Amazon-Chef kauft Washington Post

Amazon-Gründer Jeff Bezos wird für 250 Millionen Dollar das seit Jahren unter Verlusten leidende US-Traditionsblatt Washington Post kaufen. Das teilten die Verleger am Montag
überraschend mit. Nach Einschätzung von Kommentatoren kann der Online-Händler der Zeitung mit einer Digitalstrategie neuen Schwung verleihen. Andere fürchten, dass Journalismus
zur Ramschware verkommt.

+++ Verlag wird zum Digitalkasino

Frankfurter Allgemeine Zeitung – Deutschland. Der Verkauf der
Washington Post an Amazon-Chef Bezos ist für die konservative
Frankfurter Allgemeine Zeitung ein ähnlich radikaler
Einschnitt in die Medienlandschaft wie es der Springer-Deal in
Deutschland war: „Der Springer-Konzern hat … für 920
Millionen Euro Zeitungen und Magazine an die Funke-Gruppe
verkauft. Nicht dass die Titel keine Bedeutung mehr hätten.
Sie werfen nur nicht mehr genug Gewinn ab. So wird der
Journalismus zur Ramschware und aus einem Verlag ein
Digitalkasino. Der Springer-Verkauf war für die deutsche
Zeitungslandschaft eine Zäsur, so wie es der Verkauf der
‚Post‘ an Bezos für die amerikanische ist. Bei den weltweiten
Konzentrationsbewegungen, welche die Online-Konzerne nun am
Beispiel von Zeitungen exerzieren, muss man sich aber auch
fragen, ob Lenin mit seiner Theorie des
Staatsmonopolkapitalismus nicht doch recht behalten könnte:
Die Welt wird bestimmt von einer
Finanz-Daten-Online-Oligarchie, mit besten Verbindungen zum
Geheimdienst. Wie es Jeff Bezos mit den ‚Werten‘ der Washington
Post hält, wird man bald sehen, wenn es um die
Berichterstattung über Amazon geht.“ (07.08.2013) +++
http://www.faz.net

+++ Neuer Schwung für die Washington Post

De Morgen – Belgien. Der investigative Journalist Bob Woodward
von der Washington Post hat die Übernahme des Traditionsblatts
durch Amazon-Chef Jeff Bezos positiv bewertet. Der Kauf könnte
ein Erfolgsmodell sein, meint auch die linksliberale
Tageszeitung De Morgen: „Bezos kann nach Ansicht vieler den
seriösen Journalismus in den USA retten: Er hat viel Geld, um
teure Redaktionen zu bezahlen, und es sieht danach aus, dass er
seine leistungsstarke Amazon-Maschine einsetzen wird, um der
(digitalen) Washington Post wieder Schwung zu verleihen. Und
– nicht unwichtig – er erkennt die Bedeutung der Zeitung für
‚den Fortbestand der freien Gesellschaft‘ an. … Auch die
Tatsache, dass Bob Woodward und Carl Bernstein – die
Enthüllungs-Journalisten der Washington Post, die für den
Sturz Nixons sorgten – optimistisch sind, sagt viel aus. Nach
Ansicht von Bernstein kombiniert der neue Chef die Trümpfe der
Vergangenheit mit denen der Zukunft. Der Erfolgscode für
künftigen Qualitätsjournalismus ist noch nicht
entschlüsselt, aber dass das mit einem Mix aus neuer
Technologie und der besten journalistischen Traditionen
geschehen muss, liegt auf der Hand.“ (07.08.2013) +++
http://www.demorgen.be/dm/nl/2462/Standpunt/article/detail/1682579/2013/08/07/Succescode-voor-toekomstige-journalistiek-mix-van-technologie-en-beste-journalistieke-tradities.dhtml

+++ Journalismus ist noch lange nicht tot

El Mundo – Spanien. Der Kauf der Washington Post durch
Amazon-Gründer Jeff Bezos verdeutlicht nach Ansicht der
konservativen Tageszeitung El Mundo die Chancen für
Traditionsverlage: „Die Tatsache, dass ein erfolgreicher
Unternehmer aus der Internetbranche wie Jeff Bezos die
legendäre Washington Post für 190 Millionen Euro kauft,
belegt, dass der Journalismus nicht tot ist, wie viele
behaupten. Hinter der Entscheidung von Bezos, der seit der
Gründung von Amazon 1995 ein Vermögen von 18,9 Milliarden
Euro angehäuft hat, verbergen sich zwei interessante
Phänomene, die belegen, dass die Zukunft der Text-Medien nicht
so düster aussieht. Einerseits wird auf ein neues digitales
Geschäftsmodell gesetzt, das sich die lange Erfahrung im
Online-Verkauf zunutze macht, um auf dem krisengebeutelten
Pressemarkt erfolgreich zu konkurrieren. Andererseits wird der
enorme Wert der Marke eines Mediums deutlich, das für
Unabhängigkeit, Prinzipientreue und Recherche bekannt ist.“
(07.08.2013) +++
http://www.elmundo.es/

+++ Zeitungen bleiben wichtig für die Demokratie

Le Télégramme – Frankreich. Auch in Zeiten von Internet und
Online-Medien sind Qualitätszeitungen für die Demokratie
unabdingbar, ist die Regionalzeitung Le Télégramme
überzeugt: „Der Verkauf der Washington Post an Jeff Bezos hat
Symbolcharakter. Die Krise hat das Geschäftsmodell der
US-Presse zerstört, das weitgehend von Werbung abhängt
(anders als in Frankreich), und nun übernehmen die Giganten
der digitalen Welt die Kontrolle. Ob sie auf Papier, im
Internet, auf Tablets oder im Fernsehen verbreitet werden, die
je nach Medium unterschiedlich aufbereiteten Nachrichten
müssen den Leser ausreichend interessieren, um den Kaufreflex
auszulösen. Da sich die Illusion der Gratiskultur überlebt
hat, kann nur eine dauerhafte Vertrauensbeziehung zwischen der
Marke und ihrem Publikum das Überleben der Zeitungen sichern.
Sie bleiben unabdingbar für die Demokratie, das gilt umso mehr
im Multimedia-Zeitalter, in dem jeder alles und egal was
schreibt.“ (07.08.2013) +++
http://www.letelegramme.fr/ig/generales/france-monde/commentaires/point-de-vue-par-hubert-coudurier-presse-us-changement-d-epoque-07-08-2013-2195140.php

POLITIK

+++ Westeuropa steht nach Roma-Morden in der Pflicht

Tages-Anzeiger – Schweiz. Wegen einer Mordserie an Roma in den
Jahren 2008 und 2009 sind am Dienstag in Budapest drei
Rechtsextreme zu lebenslanger Haft verurteilt worden, ein
Komplize zu 13 Jahren. Der Tages-Anzeiger fordert den Westen
auf, Osteuropas Politiker stärker in die Pflicht zu nehmen:
„Internationale Stiftungen, die EU und die Schweiz stecken
viele Millionen in Projekte zur Integration der Roma im Osten
Europas. Sie müssen dabei mit lokalen Machthabern
zusammenarbeiten, und die finden immer einen Weg, Roma-Kinder
vom neuen Kindergarten auszuschliessen oder die Wasserleitung
an der Roma-Siedlung vorbeizubauen. Die Schweiz zahlt über 7
Millionen Franken für Wasserleitungen in [der nordungarischen
Stadt] Ózd. Davon sollten Roma-Quartiere profitieren, die bis
jetzt nur Brunnen hatten. So ein Projekt kann nicht erfolgreich
sein, wenn die Grundvoraussetzung fehlt: Die politischen Eliten
in Osteuropa werden nicht in die Pflicht genommen, gegen den
Rassismus in den eigenen Reihen vorzugehen. … Solange die
Roma in ihren Heimatländern als Störfaktor und Problem
gesehen werden, werden auch Hilfsgelder ihre Lage nicht
verändern.“ (07.08.2013) +++
http://www.tagesanzeiger.ch/

+++ Westen schuld an Renaissance des Terrors

Il Sole 24 Ore – Italien. Die USA haben ihre Bürger im Jemen am
Dienstag aufgefordert, das Land wegen der Gefahr von
Terroranschlägen sofort zu verlassen. An der Renaissance des
Terrors ist der Westen nicht unschuldig, denn er hat nichts
für die Nachhaltigkeit des Arabischen Frühlings getan, klagt
die liberale Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: „Obwohl Osama
bin Laden und zahlreiche Anführer in Afghanistan und Pakistan
getötet wurden, lebt al-Qaida immer wieder auf und scheint
sich wie eine Metastase auszubreiten. … Obwohl die USA
blutige und zermürbende Kriege in Afghanistan und im Irak
führten, Milliarden von Dollar in Drohnen und in
Geheimdienstoperationen investierten, haben sie den Krieg gegen
den Terror noch nicht gewonnen. Und zwar nicht aus Mangel an
technologischer Effizienz, sondern weil die politische Antwort
[des Westens] ausblieb oder aber zu spät kam, als auf das Ende
der Diktaturen [in Folge des Arabischen Frühlings] nur
Improvisation folgte.“ (07.08.2013) +++
http://www.ilsole24ore.com/

+++ Kurden könnten über Nationalstaat streiten

T24 – Türkei. Für Ende des Monats ist im nordirakischen Erbil
eine Kurdenkonferenz mit Vertretern aus der Türkei, Iran, Irak
und Syrien geplant – allen vier Staaten, in denen Kurden eine
wichtige Minderheit sind. Auch Untergrundorganisationen wie die
PKK wollen teilnehmen. Für die liberale Online-Zeitung T24 ein
Wendepunkt in der kurdischen Geschichte: „Die Kurdenkonferenz
ist ein Anfang. Es kann sein, dass es keine konkreten
Ergebnisse geben wird. Dies ist sogar sehr wahrscheinlich. Es
gibt aber keinen Zweifel, dass es ein sehr wichtiger Schritt
ist, auf ein Ergebnis hinzuarbeiten. … [Die irakischen
Kurden] verfolgen das Ziel, einen kurdischen Nationalstaat zu
gründen. Was wird die starke Fraktion um die [türkische
Kurdenpartei] BDP und die PKK auf der Erbil-Konferenz
vorschlagen? Noch vor ein paar Tagen hat BDP-Chef Demirtaş
offiziell erklärt, die Idee eines Nationalstaats sei falsch.
Das ist auch die Meinung von [PKK-Führer] Öcalan, die er seit
Jahren wiederholt. Werden diese beiden Seiten sich in die Haare
bekommen oder wird der Konflikt noch einmal vertagt?“
(07.08.2013) +++
http://

+++ Riga muss Hacker ausliefern – und verteidigen

Telegraf (Latvia). Die lettische Regierung hat am Dienstag der
Auslieferung ihres Staatsbürgers Denis Čalkovskis an die USA
zugestimmt. Er ist einer von drei europäischen Hackern, die
mit dem sogenannten Gozi-Virus weltweit Millionenschäden
verursacht haben sollen und denen in New York der Prozess
gemacht wird. Riga steckt damit in der Zwickmühle, meint
Andrejs Savrejs in seinem Blog bei der russischsprachigen
Zeitung Telegraf: „Einerseits sind die USA unser Freund und
strategischer Partner. Auf der anderen Seite müssen wir alles
teilen, auch einen Hacker. … Ein Dieb muss ins Gefängnis.
Aufgrund eines Hackerangriffs können Inhaber von Kreditkarten
Millionen Dollar verlieren. Wenn er schuldig ist, verdient er
eine Strafe. Die Frage ist nicht, wo er sie absitzen wird – in
den USA oder zu Hause. … Die Frage ist: Wird das unabhängige
Lettland seinen Bürger verteidigen – auch wenn er dreimal
schuldig ist? Für die lettische Politik ist das ein
Unabhängigkeitstest.“ (07.08.2013) +++
http://www.telegraf.lv/blog/post/test-na-nezavisimosty

REFLEXIONEN

+++ Ognjan Mintschew über Bulgariens schweren Weg zur
Demokratie

Svobodata – Bulgarien. Warum der Übergang zur Demokratie in
Bulgarien weniger erfolgreich verlief als in anderen ehemaligen
Ostblock-Ländern wie Ungarn, Polen und Tschechien, analysiert
der Politikwissenschaftler Ognjan Mintschew im Meinungsportal
Svobodata: „Der Erfolg der Transformation in Zentraleuropa lag
vor allem daran, dass der Wandel von demokratischen
Emanzipations- und Unabhängigkeitsbewegungen eingeleitet
wurde. Sie haben den Kommunismus deutlich als repressives
System gebrandmarkt, das durch seine barbarische Herrschaft die
Würde der Nation verletzt hat. So waren Vision und
Zukunftsstrategie der zentraleuropäischen Transformation
wesentlich von patriotischem Gedankengut beeinflusst. … Die
Demokratiebewegung in Bulgarien war keine
Emanzipationsbewegung. … Sie entstand auf die Schnelle als
liberale Doktrin, die sich legitimierte, indem sie
kosmopolitische Argumente anführte und Erfahrungen aus anderen
demokratischen Ländern in ihr eigenes Wertesystem übernahm. In
den 1990er Jahren berief sich Bulgariens entstehende
Demokratiebewegung ganz auf die Werte des vereinten
demokratischen Europas, was dazu führte, dass ihre eigenen
Positionen zu abstrakt geblieben sind.“ (07.08.2013) +++
http://www.svobodata.com/page.php?pid=12205&rid=154

+++ Valentin Naumescu über die Sorgenfalten der europäischen
Bürger

Contributors.ro – Rumänien. In den wohlhabenden ebenso wie in
den ärmeren europäischen Ländern bekommt es die
Mittelschicht mit der Angst zu tun, was auch den Ausgang der
Europawahlen im Mai 2014 beeinflussen wird, prophezeit
Politikwissenschaftler Valentin Naumescu auf dem Blogportal
Contributors: „Die Bürger in den reichen Ländern fürchten um
die Vorteile, die sie bislang genossen, und diejenigen aus den
weniger leistungsstarken Ländern machen sich Sorgen, weil sie
das Niveau der anderen nicht erreichen können. … Nicht
zufällig ist die EU-Verfassung 2005 in Frankreich und den
Niederlanden gescheitert – in Ländern, in denen die
Mittelschicht spürt, dass sie Wohlstand einbüßt, und in
denen populistische, nationalistische und
Anti-Einwanderungsparteien entstehen. … In Ländern, die
wirtschaftlich weniger gut dastehen, wächst ein Populismus,
der sich gegen das System richtet, entsteht eine allgemeine
Revolte gegen das korrupte politische Establishment, wächst
die Verzweiflung angesichts von Arbeitslosigkeit und Armut. …
Nur durch eine effiziente Unionsregierung in Brüssel wird das
Interesse der 28 Länder, zusammenzubleiben, stärker sein als
die Versuchung, wieder in die alten und illusorischen Imperien
zu zerfallen.“ (07.08.2013) +++
http://www.contributors.ro/economie/nord-sud-noua-falie-economica-si-culturala-a-europei/

WIRTSCHAFT

+++ Athens Kampf gegen Steuerflucht wird sich lohnen

Imerisia – Griechenland. Das griechische Finanzministerium will
laut Medienberichten in den kommenden Monaten 4000
Steuerfahnder zur Bekämpfung der Steuerflucht einsetzen. Das
ist ein lohnendes Unterfangen, auch wenn es durch die
Mentalität der Griechen erschwert wird, lobt die
Wirtschaftszeitung Imerisia: „Steuerhinterziehung ist weit
verbreitet und eine wichtige Rolle spielen dabei die fehlende
Einsicht und die weit verbreitete Einstellung, dass der, der
die Zahlung von Steuern vermeidet, Lob verdient. … Mit dem
nötigen Willen und dem entsprechenden Programm wird der
Versuch jedoch sehr gute Ergebnisse bringen. Diese
Möglichkeit, die Staatseinnahmen zu erhöhen, ist noch nicht
ausgeschöpft. Und wenn der Versuch erfolgreich ist, wird er
als Katalysator wirken und Auswirkungen auf die Psychologie
aller Bürger haben. Nach und nach wird sich ein
Gerechtigkeitsgefühl durchzusetzen und dann auch die
Möglichkeit geben, die Belastungen abzubauen, mit denen immer
dieselben Steuerzahler, nämlich die Arbeitnehmer und Rentner,
konfrontiert sind.“ (06.08.2013) +++
http://www.imerisia.gr/article.asp?catid=27688&subid=2&pubid=113089241

+++ Polens Banken nicht ruinieren

Polityka Online – Polen. Ungarn will bis Ende September ein
Gesetz vorlegen, wonach Fremdwährungskredite zu einem
günstigen Kurs in Forinth-Darlehen umgewandelt werden müssen.
Damit sollen – nach dem Beispiel von Spanien und Kroatien –
private Kreditnehmer entlastet werden, die aufgrund
ungünstiger Wechselkurse in den vergangenen Jahren in einer
Schuldenspirale stecken. Polen darf diesen Ländern auf keinen
Fall nacheifern, warnt das linksliberale Nachrichtenportal
Polityka Online: „Dies würde für unseren Markt erhebliche
Konsequenzen nach sich ziehen. Ein Teil der Banken würde
spürbare Verlust erleiden – und zwar besonders diejenigen, die
viele Kredite in Franken gewährt haben. Dies könnte bei
einigen Instituten sogar die finanzielle Stabilität bedrohen.
Die ausländischen Banken würden Polen mit Sicherheit auf ihre
schwarze Liste setzen – neben Ungarn. … Dies ist zwar derzeit
nur Theorie, doch dürfte das Thema während der Kampagne für
die Parlamentswahlen 2015 bestimmt wiederkehren. Das hat die
Opposition schon signalisiert. Einen Katalog möglicher
Konzepte braucht man sich ja gar nicht auszudenken, weil
Budapest diese Vorarbeit schon gemacht hat.“ (07.08.2013) +++
http://www.polityka.pl/swiat/komentarze/1551427,1,czy-sady-uniewaznia-pozyczki-w-chf.read

GESELLSCHAFT

+++ Katar soll keine Moschee in Dänemark finanzieren

Politiken – Dänemark. Im Kopenhagenener Stadtteil Nørrebro
wird im kommenden Jahr Dänemarks erste Moschee mit Minarett
eröffnet. Das ist schön – bedauerlich nur, dass das
Gotteshaus vom wahabitisch-fundamentalistisch geprägten Katar
finanziert wurde, meint eine Woche vor dem Richtfest die
sozialliberale Tageszeitung Politiken: „Leider zeichnet sich in
Dänemark (wie überall in Europa) ein Muster ab, dass Moscheen
von zweifelhaften Ländern finanziert werden, wie etwa
vom schiitischen Iran, vom wahabitischen Saudi-Arabien oder
eben von Katar. Die dänischen Muslime sollten sich unabhängig
von ihrer Glaubensrichtung bewusst sein, dass es entscheidend
für ihre Glaubwürdigkeit und ihre Integration in die
dänische Gesellschaft ist, dass sie in der Lage sind, Geld zu
sammeln und wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen. Im
Gegenzug sollte die dänische Gesellschaft, sowohl im
öffentlichen als auch im privaten Bereich, mit allem
wirtschaftlichen und gesetzlichen Wohlwollen helfen, um die
Bettelei im Ausland überflüssig zu machen. Die Moschee in
Nørrebro ist willkommen. Katar ist es nicht.“ (07.08.2013) +++
http://politiken.dk/debat/ledere/ECE2040555/det-er-glaedeligt-at-danmark-omsider-faar-en-markant-moske/

+++ Malta muss Bootsflüchtlingen helfen

The Malta Independent – Malta. Malta hat am Montag einen
Frachter mit 102 Bootsflüchtlingen aus Afrika an Bord
abgewiesen, obwohl die EU-Kommission das Land gebeten hatte,
diese aufzunehmen. Am Dienstagabend erklärte sich dann Italien
bereit, die Flüchtlinge zu übernehmen. Malta muss sich dem
Problem der Bootsflüchtlinge stellen, fordert die
liberal-konservative Tageszeitung Malta Independent: „Politiker
und das gesamte Land müssen sich der Tatsache stellen, dass der
Zustrom an Flüchtlingen vermutlich nicht abnehmen wird. Er wird
schwanken, wie immer in den vergangenen elf Jahren. Angesichts
des Zustands der Weltwirtschaft und angesichts der Auswirkungen
des Klimawandels ist er wahrscheinlich nicht zu stoppen. Darauf
muss sich Malta einstellen und lernen, damit umzugehen. Und
vielleicht noch wichtiger ist es, dass das Land akzeptiert,
dass sich eine ziemlich große Zahl von Asylbewerbern in Malta
niederlassen und ein integraler Teil der Gesellschaft werden
wird.“ (07.08.2013) +++
http://www.independent.com.mt/articles/2013-08-07/opinions/integration-the-policy-that-dare-not-speak-its-name-2270986245/

SPORT

+++ Doping sollte legalisiert werden

De Volkskrant – Niederlande. Eine Studie über Dopingpraktiken
im damaligen Westdeutschland hält die deutsche Sportwelt in
Atem. Auszüge veröffentlichte das Bundesinstitut für
Sportwissenschaft am Montag auf seiner Homepage. Die Empörung
über die Enthüllungen ist scheinheilig, kritisiert die
linksliberale Tageszeitung De Volkskrant und plädiert für die
Legalisierung von Doping: „Immer höher, immer schneller, immer
weiter – darum geht es in unserer kommerziellen Kultur, die
stets den ultimativen Kick sucht. … Menschen benutzen alle
möglichen Hilfsmittel, um bestmöglich zu funktionieren. …
Mittel zu schlucken, die den Blutdruck oder den
Cholesterinspiegel senken, finden wir klug. Denn dies
verringert das Risiko, dass jemand krank wird. Wir verstehen,
dass Musiker vor einem Auftritt Betablocker einnehmen, um ihre
Nerven zu beruhigen. Aber wir verurteilen Sportler, die Doping
benutzen, um einen Wettkampf zu gewinnen. Wo liegt hier der
prinzipielle Unterschied? Sowohl Musiker als auch Sportler
benutzen Hilfsmittel, um das Beste aus sich rauszuholen. Das
ist genau das, was wir von ihnen erwarten. Das müssen wir
nicht verbieten, sondern in einem kontrollierten Rahmen
erlauben.“ (07.08.2013) +++
http://www.volkskrant.nl/

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