Literatur-Nobelpreis geht an Patrick Modiano

Der Franzose Patrick Modiano erhält in diesem Jahr den
Literatur-Nobelpreis. Das teilte die Schwedische Akademie am
Donnerstag in Stockholm mit. Sie hat damit das internationale
Publikum auf einen weitgehend unbekannten Autor aufmerksam
gemacht, loben einige Kommentatoren. Andere kritisieren, das
Nobelpreis-Komitee hätte eine politisch mutigere Entscheidung
treffen sollen.

+++ Frankreichs Kultur geht doch nicht unter

La Croix – Frankreich. Der Literatur-Nobelpreis an den
französischen Autor Patrick Modiano wird das angeschlagene Ego
Frankreichs wieder aufrichten, freut sich die katholische
Tageszeitung La Croix: „Frankreich, das immer schnell an sich
selbst und an seinen Stärken zweifelt, nimmt den Preis auf
jeden Fall mit Stolz entgegen, vor allem wenn man sich daran
erinnert, dass einige auf der anderen Seite des Atlantiks vor
Kurzem den Tod der französischen Kultur vorausgesagt haben.
Und wie jeder Preis – egal, ob man den Enthusiasmus der Jury
teilt oder nicht – ist dieser Nobelpreis eine Einladung zum
Lesen, zum Wiederlesen, dazu, sich von einem flüssigen und
harmonischen Schreibstil erfüllen zu lassen, der sowohl von
den zahlreichen Lesern als auch von den Literaturkritikern
geschätzt wird: Das ist nicht der geringste seiner Erfolge. Es
ist eine Gelegenheit, wieder einmal über die weiten Grenzen der
Literatur zu staunen: Jedes große Buch ist ein Kontinent.“
(10.10.2014) +++
http://www.la-croix.com/Editos/Patrick-Modiano-entre-Histoire-et-memoire-2014-10-09-1246716

+++ Auch Nobelkomitee verdient Auszeichnung

The Times – Großbritannien. Das Nobelkomitee verdient
Anerkennung dafür, dass es wie im Fall Modianos immer wieder
international kaum bekannte Schriftsteller auszeichnet, lobt
die konservative Tageszeitung The Times: „Das Komitee hat genau
das gemacht, was es tun sollte. Es hat literarische
Spitzenleistung ohne Rücksicht auf nationale und sprachliche
Grenzen geehrt. … Die Preisverleihung an Modiano ist nicht
nur eine verdiente Anerkennung, sondern auch ein Dienst an der
literarischen Öffentlichkeit außerhalb seiner Heimat. …
Trotz ihrer gelegentlichen Eigenheiten gibt es keine andere
Institution, die das Konzept der ‚Weltliteratur‘ mit mehr
echter Substanz schmückt als der Nobelpreis. Einige
Preisträger, etwa Alexander Solschenizyn (1970) und Gao
Xingjian (2000), litten in ihrer jeweiligen Heimat unter
Zensur. Der Nobelpreis verbreitet großartiges Schreiben weit
über den begrenzten Raum nationaler Grenzen und
unterdrückerischer Regime.“ (09.10.2014) +++
http://www.timesplus.co.uk

+++ Politisch feige Akademie-Entscheidung

taz – Deutschland. Der Nobelpreis an Patrick Modiano überrascht
die linke Tageszeitung taz, die eher die Ukrainerin Swetlana
Alexijewitsch oder den Ungar Péter Nádas als Favoriten
gesehen hatte. Doch in Schweden spielte die politische
Situation in den Herkunftsländern der Autoren in diesem Jahr
offenbar keine Rolle bei der Entscheidung: „Die Akademie hat
eine Liebhaberentscheidung getroffen, die keinen Falschen
trifft, aber auch keine Maßstäbe setzt. Hängen wir sie nicht
höher, als sie es verdient: Der Nobelpreis für Patrick Modiano
ist nicht weniger und nicht mehr als eine überdimensionierte
Anregung, die Romane dieses Autors zu lesen. …
Liebhaberentscheidungen sind ja auch in Ordnung, aber ein
Ungenügen bleibt. Der Literaturnobelpreis könnte deutlichere
Zeichen setzen. Wenn schon Überraschung und wenn schon
Frankreich, warum dann nicht zum Beispiel Michel Houellebecq?
Mon Dieu, hätte das zu Debatten und Kontroversen geführt! Bei
Patrick Modiano führt der Preis wohl nur zu Bewegung auf den
Bestsellerlisten.“ (10.10.2014) +++
http://taz.de/Kommentar-Literaturnobelpreis/!147410/

+++ Modianos große Zeit war vor über 30 Jahren

Newsweek Polska – Polen. Eine neue Leitlinie bei der Verleihung
des Literatur-Nobelpreises erkennt das Nachrichtenmagazin
Newsweek Polska: „Die Schwedische Akademie verfolgt bei der
Vergabe immer unterschiedliche Strategien, wenn sie den
Nobelpreis für Literatur verteilt. Nur selten ehrt sie einen
Schriftsteller, der wirklich bekannt und auf der gesamten Welt
anerkannt ist. Das war damals bei Mario Vargas Llosa der Fall.
Meistens wählt sie aber einen hervorragenden Künstler aus,
der außerhalb seines engen Sprach- und Kulturkreises, zu dem
andere nur wenig Zugang haben, wenig bekannt ist. Das waren
beispielsweise Mo Yan oder Wisława Szymborska. Jetzt – im
laufenden Jahr – hat sich die Akademie von einem anderen
Grundsatz leiten lassen: Sie hat zwar einen allgemein
ungewöhnlich geschätzten und populären Dramaturgen
ausgewählt, der aber seine beste Zeit vor mehr als 30 Jahren
hatte. Modiano, geboren 1945, galt nämlich in den Siebzigern
als Wunderkind der Französischen Literatur.“ (10.10.2014) +++
http://opinie.newsweek.pl/nagroda-nobla-2014-patrick-modiano-newsweek-pl,artykuly,349460,1.html

POLITIK

+++ Bratušek stolpert nicht nur über Inkompetenz

Novi List – Kroatien. Die Slowenin Alenka Bratušek hat ihre
Kandidatur für das Amt der EU-Kommissarin am Donnerstag
zurückgenommen, nachdem sie bei der Anhörung im EU-Parlament
durchgefallen war. Grund dafür war nicht nur ihr mangelndes
Wissen in Energiefragen, sondern auch eine Intrige, kritisiert
die linksliberale Tageszeitung Novi List: „Sloweniens
Ex-Premier Janez Janša hat schon von Anfang an seinen
Parteifreund [und Kommissions-Chef] Jean-Claude Juncker
bezichtigt, ihm mit der Nominierung Bratušeks ‚ein Messer in
den Rücken gerammt‘ zu haben, und sann auf Rache. So hat der
bekannteste slowenische Häftling vor kurzem aus seiner Zelle
– ausgestattet mit Computer und Internet – allen
EU-Parlamentariern ein Video gemailt, in dem Alenka Bratušek
auf einem Konzert das Arbeiterlied Bandiera rossa mitsingt
und somit angeblich den Kommunismus feiert. Dabei ist in
Wahrheit nicht Ideologie ihr Problem, sondern Inkompetenz.“
(10.10.2014) +++
http://www.novilist.hr/

+++ Renzi wird Alleinherrscher über Italien

La Stampa – Italien. Der italienische Senat hat in der Nacht zum
Donnerstag die Arbeitsmarktreform von Regierungschef Matteo
Renzi abgesegnet. Die Vertrauensabstimmung macht Renzi zum
Alleinherrscher, spottet die liberale Tageszeitung La Stampa:
„In Italien gibt es nur noch eine einzige Partei, und die ist
nicht links. Sie heißt zwar noch PD [Renzis
sozialdemokratische Partito Democratico], doch ist sie die
moderne Version der Democrazia Cristiana, der Christlichen
Demokratie. Der Florentiner Messias hat alle Tabus gebrochen,
die jahrzehntelang seine kommunistischen und
sozialdemokratischen Vorgänger lähmten: Er hat keine Furcht
vor Feinden von links und keine Angst, sich mit den
Gewerkschaften anzulegen. Aber vor allem hat er kein Problem,
im Revier des Schlangenbeschwörers von Arcore [dort feierte
Berlusconi seine Bunga-Bunga-Partys] zu fischen. … In der
Ära der Einheitspartei, die soeben begonnen hat, kann der
Anti-Renzi folglich nur aus der neuen Generation der PD selbst
hervorgehen. Renzi weiß das nur zu gut. Er lässt die Söhne
nicht über das Wiegenalter hinauskommen. Doch früher oder
später wird es einer schaffen zu überleben und ihm dem Garaus
zu machen.“ (10.10.2014) +++
http://www.lastampa.it

+++ IS vom Ölhandel abschneiden

Iltalehti – Finnland. Die USA haben in der Nacht zum Freitag
ihre Luftangriffe auf die Stellungen der Terrormiliz IS rund um
Kobane in Nordsyrien fortgesetzt. Diese Angriffe sind nötig,
doch um die Dschihadisten zu stoppen, muss man sie von ihren
Geldquellen abschneiden, meint die Boulevardzeitung Iltalehti:
„Die militärische Bekämpfung der IS-Milizen hat für die
internationale Gemeinschaft derzeit Priorität. Langfristig
aber muss die Finanzierung des IS so weit gestoppt werden, dass
die materiellen Voraussetzungen nicht mehr ausreichen für diese
Art von Terrorismus. … Mit Luftangriffen wurde versucht, ihre
Ölproduktion zu zerstören. Diese Angriffe müssen auch
fortgesetzt werden. Für die Bekämpfung des Schwarzhandels
[mit Erdöl] aber sind andere Mittel notwendig. Man könnte
annehmen, dass die offiziellen Händler großes Interesse daran
haben, ihn auszuschalten. Der Schwarzhandel mit Öl muss näher
beleuchtet werden und die internationale Gemeinschaft muss
alles dafür tun, ihn zu unterbinden.“ (10.10.2014) +++
http://www.iltalehti.fi/paakirjoitus/2014101018733810_pk.shtml

+++ Palästinenserstaat auch in Israels Interesse

The Independent – Großbritannien. Das Unterhaus des britischen
Parlaments stimmt am kommenden Montag über die Anerkennung
eines Palästinenserstaats ab. Die Abgeordneten sollten dafür
stimmen, denn das wäre langfristig auch im Sinne Israels,
meint die linksliberale Tageszeitung The Independent: „Ein Ja
des britischen Unterhauses würde die Realitäten in Nahost
nicht verändern. Doch es würde jenen palästinensischen
Führern dringend benötigten Auftrieb verleihen, die
überzeugt sind, dass Gewalt nicht das einzige Mittel ist und
dass eine gerechte Lösung immer noch auf dem Verhandlungstisch
erzielt werden kann. … Eine Zwei-Staaten-Lösung ist außerdem
absolut in Israels langfristigem Interesse. Die Alternative ist
ein einziger Staat. Es würde sich um einen jüdischen Staat
handeln, in dem die Araber eines Tages die Mehrheit stellen
werden. Das wäre eine unhaltbare Situation, die die Zukunft
der israelischen Demokratie gefährden würde.“ (09.10.2014)
+++
http://www.independent.co.uk/voices/editorials/parliament-should-recognise-palestinian-statehood-9786056.html

+++ Belgische Regierung gefährdet Kompromisskultur

Le Soir – Belgien. Belgiens neue Mitte-rechts-Koalition basiert
nicht wie die Vorgängerregierungen auf einem Kompromiss
zwischen linkem und rechtem Lager oder zwischen den
Sprachgemeinschaften, konstatiert die liberale Tageszeitung Le
Soir und sorgt sich, dass der politische Ton im Land rauer
wird: „Wenn die Linke in der Opposition mit aller Schärfe
attackiert und die Rechte in der Regierung im gleichen Ton
reagiert, wird dies zu einer gesellschaftlichen Spaltung
führen. … Wenn wir uns spalten, uns gegenseitig beschimpfen
und delegitimieren, hätte dies nur eines zur Folge: Die
Hoffnung der Bürger in die Politik würde zerstört und das
Zusammenleben der flämischen und der wallonischen
Sprachgemeinschaft zertrümmert. Unsere Gesellschaft würde
sich der französischen angleichen, wo die politische
Landschaft klar aufgeteilt ist, wo sich der Hass jedoch durch
Demonstrationen, Debatten, Schulen und Viertel zieht.“
(09.10.2014) +++
http://www.lesoir.be/675523/article/debats/editos/2014-10-09/defi-reformer-et-s-opposer-sans-fracturer

WIRTSCHAFT

+++ Europas würdelose Politiker zittern vor Berlin

To Vima Online – Griechenland. Rom und Paris haben auf dem
EU-Arbeitsmarktgipfel am Mittwoch in Mailand eine Lockerung der
Haushaltsauflagen gefordert und darauf gedrängt, dass in der EU
mehr Mittel gegen die Jugendarbeitslosigkeit mobilisiert werden.
Gegen Berlin werden sie damit auch diesmal nicht ankommen, meint
die liberale Online-Zeitung To Vima: „Was der italienische
Premier Matteo Renzi vergessen hat zu sagen, ist, wie wir zu
diesem Punkt gekommen sind: Die europäischen Führungen
zittern vor Berlin und haben ihre Würde verloren. Sie haben
den Deutschen erlaubt, eine kontrollierte Schuldenkrise
auszuweiten und Europa zu beherrschen. … Wenn sich politische
Führer nichts trauen, bleiben natürlich all die Dinge, die
Frankreichs Präsident François Hollande und Renzi gesagt
haben, nichts als Worte. … Wenn man jedoch berücksichtigt,
dass bis vor kurzem die Führungen dieser beiden Länder – wie
auch viele andere – nicht einmal gewagt haben, etwas gegen
Berlin zu artikulieren, ist das natürlich schon ein gewisser
Fortschritt.“ (10.10.2014) +++
http://www.tovima.gr/opinions/article/?aid=639678

+++ Mit Sparkurs schadet Deutschland sich selbst

La Vanguardia – Spanien. Deutschlands Exporte sind im August um
5,8 Prozent zurückgegangen. Das teilte das Statistische
Bundesamt am Donnerstag mit. Berlin muss endlich einsehen, dass
Deutschland nur in einem wirtschaftlich gesunden Umfeld wachsen
kann, fordert die konservative Tageszeitung La Vanguardia: „Da
beißt sich der Hund in den Schwanz. Deutschlands
Volkswirtschaft ist eine der am stärksten auf den Export
ausgerichteten. Sie kann nicht gedeihen, wenn ihr Umfeld nicht
wächst. Und ihr Umfeld – vor allem die Europäische Union,
aber auch Russland – kann nicht wachsen, wenn Deutschland es
nicht tut. Deswegen muss Berlin die Konjunktur ankurbeln,
sowohl über die EZB als auch über die eigene
Haushaltspolitik. … Die fünf Wirtschaftsweisen sagen klar
und deutlich, dass das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts im
Jahr 2015 zwar ein hehres Ziel ist, aber nicht unbedingt
wirtschaftlicher Logik entspricht. Man darf hoffen, dass die
deutsche Regierung sich letztlich dem gesunden Menschenverstand
beugt.“ (10.10.2014) +++
http://www.lavanguardia.es

GESELLSCHAFT

+++ Gauck fehlen kritische Worte zum Wendejubiläum

Zeit Online – Deutschland. Mit einem Festakt ist am Donnerstag
die erste große Montagsdemonstration in Leipzig vor 25 Jahren
gewürdigt worden, bei der 1989 mehr als 70.000 Menschen gegen
das DDR-Regime demonstrierten. Bundespräsident Joachim Gauck
hätte in seiner Rede stärker auf die Probleme nach der
deutschen Einheit eingehen müssen, findet das
Nachrichtenportal Zeit Online: „Er tut sie in erster Linie als
Anpassungsschwierigkeiten der Ostdeutschen in einem Land ab, in
dem es für sie erstmals um Eigenverantwortung und Tatkraft
ging. … Er müsste wissen, dass es die Ostdeutschen waren,
deren Familien zu Hunderttausenden zerrissen wurden, weil
Söhne und Töchter den Jobs hinterherziehen mussten. Dass die
Ostdeutschen einem Kapitalismus ausgesetzt sind und waren, in
denen viele Löhne bis heute nicht zum Leben reichen. Die
Einheit ist Gaucks große Geschichte der gelungenen Freiheit.
Und die ist so trefflich gesetzt und gefügt, dass sie keine
hinzukommenden Widersprüche verträgt. Zum Beispiel den, dass
die angeblich so demokratiebegeisterten Sachsen gerade eben zur
Hälfte der Landtagswahl ferngeblieben sind.“ (10.10.2014) +++
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-10/mauerfall-feier-leipzig-bundespraesident-gauck-rede

+++ Erneut tritt AKP-Regierung Justiz mit Füßen

Sözcü – Türkei. In der Türkei finden am kommenden Sonntag
die Wahlen zum Hohen Rat der Richter und Staatsanwälte (HSYK)
statt, der für die Kontrolle aller türkischen Gerichte und
die Ernennung ihrer Richter zuständig ist. Von einer freien,
fairen Wahl kann keine Rede sein, klagt die regierungskritische
Tageszeitung Sözcü: „Die Richter und Staatsanwälte aller
Provinzen und Landkreise werden über die neuen HSYK-Mitglieder
abstimmen. Die Regierung übt Druck aus, damit sie für ihre
Kandidaten votieren. … Die Türkei hat so etwas noch nie
erlebt. … Bei den Vorwahlen für die neuen HSYK-Mitglieder in
den obersten Gerichtshöfen in den letzten Tagen haben die
Kandidaten der Regierung verloren und die der Gülen-Bewegung
gewonnen. Die überraschte Regierung schritt sofort ein und
verkündete, sie würde die Wahlen für ungültig erklären,
sollten die Gülen-Anhänger gewinnen. … Die Unabhängigkeit
der Justiz und ihr wichtigstes Fundament, ihre Neutralität,
wurden von der Regierung mit Füßen getreten und ausradiert.“
(10.10.2014) +++
http://sozcu.com.tr/2014/yazarlar/emin-colasan/siyasetin-esiri-adalet-618933/

+++ Mit Homo-Ehe wird Esten Toleranz aufgezwungen

Eesti Ekspress – Estland. Das estnische Parlament hat am
Donnerstag mit knapper Mehrheit für die Einführung der
Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare ab 2016 gestimmt. Im
Vorfeld hatte es massive Proteste gegen das neue Gesetz
gegeben. Toleranz kann einer Gesellschaft nicht aufgezwungen
werden, warnt der bekennend christliche Journalist Toivo
Tänavsuu in der liberalen Wochenzeitung Eesti Ekspress: „Es
wurde davon gesprochen, dass das Gesetz ’niemandem etwas
wegnimmt‘. Ich glaube, es hat uns schon vieles weggenommen. Den
Zusammenhalt des estnischen Volkes, vielen auch das Vertrauen in
die Demokratie und die Ehrlichkeit in der Politik. Wie viel
Aufmerksamkeit das Partnerschaftsgesetz den wichtigen Problemen
der estnischen Gesellschaft genommen hat, braucht man gar nicht
erst zu erwähnen. … Mit totalitären Mitteln in den
liberalen Westen? Nichts rechtfertigt Hass gegen andere
Menschen. Egal wer oder wie dieser Mensch ist. Aber mit roher
Gewalt kann man auch keine Toleranz schaffen. Gewalt schafft
immer Gewalt. Mit Zwang ‚toleranter‘ werden?“ (10.10.2014) +++
http://ekspress.delfi.ee/news/arvamus/toivo-tanavsuu-tana-vagistati-meid-laande?id=69916615

+++ Prozess stellt Wilders leider ins Rampenlicht

De Volkskrant – Niederlande. Knapp sieben Monate nach seiner
Hetzrede gegen Marokkaner nach den niederländischen
Kommunalwahlen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den
Rechtspopulisten Geert Wilders wegen Anstiftung zum Hass und
zur Diskriminierung. Der Prozess ist juristisch unvermeidlich,
aber politisch nicht wünschenswert, meint die linksliberale
Tageszeitung De Volkskrant: „Gegner von Wilders können nun
hoffen, dass unsere Gesellschaft eine Grenze zieht und gegen
diejenigen vorgeht, die Hass zwischen den Bevölkerungsgruppen
schüren. Dennoch ist dieser Prozess unnötig und unerwünscht.
Politische Stellungnahmen erfordern eine politische Antwort und
keine juristische. … Das geschah auch in großem Stil, denn
er wurde breit verurteilt: Politische Freunde verließen ihn,
Premier Rutte und andere Politiker distanzierten sich deutlich
stärker von ihm als zuvor, Bürger zeigten, dass sie Hass
nicht tolerierten. Es ist bitter: Gerade jetzt, da Wilders
durch die Attacke stark isoliert ist, bietet ihm der Prozess
eine neue Bühne für seine Provokationen.“ (10.10.2014) +++
http://www.volkskrant.nl/

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Ein Gedanke zu “Literatur-Nobelpreis geht an Patrick Modiano

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