Charlie Hebdo macht weiter

3/politikere-sk Eine Woche nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo erscheint die
neue Ausgabe des Satiremagazins am heutigen Mittwoch mit einer
Rekordauflage von weltweit drei Millionen Exemplaren. Einige
Kommentatoren loben die Redaktion, weil sie die Freiheit
verteidigt und gleichzeitig ein Zeichen der Versöhnung sendet.
Andere finden, dass die Journalisten erneut den nötigen Respekt
vermissen lassen.

+++ Eine würdige Versöhnungsbotschaft

Svenska Dagbladet – Schweden. Die neue Ausgabe von Charlie Hebdo
zeigt auf dem Titelbild einen weinenden Propheten, der ein „Je
suis Charlie“-Schild trägt. „Tout est pardonné“ – Alles ist
vergeben – lautet die Überschrift. Die liberal-konservative
Tageszeitung Svenska Dagbladet bescheinigt der Redaktion
Fingerspitzengefühl: „Dies ist eine Titelseite, der es auf
hervorragende Weise gelingt, eine verzeihende
Versöhnungsbotschaft zu vereinen mit Bestimmtheit und
Rückgrat. Die Zeitung weicht keinen Deut ab von ihrem
eindeutigen Recht, wen oder was auch immer abzubilden und zu
karikieren. Gleichzeitig setzt man ein Zeichen gegen die
Terroristen. Man weigert sich, zu ihrem polarisierenden Krieg
beizutragen. … Und man betont, dass es keinesfalls so sicher
ist, dass sich der Prophet Mohammed über die Taten freut, die
Terroristen in seinem Namen begehen. Ein eleganter Balanceakt,
der die Sache genau trifft.“ (14.01.2015) +++
http://www.svd.se/opinion/ledarsidan/vardigt-mod-i-charlie-hebdo_4250227.svd

+++ Der wahre Islam ist brüderlich

Libération – Frankreich. Lob für das Cover erhält Charlie
Hebdo auch von der linksliberalen Tageszeitung Libération, in
deren Räumen die Ausgabe entstanden ist: „Die Titelseite von
Charlie zeugt von politischer Intelligenz. Viele haben eine
Provokation erwartet, andere Zurückhaltung befürchtet. Nichts
von alledem. Der Prophet Mohammed wird dargestellt, aber in
einer positiven Rolle, mit einem Hauch von Zärtlichkeit.
Mohammed sagt ‚Ich bin Charlie‘. Das heißt nichts anderes, als
dass der wahre Islam brüderlich und auf Gleichheit ausgerichtet
ist. Er ist vom kriegerischen Erbe des Korans gereinigt, über
das heutzutage nicht Religionsgelehrte, sondern unwissende
Mörder verfügen. Die wahre Karikatur des Propheten sind die
Islamisten selbst. Der wahre Islam jedoch ist der, den die
Masse der Gläubigen in Frankreich lebt. Er hat seinen Platz in
der Republik.“ (14.01.2015) +++
http://www.liberation.fr

+++ Es lebe Charlie!

Le Soir – Belgien. In ihrer Mittwochsausgabe druckt auch die
liberale Zeitung Le Soir die Titelseite und einige andere
Karikaturen aus dem aktuellen Charlie Hebdo ab. Denn der
Journalismus lebt weiter, findet das Blatt: „Heute ist der
berühmte Charlie zurück an seinem Platz: nicht in den
Nachrichten, sondern am Kiosk, in Büchereien, in den
Briefkästen seiner Abonnenten. Die Überlebenden des Magazins,
die von der Redaktion der Tageszeitung Libération aufgenommen
(und beschützt) wurden, haben sich zusammengetan, um ihre
Zeitung wieder herauszubringen. Denn was uns nicht tötet,
macht uns stärker. Das Nichterscheinen des Titels wäre für
die Opfer wie ein zweiter Tod gewesen, ungleich schmerzvoller
noch in ihren Augen, den Augen von Kämpfern und freien
Menschen. Die Frage ist nicht, ob wir mit dem französischen
Satiremagazin in jeder Hinsicht einverstanden sind. … Es geht
darum, ein Prinzip zu verteidigen. Wir reihen uns damit ein in
all die, die ausrufen: Charlie ist nicht tot, das Leben geht
weiter wie bisher.“ (14.01.2015) +++
http://www.lesoir.be/757215/article/debats/editos/2015-01-14/charlie-hebdo-enfin-chez-lui-en-librairie

+++ Noch immer mangelt es an Respekt

The Independent – Großbritannien. Mit der Gestaltung ihrer
neuen Ausgabe lassen die Macher von Charlie Hebdo leider erneut
den Respekt vor den Gefühlen von Muslimen vermissen, klagt die
linksliberale Tageszeitung The Indepedent: „Wenn eine
Gesellschaft funktionieren soll, müssen Rechte und
Verantwortung abgewogen werden. Freiheit ist die eine Seite der
Medaille. Speziell beim Recht auf freie Meinungsäußerung ist
Respekt die andere Seite. Wir sollten nicht zwanghaft alles
tun, um einen Teil der Gesellschaft zu beleidigen und zu
verletzen, nur weil wir auf unserem unveräußerlichen Recht
bestehen, zu sagen, was wir wollen. In dieser Hinsicht ist das
Charlie-Hebdo-Cover von dieser Woche besonders verstörend für
all diejenigen von uns, die eine liberale Gesinnung haben. Wir
werden beim Schutz unserer hoch geschätzten und in den
kommenden Jahrzehnten immer stärker gefährdeten Freiheiten
erfolgreicher sein, wenn wir von diesen nun in respektvoller
Art und Weise Gebrauch machen.“ (13.01.2015) +++
http://www.independent.co.uk/voices/comment/i-am-no-more-charlie-than-george-clooney-or-helen-mirren-is-9974998.html

POLITIK

+++ Deutschland verbündet sich mit seinen Muslimen

Berliner Zeitung – Deutschland. Rund 10.000 Menschen haben am
Dienstag in Berlin an einer Mahnwache gegen islamistischen
Terror und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen
teilgenommen. Die Terroranschläge von Paris haben die deutsche
Gesellschaft zusammengeführt, statt sie zu spalten, lobt die
linksliberale Berliner Zeitung: „Zum ersten Mal sind die
Spitzen des Staates der Einladung der islamischen Gemeinschaft
in Deutschland gefolgt und haben sich demonstrativ an ihre
Seite gestellt. Zum ersten Mal aber auch hat ein Repräsentant
der Muslime, ihr Zentralratsvorsitzender Aiman Mazyek, sich so
bedingungslos zur offenen deutschen Gesellschaft bekannt. …
Man kann die Kundgebung auch als Ausdruck eines neuen,
kämpferischen, demokratischen und weltoffenen Patriotismus
verstehen, als eine Antwort auf jene, die in Dresden und
anderswo für einen Patriotismus der Ausgrenzung
demonstrieren.“ (14.01.2015) +++
http://www.berliner-zeitung.de/politik/kommentar-zur-mahnwache-patrioten-am-brandenburger-tor-,10808018,29560104.html

+++ Nicht Islamisierung droht, sondern Krieg

Reflex – Tschechien. Die Proteste gegen eine vermeintliche
Islamisierung Europas sind nach Ansicht des liberalen
Wochenblatts Reflex völlig an den Haaren herbei gezogen. Dem
Kontinent drohe weit Schlimmeres: „In Europa leben gerade mal
vier Prozent Muslime. Zu einer Islamisierung kann es schon rein
rechnerisch nicht kommen. Dem guten alten Europa droht vielmehr
ein Ende der bisherigen Ruhe. Wir werden uns gewöhnen müssen
an die ständige Anwesenheit von Armee in den Straßen, an
bewaffnete Polizisten an Checkpoints, an umfangreiche
Autokontrollen. Die Geheimdienste werden mehr Vollmachten
bekommen und in die Privatsphäre der Bürger eindringen. Und
es wird jede Woche solche Angriffe wie jetzt in Frankreich
geben. … Das wird das Klima auf dem Kontinent völlig
verändern. Auch, weil unserer eigener Extremismus wachsen
wird, die Gewalt, mit der wir auf andere Gewalt reagieren. Wir
werden dauerhaft im Krieg mit dem Dschihad leben und täglich
darin umkommen.“ (13.01.2015) +++
http://www.reflex.cz/clanek/komentare/61556/jiri-x-dolezal-evrope-nehrozi-islamizace-ale-stav-kdy-budeme-kvuli-radikalum-zit-trvale-ve-valce.html

+++ Geheimdienste und moderate Muslime stärken

Kapital – Bulgarien. Bulgarien stünde einem Terroranschlag wie
in Paris beinahe schutzlos gegenüber, meint die Wochenzeitung
Kapital und sieht dringenden Handlungsbedarf: „Auf der einen
Seite muss Bulgarien anfangen, die moderaten muslimischen
Gemeinden zu unterstützen, die radikale Ideologien ablehnen.
Es gibt immer noch keine Ausbildungsstätte für Imame. Sofia
und andere Großstädte brauchen dringend neue Moscheen, doch
schon der Gedanke daran erregt dermaßen die Gemüter, dass
dies ausgeschlossen scheint. Außerordentlich wichtig ist auf
der anderen Seite die gute Organisation der Geheimdienste und
Spezialeinheiten der Polizei, denen die Kontrolle der radikalen
Elemente im Land obliegt. Im Moment sind die Dienste geschwächt
durch die jahrelangen erfolglosen Reformen und die
Instrumentalisierung durch Politiker. Sie sind genauso schlecht
auf eventuelle Gefahren vorbereitet wie vor zweieinhalb Jahren
[beim Bombenanschlag am Flughafen Burgas].“ (09.01.2015) +++
http://www.capital.bg/politika_i_ikonomika/redakcionni_komentari/2015/01/09/2450925_kakvo_znachi_charlie_za_nas/

+++ EU-Staaten werden Datenaustausch forcieren

Adevărul – Rumänien. Nach den Terroranschlägen in Paris hat
Italiens Premier Matteo Renzi in der vergangenen Woche einen
gemeinsamen EU-Geheimdienst gefordert. Beim Thema Sicherheit
kocht jedes Land sein eigenes Süppchen, kritisiert die
Tageszeitung Adevărul: „Wegen ihres enormen nationalen
Ehrgeizes halten heute die Mitgliedsstaaten das absolute
Monopol über jede Art von Terrorismusbekämpfung. Zwar ist ein
Informationsaustausch vorgesehen, doch der Staat entscheidet,
was mit dem Verdächtigen geschieht, sobald er das jeweilige
Gebiet betritt. Einzig ausschlaggebend ist das nationale Recht,
das sich stark von Land zu Land unterscheidet. Das hat dazu
geführt, dass es heute kein europäisches Register der
Personen gibt, bei denen der Verdacht oder die Gewissheit
besteht, in Konflikten im Nahen Osten, Afrika, der Ukraine oder
Tschetschenien gekämpft zu haben – obwohl jeder Staat seine
eigene Datenbank hat. … Nach den Angriffen ist ein
Paradigmenwechsel eingetreten und Europa wird bestimmt in den
nächsten Monaten sehr schnell reagieren.“ (14.01.2015) +++
http://adevarul.ro/international/europa/europa-ora-schimbarii-fata-modifica-paradigma-joc-1_54b4db56448e03c0fd8db183/index.html

+++ 2015 kommt der Siegeszug der Linken

autograf.hr – Kroatien. 2015 finden in acht EU-Ländern
Parlamentswahlen statt. Linke Kräfte werden vor allem in den
südlichen Ländern Erfolg haben, sagt das linksliberale
Webportal autograf.hr voraus: „Die Wahlserie ist beeindruckend:
Griechenland, Großbritannien, Spanien, Polen, Dänemark,
Finnland, Portugal und Estland. Während im Norden Europas die
Tendenz besteht, dass in Krisenzeiten die Popularität
rechts-nationalistischer Parteien steigt, ist es in den
Ländern des südlichen Europas genau entgegengesetzt. In
Griechenland wird [Syriza-Chef] Tsipras immer beliebter und
ähnliches geschieht auch in Spanien. Ein Erfolg der
griechischen Syriza wird sicherlich dazu führen, dass in
Spanien Podemos die Regierung übernimmt. Dies wird wiederum
den links orientierten Bewegungen in vielen anderen EU-Ländern
Auftrieb geben, die sich nach radikalen Veränderungen sehnen.
Dies bedeutet, dass in Europa mit dem Beginn des Jahres 2015
nichts mehr so bleiben wird, wie es war.“ (14.01.2015) +++
http://www.autograf.hr/pocetak-kraja-europe/

REFLEXIONEN

+++ Antonio Elorza würdigt Napolitano als Eurokommunisten

El País – Spanien. Mit dem Rücktritt des kommunistischen
italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano endet am heutigen
Mittwoch auch eine Etappe der kommunistischen Strategie,
erinnert der Politologe Antonio Elorza in der linksliberalen
Tageszeitung El País: „Im Gegensatz zu den kommunistischen
Parteien in Spanien und Frankreich war die [Kommunistische
Partei Italiens] KPI kein bloßer Ableger der [sowjetischen]
KPdSU. … Der Eurokommunismus, also der Kommunismus mit
demokratischer Berufung, hatte deshalb in Italien einen ganz
eigenen Inhalt, der sich ebenso von der leninistischen Starre
der [französischen] KPF unterschied, wie von der Quadratur des
Kreises, die wir mit [Kommunistenchef Santiago] Carrillo [in
Spanien von 1960 bis 1982] suchten. … Jetzt, da die physische
Erschöpfung Napolitanos politisches Leben beendet, ist sein
Rücktritt gleichzeitig das Ende einer Epoche: der Versuch des
italienischen Kommunismus, die Welt mithilfe der Demokratie zu
verändern. [Der ehemalige KPI-Generalsekretär Palmiro]
Togliatti drückte dies mit einer Metapher aus: Die Giraffe,
ein sonderbares, aber wahrhaftiges Geschöpf, setzt sich durch
gegen das Einhorn, ein wunderbares, aber zum Glück nicht
existentes Wesen.“ (14.01.2015) +++
http://elpais.com/elpais/2015/01/06/opinion/1420565638_696973.html

+++ Murat Yetkin sieht Laizismus als Alternative zum radikalen
Islam

Radikal – Türkei. Gegen islamistischen Terror hilft nur eine
strikte Trennung von Staat und Religion, analysiert der
Kolumnist Murat Yetkin in der liberalen Internetzeitung
Radikal: „Sehen westliche Regierungen immer noch nicht, dass
die Antithese zum ‚radikal‘ eingestuften Islamismus nicht etwa
ein von ihnen vermuteter ‚gemäßigter‘ Islamismus ist, sondern
Laizismus, also die Trennung von Staatsangelegenheiten und
Religion? … In dieser Hinsicht hat der gestrige Aufruf des
Führers (der türkischen Oppositionspartei) CHP, Kemal
Kılıçdaroğlu, an die muslimischen Länder, ihre
Gesellschaften laizistisch zu gestalten, eine starke Logik.
Braucht es eine Reform des Verständnisses von Laizismus?
Meiner Meinung nach ja, es braucht eine Modernisierung, die es
nicht an Respekt für den Glauben fehlen lässt, niemanden
aufgrund seines Glaubens ungleich behandelt, die nicht
ausgrenzt, aber auch nicht erlaubt, dass eine Glaubensrichtung
über die anderen herrscht und dass sich der Staat sich in
Glaubensfragen einmischt. … Sonst stehen wir am Beginn zu
dem, was der elfte Präsident Abdullah Gül als die
‚mittelalterliche Finsternis des Islam‘ fürchtete.“
(14.01.2015) +++
http://www.radikal.com.tr/yazarlar/murat_yetkin/radikal_islamin_anti_tezi_ilimli_islam_degil_laikliktir-1271735#

WIRTSCHAFT

+++ Schwarze Null: Deutschland zeigt, wie’s geht

Corriere del Ticino – Schweiz. Die Bundesregierung kann bereits
2014 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, dies wurde am
Dienstag bekannt. Ursprünglich hatte Finanzminister Wolfgang
Schäuble die „schwarze Null“ erst 2015 angepeilt. Andere
Länder sollten sich ein Beispiel an Deutschland nehmen,
klatscht die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino Beifall:
„In einem europäischen und internationalen Kontext, in dem
viele Länder klamme Haushalte vorweisen, ist die Tatsache,
dass Deutschland keine neuen Schulden mehr macht, nicht zu
unterschätzen. Das Ergebnis zeigt auf der einen Seite, dass
auf Worte Taten folgen können, in dem Fall sogar vor der Zeit.
Auf der anderen Seite bestätigt es, dass die so sehr
kritisierte Haushaltsdisziplin nicht wachstumshinderlich ist,
im Gegenteil, sie ist sogar eine der Voraussetzungen für
Wachstum. … Berlin mag nicht alle seine Probleme gelöst
haben. Doch viele andere haben vielleicht noch nicht einmal
begonnen, sich wirklich mit den Problemen zu befassen.“
(14.01.2015) +++
http://www.cdt.ch/

+++ Schuldenschnitt zulasten der Steuerzahler nötig

Wiener Zeitung – Österreich. In Brüssel gibt es laut eines
Berichts der Tageszeitung Die Welt eine Debatte um einen
weiteren Schuldenschnitt für Griechenland. Warum das politisch
schwer durchzusetzen sein wird, erläutert Nikolai Haring in der
staatlichen liberalen Wiener Zeitung: „Mittlerweile liegen mehr
als drei Viertel der Schulden bei öffentlichen Geldgebern und
damit bei Europas Steuerzahlern. Auch wo Banken und große
Finanzvermögen geradestehen, wehrt man sich: Schließlich
wurde im Frühjahr 2012, als Privatgläubiger auf 107
Milliarden Euro an Forderungen verzichten mussten, versprochen,
der Schuldenschnitt sei einmalig. Die Fakten sprechen aber
dafür, dass ein weiterer folgen muss. Besser früher als
später.“ (14.01.2015) +++
http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/727945_Griechenland-braucht-einen-Schuldenschnitt.html

GESELLSCHAFT

+++ Westen interessiert sich nur für eigene Tragödien

Dennik N – Slowakei. Während der Fokus der westlichen
Berichterstattung in diesen Tagen auf Frankreich liegt, spielen
Tragödien in anderen Teilen der Welt kaum eine Rolle, beklagt
die Tageszeitung Dennik N: „Vier Tage vor dem Angriff auf die
Redaktion von Charlie Hebdo töteten Islamisten im Nordosten
Nigerias laut Amnesty International um die zweitausend
Menschen. Über Paris wissen wir alles, das Geschehen in
Nigeria konnten wir nicht online verfolgen. Das ist kein
Einzelfall. Im Sommer zeigte man uns die palästinensischen
Opfer in Gaza. Muslime, die zur gleichen Zeit um ein Vielfaches
mehr in Libyen, Syrien oder dem Irak starben, erweckten kaum
Trauer. … Die Proteste in Hongkong zogen hundert Mal
größere Aufmerksamkeit auf sich als Dutzende Uiguren, die von
der chinesischen Polizei umgebracht wurden. … Bei aller Ehre
für Karikaturisten, Zivilisten in Gaza und Opfer von
Polizeigewalt in Hongkong – der Westen interessiert sich nur
für Gewalt, wenn er selbst irgendwie betroffen ist. Ansonsten
sinkt das Interesse selbst für weit schlimmere Verbrechen
rapide.“ (14.01.2015) +++
http://

+++ Europas Politikern fehlt Religionskompetenz

Berlingske – Dänemark. Die Anschläge von Paris haben gezeigt,
dass Europas Politikern grundlegende Kenntnisse über die
Religion und vor allem über deren Bedeutung für Muslime
fehlen, schreibt die liberale Tageszeitung Berlingske: „Jetzt
werden wir eingeholt von unserem eigenen katastrophalen
Unwissen über Religion und von der fantasielosen Vermutung,
Gottesglaube sei etwas, was die Menschen nicht mehr ernst
nehmen. … Im aktuellen politischen Diskurs glaubt man, mit
Wohlstand und Gleichheit seien die meisten Probleme lösbar.
… Die Politiker, in keiner Weise gewohnt, den Menschen als
ein spirituelles Wesen wahrzunehmen, können einen Großteil
der eigentlichen Problematik der muslimischen Einwanderung nach
Europa nicht begreifen. … Was einzelne Politiker glauben, geht
niemanden etwas an. Aber langsam nähern wir uns dem Punkt, da
man fordern muss, dass sich Politiker damit befassen, was
Religion bedeutet. Ansonsten fehlt ihnen schlicht die nötige
Kompetenz.“ (14.01.2015) +++
http://gotfredsen.blogs.berlingske.dk/2015/01/1al-undervises-i-religion/

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