Skandalspiel zwischen Serbien und Albanien

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien am
Dienstagabend in Belgrad ist nach heftigen Krawallen unter
Spielern und Zuschauern abgebrochen worden. Auslöser war eine
Drohne, die mit einer großalbanischen Flagge über den Platz
geflogen war. Noch immer dominieren Hass und Misstrauen in
Ex-Jugoslawien, meinen Kommentatoren und beschuldigen Europas
Fußballverband Uefa, das Spannungspotenzial ignoriert zu
haben.

 

+++ Gegenseitiger Hass prägt ganz Ex-Jugoslawien

Jutarnji List – Kroatien. Nationaler Hass beherrscht noch immer
den Westbalkan, kommentiert die liberale Tageszeitung Jutarnji
List mit Blick auf das Skandalspiel in Belgrad: „Den Albanern
muss man in der Tat zugestehen, dass sie eine nie dagewesene
Dimension von Innovationskraft erreicht haben, wenn es darum
geht, den Fußball zu missbrauchen. Wir könnten auch darüber
erschaudern, was für einen Ausbruch von Hass die albanische
Drohne bei den serbischen Fans ausgelöst hat. Aber seien wir
ehrlich: Ebensolche Hassgefühle versuchte auch der kroatische
Nationalspieler Josip Šimunić [mit dem kroatischen
Faschistengruß] nach dem Spiel Kroatien-Island zu provozieren.
Über das alltägliche Skandieren ‚Töte den Serben‘ in
kroatischen Stadien wollen wir gar nicht erst reden. Auf dem
Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens hat keiner ein Monopol auf
nationalen Hass. Nationaler Hass und Misstrauen verbinden immer
noch alle Völker des ehemaligen Staats, wie auch die letzten
Wahlen in Bosnien-Herzegowina gezeigt haben, bei denen die
nationalistischen Parteien triumphiert haben.“ (16.10.2014) +++
http://www.jutarnji.hr

+++ Weiterer Balkankrieg ohne Gewinner

The Guardian – Großbritannien. Der Skandal um das
EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien zeigt das
typische Muster früherer Konflikte in der Region, analysiert
der bosnische Schriftsteller Andrej Nikolaidis in der
linksliberalen Tageszeitung The Guardian: „Der Zwischenfall mit
der Fahne kam zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Es bestand
ein Funke Hoffnung, dass sich die Beziehungen zwischen Serbien
und Albanien normalisieren, nachdem verlautbart worden war,
dass der albanische Regierungschef Edi Rama am 22. Oktober
Belgrad besuchen wird. Er soll dort seinen serbischen
Amtskollegen Aleksandar Vučić treffen. Es sollte der erste
Besuch eines albanischen Premiers in Belgrad seit 70 Jahren
werden. … Der ‚Fußball-Krieg‘ endete so wie jeder andere
Balkankrieg. Es war ein torloses Unentschieden. Nie gibt es
einen klaren Gewinner, aber immer mehr als nur eine historische
Wahrheit bei der Frage, wer den Krieg begonnen hat. Und am Ende
jedes Kriegs heißt es stets: Fortsetzung folgt.“ (15.10.2014)
+++
http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/oct/15/balkan-nationalism-drone-football-serbia-albania

+++ Uefa trägt Hauptschuld am Eklat

Lidové noviny – Tschechien. Die Uefa hätte verhindern müssen,
dass Serbien und Albanien überhaupt in einer Gruppe spielen,
kritisiert die konservative Tageszeitung Lidové noviny: „War
es eine politische Provokation seitens der Albaner? Wohl ja.
Ebenso, wie die Serben sich nie mit dem Verlust des Kosovo
anfreunden konnten, sind in Albanien noch immer Träume von
einem Groß-Albanien lebendig. Der eigentliche Fehler wurde
schon bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen gemacht. Wenn
die Uefa schon an die politischen Spannungen zwischen Armenien
und Aserbaidschan und zwischen Spanien und Gibraltar gedacht
hat und sie nicht in eine Gruppe loste, hätte sie das auch in
diesem Fall so machen müssen. War es also Unkenntnis der
politischen Situation auf dem Balkan? Schwer zu sagen. Die
Worte von Uefa-Chef Michel Platini, dass Fußball die Völker
einen und nicht spalten sollte, wirken laienhaft und naiv.
Jetzt bleiben nur Verlierer zurück – Albaner, Serben und der
Fußball.“ (16.10.2014) +++
http://www.lidovky.cz

POLITIK

+++ Anti-Demo-Gesetz eint Erdoğans Gegner

Taraf – Türkei. Als Reaktion auf die Kurdenproteste hat die
türkische Regierungspartei AKP am Dienstag einen Gesetzentwurf
eingebracht, wonach Sicherheitskräfte härter gegen
Demonstranten vorgehen können. Damit wird Präsident Recep
Tayyip Erdoğan nur noch mehr Groll der Straße auf sich
ziehen, meint die liberale Tageszeitung Taraf: „Laut Entwurf
braucht es für einen Durchsuchungsbefehl nicht wie bisher
einen ‚handfesten Beweis‘, es reicht schon ein
’nachvollziehbarer Verdacht‘. Das Recht auf Verteidigung wird
beschnitten, Anwälte und Verdächtige werden die Beweisakten
nicht mehr einsehen können. … Jeder antidemokratische
Schritt Erdoğans, mit dem die Schraube fester gedreht und
seine Macht geschützt werden soll, bringt ihn seinem Ende ein
bisschen näher. … Wenn Erdoğan weiter diejenigen in die
Ecke drängt, die ihn nicht wählen und ihm widersprechen,
löst das nur weitere und größere Proteste auf den Straßen
aus.“ (16.10.2014) +++
http://www.taraf.com.tr/yazilar/emre-uslu/erdoganin-sonu/31080/

+++ Auch EU-Kommissare brauchen Vorbereitungszeit

Delo – Slowenien. Der künftige EU-Kommissionspräsident
Jean-Claude Juncker hat die Slowenin Violeta Bulc als
Verkehrskommissarin nominiert. Am Montag soll ihre Anhörung
vor den EU Parlamentariern stattfinden. Die linksliberale
Tageszeitung Delo fragt sich, wie sinnvoll eine Anhörung unter
diesem enormen Zeitdruck überhaupt ist: „Mit der hastig
organisierten Anhörung von Violeta Bulc, die bereits in vier
Tagen in Straßburg stattfinden soll, wird die Bedeutung der
Anhörungen konterkariert. Kann eine Anhörung ernsthaft
durchgeführt werden, wenn sich ein Kandidat sozusagen über
Nacht einarbeiten muss und am Ende bestätigt wird? Violeta
Bulc hat sich noch nie zuvor mit dem Bereich Verkehrspolitik
beschäftigt, in dem sie nun einen führenden EU-Posten
besetzen soll. Es ist verständlich, dass in den für Europa
schweren Zeiten der Wunsch besteht, die neue EU Kommission um
jeden Preis so schnell wie möglich zu bestätigen. Doch wenn
jedes Mittel recht ist, um die höheren Ziele zu erreichen,
wird am Ende nur der Ruf des EU-Parlaments leiden.“
(16.10.2014) +++
http://www.delo.si

+++ Griechen verdienen Wahrheit über Hilfsprogramm

Proto Thema – Griechenland. Statt mit einem vorzeitigen Beenden
des IWF-Hilfsprogramms falsche Hoffnungen zu wecken, sollten
Griechenlands Politiker die Bevölkerung endlich mit der
Realität konfrontieren, fordert die liberale Wochenzeitung
Proto Thema in ihrer Online-Ausgabe: „Regierung und Opposition
sollen kapieren, dass die Bürger keinen weiteren Thriller
ertragen können. Wenn nach den Sparmemoranden noch härtere
Maßnahmen kommen, sollen sie es uns sagen, damit wir uns
darauf vorbereiten, weiter unter den aktuellen Bedingungen zu
leben. Fünf harte Jahre haben wir bereits ertragen. … Wenn
wir die Wahl haben zwischen einem weiteren Memorandum oder
anderen noch härteren Maßnahmen, sollten sie es uns mit
Ehrlichkeit sagen. Und sie sollten darauf vertrauen, dass die
Bürger die richtige Entscheidung treffen werden. Keine
weiteren Lügen und falschen Hoffnungen, die einfach nur die
Wut anfachen.“ (16.10.2014) +++
http://www.protothema.gr/blogs/blogger/post/418683/apo-to-success-sto-disaster-story-duo-sunedriaseis-dromos/

+++ Geschmacklose Parteienkungelei in Tallinn

Postimees – Estland. Die Stadt Tallinn hat einen ehemaligen
Richter und eine Politikerin angestellt, die in den größten
Korruptionsskandal der estnischen Geschichte verwickelt sind.
Die liberale Tageszeitung Postimees wundert sich nicht, denn
dieses Verhalten sei typisch für den Tallinner Bürgermeister
Edgar Savisaar, Vorsitzender der estnischen Zentrumspartei:
„Tuiksoo musste als verurteilte Verbrecherin sowohl das
Parlament als auch die Zentrumspartei verlassen. Nun wurde sie
bei der Stadtverwaltung angestellt, um die Einrichtung der
städtischen Bank von Tallinn vorzubereiten. Der Richter
Lõõnik, der sie in der ersten Instanz freigesprochen hatte,
ist am Montag der Zentrumspartei beigetreten. … Es bleibt die
Frage: Was ist das, wenn ein Richter eine positive Entscheidung
für eine Partei fällt (die in den nächsten Gerichtsinstanzen
revidiert wird), später der Partei beitritt und dann in den
engsten Kreis des Parteiführers aufgenommen wird? Das mag ja
juristisch korrekt sein, aber es überschreitet für viele eine
Grenze und riecht nach Korruption.“ (16.10.2014) +++
http://pluss.postimees.ee/2956005/juhtkiri-tallinn-votab-toole

WIRTSCHAFT

+++ Paris und Rom gefährden Konjunktur in Euro-Zone

ABC – Spanien. Skepsis gegenüber der Konjunkturentwicklung hat
die Börsenkurse am Mittwoch weltweit einknicken lassen. Der
spanische Aktienindex Ibex sank um 3,59 Prozent. Vor allem
Frankreich und Italien sind jetzt gefragt, durch
Wirtschaftsreformen eine drohende Rezession im Euro-Raum zu
verhindern, insistiert die konservative Tageszeitung ABC:
„Abgesehen von Deutschland, dessen Straucheln durch die
Spannungen mit Russland zu erklären ist, und dem permanenten
Wackelkandidaten Griechenland bereitet der Stillstand in
Frankreich und Italien am meisten Sorgen. Deren Regierungen
haben trotz aller Versprechen noch immer keine adäquaten
Maßnahmen gegen die Krise ergriffen. Die zweite und dritte
Wirtschaftsmacht der EU müssen endlich die Reformen und
Anpassungsprogramme angehen, die Ländern wie Spanien dabei
geholfen haben, die Rezession zu überwinden und die verlorene
Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Gleichzeitig muss auch
die EZB alles in ihrer Macht Stehende tun, um die gefürchtete
dritte Rezession zu verhindern.“ (16.10.2014) +++
http://www.abc.es/

+++ EZB stößt an Grenzen der Geldpolitik

Il Fatto Quotidiano – Italien. Seit Dienstag prüft der
Europäische Gerichtshof, ob die EZB mit ihrem Versprechen von
vor zwei Jahren, notfalls unbegrenzt Anleihen von
Euro-Krisenstaaten zu kaufen – dem bislang ungenutzten
OMT-Kaufprogramm – ihr Mandat überschritten hat. Bei der
Prüfung sollten die Kompetenzen der Bank insgesamt geklärt
werden, fordert die linke Tageszeitung Il Fatto Quotidano: „Wir
haben uns daran gewöhnt zu glauben, dass die EZB alles
unternehmen kann und muss, um die Krise zu bekämpfen. Nur der
ein oder andere Widerstand aus Deutschland würde sie demnach
noch daran hindern, entscheidungsfreudig einzugreifen. Dem ist
nicht so. Es gibt rechtliche Auflagen, die wir gerne vergessen,
und die [EZB-Chef] Draghi ausschöpft, wenn nicht gar
überschritten hat. … Die (legitimen) Zweifel an dem
OMT-Kaufprogramm werden sich noch verstärken, sollte die EZB
durch die Maßnahme der ‚quantitativen Lockerung‘ die Deflation
bekämpfen wollen. Die Verhandlung in Luxemburg ist daher eine
gute Mahnung: Die Geldpolitik hat ihre Grenzen bereits
erreicht.“ (16.10.2014) +++
http://www.ilfattoquotidiano.it/2014/10/15/bce-lo-scudo-2012-di-draghi-non-e-impenetrabile/1156103/

+++ Gegen Steuerbetrug müssen alle mitziehen

La Croix – Frankreich. Die EU-Finanzminister haben am Dienstag
verschärfte Maßnahmen zur Bekämpfung des
grenzüberschreitenden Steuerbetrugs vereinbart. De facto wird
dadurch ab 2017 das Bankgeheimnis aufgehoben. Die katholische
Tageszeitung La Croix hofft, dass sich Banken und Staaten auch
wirklich an die Regeln halten werden: „Der Beschluss der 28
europäischen Finanzminister, der einen automatischen Austausch
von Steuerdaten vorsieht, ist zu begrüßen. Selbst die Länder
mit den größten Vorbehalten, allen voran Luxemburg, wo die
Vereinbarung unterzeichnet wurde, und Österreich haben sich
dem Projekt doch noch angeschlossen. … Die Kommission scheint
entschlossen zu sein, den Druck auf Irland, Luxemburg und die
Niederlande zu erhöhen, damit sie Vorteile abschaffen, die die
Steuerflucht von Großunternehmen begünstigen. Diese Anordnung
bietet jedoch keine völlige Garantie. Damit die Maßnahmen
effizient sind, müssen einige Geldhäuser und Staaten
akzeptieren, das Spiel wirklich mitzuspielen und mit den
Finanzbehörden zusammenzuarbeiten. Bislang war das nicht die
Regel.“ (15.10.2014) +++
http://www.la-croix.com/Editos/Le-secret-bancaire-se-reduit-2014-10-15-1249639

+++ Krise verdirbt Geschäft mit Luxusgütern

Rzeczpospolita – Polen. Die weltweiten Ausgaben für Luxuswaren
dürften laut Schätzungen der Beratungsgesellschaft Bain &
Company im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr nur um zwei
Prozent auf 223 Milliarden Euro steigen. Dies wäre das
geringste Wachstum seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor sechs
Jahren. Die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita sieht kein
Ende dieses Trends: „Die reichen Russen und ukrainischen
Oligarchen würden sich zwar weiter gerne Luxusgüter zulegen.
Doch sie wissen nicht, wo sie aufgrund der angespannten
politischen Lage ihre Millionen noch ausgeben sollen. …
Darüber hinaus war China noch nie der Markt, in dem es eine
richtige Perspektive für solche Waren gegeben hätte. Denn der
durchschnittliche Chinese kann sich so etwas einfach nicht
leisten. … Zusätzlich dürfte eine bessere Entwicklung auch
deswegen kaum möglich sein, weil die Weltwirtschaft sowie die
Volkswirtschaften in Europa nach wie vor zu langsam wachsen.“
(16.10.2014) +++
http://www.ekonomia.rp.pl/artykul/775535,1149419-Sankcje-objely-jablka-i-Prade.html

+++ Lissabon redet sich den Haushalt schön

Jornal de Negócios – Portugal. Fünf Monate nach
der Beendigung des EU-Hilfsprogramms hat Portugals Regierung
dem Parlament am Mittwoch den Haushaltsplan 2015 vorgelegt. Doch
die dem Entwurf zugrunde liegende Annahmen eines
Defizitrückgangs auf 2,7 Prozent des BIP und eines
gleichzeitigen Wirtschaftswachstums von 1,5 Prozent sind nur
wahltaktische Schönmalerei, kritisiert die wirtschaftsliberale
Tageszeitung Jornal de Negócios: „Jeder Ausrutscher beim
Haushalt 2015 wird einen Defizitausschlag zur Folge haben –
zumal die Regierung versprochen hat, neben den bereits
beschlossenen keine weitere Steuererhöhungen durchzuführen.
Auch das Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent, das durch ein
Exportplus von 4,7 Prozent gestützt werden soll, erscheint
schwer erreichbar, da die Konjunktur unserer Handelspartner
schwächelt. So viel Optimismus seitens der Regierung inmitten
dieser riskanten Zeiten kann nur eine Ursache haben: die
Parlamentswahlen.“ (16.10.2014) +++
http://www.jornaldenegocios.pt/opiniao/detalhe/2015_um_ano_que_vai_comecar_mal.html

GESELLSCHAFT

+++ Apple und Facebook legen Familienwerte auf Eis

Kristeligt Dagblad – Dänemark. Die IT-Konzerne Apple und
Facebook bieten ihren weiblichen Angestellten an, das
Einfrieren von Eizellen zu bezahlen, wie am Mittwoch bekannt
wurde. So könnten die Mitarbeiterinnen ihre Familienplanung
auf die Zeit nach der Karriere verschieben. Die christliche
Tageszeitung Kristeligt Dagblad sieht dahinter eine
zweifelhafte Verschiebung der Werte: „Aus diesem Angebot kann
leicht eines werden, das man nicht ablehnen kann. Zu einer Art
Pflicht, aus der der Arbeitgeber den Ehrgeiz derjenigen Frauen
erkennt, die mehr für die Karriere brennen als für eine
potenzielle Familie. … Mit der Kombination von
Säkularisierung und Individualisierung sind Job und Karriere
für viele moderne Menschen die wichtigsten Punkte im Leben
geworden und das verschiebt die Prioritäten der Werte – sowohl
für den Einzelnen als auch für die gesamte Gesellschaft. …
Das Familienleben wird mehr und mehr dem Arbeitsleben
untergeordnet.“ (16.10.2014) +++
http://www.kristeligt-dagblad.dk/leder/2014-10-16/tvivlsomt-tilbud-til-kvindelige-ansatte

+++ Ebola nicht als afrikanische Angelegenheit abtun

De Telegraaf – Niederlande. Die Weltgesundheitsorganisation WHO
befürchtet bis Dezember bis zu 10.000 Ebola-Fälle pro Woche,
wie sie am Dienstag erklärte. Die Niederlande verschließen
davor die Augen, kritisiert die konservative Tageszeitung De
Telegraaf: „Noch nie zuvor hat die WHO so eindringlich Alarm
geschlagen, nicht einmal bei Aids und Sars. Und das gibt zu
denken. Dennoch scheint die Dringlichkeit an den Niederlanden
vorbei zu gehen. Das ist merkwürdig, denn Ebola stoppt nicht
an unseren Grenzen. Immer wieder hören wir die
beschwichtigenden Worte von Experten, dass es hier nicht so
schlimm werden wird. Schließlich sei es eine Armuts-Krankheit,
und die Infektionsprävention sei hier gut geregelt. Dieser
Denkfehler wurde auch in Madrid gemacht und in Dallas [wo
inzwischen zwei Krankenschwestern an Ebola erkrankt sind]. …
Die rasante Verbreitung von Ebola als eine westafrikanische
Angelegenheit abzutun, die uns nicht treffen wird, ist
gefährlich naiv.“ (16.10.2014) +++
http://www.telegraaf.nl

+++ Deutsche Behörden verharmlosen Ebola-Gefahr

Die Zeit – Deutschland. Die EU-Gesundheitsminister kommen am
heutigen Donnerstag zusammen, um darüber zu beraten, wie die
Ausbreitung des lebensgefährlichen Ebola-Virus verhindert
werden könne. Mit dem Verweis auf das gut funktionierende
Gesundheitssystem verharmlosen die deutschen Behörden das
Problem, kritisiert die liberale Wochenzeitung Die Zeit: „Das
offene Benennen möglicher Schwachstellen oder die [aktuellen
Katastrophen-]Übungen in Großbritannien sind keine
Panikmache, sie schärfen die Sinne. … Die Erfahrung zeigt,
dass Ärzte, Schwestern und Pfleger die angemessenen Prozeduren
mitunter vergessen. Das Personal in normalen Krankenhäusern
braucht jetzt Auffrischkurse im Umgang mit ansteckenden
Patienten. … Immer wieder geschieht etwas, was eigentlich
nicht hätte vorkommen dürfen. Für Gesundheits-Chauvinismus
gibt es jedenfalls keinen Grund. Im Umgang mit dem Ebola-Virus
ist etwas weniger Hochmut und etwas mehr Demut angebracht.“
(16.10.2014) +++
http://www.zeit.de

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