in
Carmarthenshire unlängst Mitarbeiter für die Müllabfuhr
suchte und dabei angab, dass Polnisch-Kenntnisse von Vorteil
wären. … Bekommen Polen diese und ähnliche Jobs im ganzen
Land, weil Arbeitgeber sich von ihrer politischen Korrektheit
derart lähmen lassen, dass sie keine Briten einstellen? Oder
sind junge, oft kinderlose Gastarbeiter fähiger und williger,
harte, wenig bezahlte Arbeit anzunehmen?“ (12.03.2015) +++
http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/mar/12/nigel-farage-bosses-prefer-polish-british-jobs

+++ Milliardärin zettelt Finanzkrieg in Portugal an

Diário Económico – Portugal. Die Milliardärin und Tochter des
angolanischen Präsidenten, Isabel dos Santos, hat sich
vergangene Woche mit ihrem Unternehmen Santoro Holding gegen
eine Übernahmeofferte der katalanischen Caixabank für
Portugals viertgrößtes Geldinstitut BPI gewehrt. Santos‘
Unternehmen ist mit 18,6 Prozent zweitgrößte Anteilseignerin
von BPI. In diesem Konflikt können eigentlich nur alle
verlieren, warnt die wirtschaftsliberale Tageszeitung Diário
Económico: „Der Referenzaktionär Caixabank, der bereits 44,1
Prozent der BPI-Anteile hält (aber nur 20 Prozent des
Stimmrechts besitzt), will die BPI kaufen. Das Unternehmen von
Isabel dos Santos verhinderte die Übernahmeofferte und schlug
vor, BPI solle mit Portugals zweitgrößter Bank Millennium BCP
fusionieren. … Das Problem ist, dass Caixa, ohne Isabel dos
Santos, die BPI nicht kaufen kann – und dos Santos, ohne Caixa,
die Fusion der beiden Banken BCP und BPI nicht gelingen wird.
… Falls dieser Interessenkonflikt zu einem internen
Finanzkrieg ausartet, werden alle verlieren.“ (10.03.2015) +++
http://economico.sapo.pt/noticias/o-cheiro-a-polvora-dentro-do-bpi_213621.html

+++ Wirtschafts-Lokomotive Kopenhagen nur Mythos

Jyllands-Posten – Dänemark. Kopenhagens Oberbürgermeister
Frank Jensen hat in einem Interview mit der britischen
Tageszeitung Guardian Anfang März betont, wie wichtig
Wirtschaftswachstum in seiner Stadt für ganz Dänemark ist.
Seine oft wiederholte Behauptung, 100 neue Jobs in der
Hauptstadt trügen zur Schaffung von 20 Arbeitsstellen in der
Provinz bei, trifft bei der liberal-konservativen Tageszeitung
Jyllands-Posten allerdings auf Skepsis: „Im besten Fall ist das
ein Mythos, im schlimmsten Fall eine Lüge. Die gesamte
Diskussion über Provinz-Dänemark einerseits und Kopenhagen
als Lokomotive für den Rest des Landes andererseits, fußt auf
Modellberechnungen, die nicht hinreichend mit Fakten
unterfüttert sind. … In einer für ein kleines Land so
wichtigen Debatte braucht man aber Zahlen, die genaue
Bewertungen ermöglichen. … Niemand bestreitet, dass
Kopenhagen Einfluss auf den Rest des Landes hat. Dieser
Einfluss kann sich aber ebenso gut als nicht existent
herausstellen.“ (13.03.2015) +++
http://jyllands-posten.dk/debat/leder/ECE7541922/Myten-om-vækst/

GESELLSCHAFT

+++ Auch Lettland steht Wehrpflicht-Debatte ins Haus

Neatkarīgā – Lettland. Litauen wird wohl in Kürze die
Wehrpflicht wieder einführen, die dort 2008 abgeschafft wurde.
Im Nachbarland Lettland, in dem es seit 2006 keine Wehrpflicht
mehr gibt, gibt es bislang keine entsprechenden Pläne. Dies
bedauert die nationalkonservative Tageszeitung Neatkarīgā:
„Wir brauchen die Wehrpflicht gewiss nicht, damit aus
Muttersöhnchen endlich richtige Männer werden. Wir haben auch
nicht deshalb eine Armee, damit wir die jungen Leute einsammeln
können, nachdem sie Schule und Elternhaus verlassen haben. Die
Armee trägt dazu bei, dass Lettland vernünftige Männer hat.
Mit der Wehrpflicht aus der Sowjetzeit hat das wenig zu tun.
… Jetzt müssen wir abwarten, bis die Politiker ihre
Argumente gegen die Wehrpflicht dargelegt haben. Doch es ist
gut möglich, dass sie für den Kriegsfall schlecht vorbereitet
sind.“ (12.03.2015) +++
http://nra.lv/viedokli/viktors-avotins/136243-armija-bez-aizmugures.htm

+++ Kroatische Justiz macht Politik

Večernji List – Kroatien. Milan Bandić, wegen
Korruptionsverdacht angeklagter Bürgermeister Zagrebs, ist
seit Dienstag wieder in Untersuchungshaft, weil er gegen
Kautionsauflagen verstoßen haben soll. Das riecht nach
politischer Manipulation, wie sie typisch ist für kroatische
Gerichte, kritisiert die konservative Tageszeitung Večernji
List: „Die Politik mischt sich immer dann in das Justizwesen
ein, wenn sie sich stark und mächtig fühlt. Die Justiz
hingegen bestimmt die politische Szene, wenn diese schwach,
verletzlich und bestechlich ist. Genau das scheint heute der
Fall zu sein. … So ist das schon seit kommunistischen Zeiten.
Der Großteil der heutigen Staatsanwälte und Richter stammt
noch aus einer Zeit, in der als höchste Errungenschaft
juristischen Gedankenguts die Worte des Herrschers auf
Lebenszeit [Josip Broz Titi] galten: ‚Ich erkenne nur das
Gericht meiner Partei an.‘ Oder auch: ‚Man muss sich nicht an
Gesetze klammern wie ein Betrunkener an den Laternenmast.'“
(13.03.2015) +++
http://www.vecernji.hr

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