Papst geht auf schwule Priester zu

Papst Franziskus hat auf dem Rückflug vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro am Montag für einen offeneren Umgang mit homosexuellen Priestern geworben. Kommentatoren deuten dies als Signal für Reformbereitschaft und fordern einen generellen Kurswechsel der katholischen Kirche beim Umgang mit Schwulen und Lesben.

+++ Die Kirche will nicht mehr richten

La Repubblica – Italien. Im Wortlaut hat Papst Franziskus zu den
Journalisten gesagt: „Wenn jemand homosexuell ist und guten
Willens nach Gott sucht, wer bin ich, darüber zu urteilen?“
Diese Absage an die Homophobie ist nicht neu, der Verzicht der
Kirche, zu richten, ist jedoch revolutionär, erläutert
Theologe Vito Mancuso in der linksliberalen Tageszeitung La
Repubblica: „Der Papst hat nichts gesagt, was nicht auch sein
Vorgänger Benedikt XVI. unterschrieben hätte. … Warum also
misst die ganze Welt den Worten des Papstes den Wert der
Neuigkeit, der Hoffnung und der Erneuerung bei? Woher rührt
die Begeisterung für Worte, die inhaltlich keinen Deut von der
traditionellen ethischen und dogmatischen Ausrichtung der
katholischen Kirche abweichen? Es ist, vermute ich, das Klima
der Empathie, das die Figur des Papstes umgibt und das
Bedürfnis nach Veränderung und Reformen, das die Katholiken
der ganzen Welt verspüren. Vor allem aber ist es ein Satz, der
wirklich revolutionär für einen Papst ist: ‚Wer bin ich,
darüber zu urteilen?‘ Ein Satz, den meines Erachtens weder
Benedikt XVI . noch Johannes Paul II. jemals hätten
aussprechen können oder wollen.“ (30.07.2013) +++
http://www.repubblica.it

+++ Nach der Pressearbeit kommt die wahre Arbeit

The Guardian – Großbritannien. Vorsichtig optimistisch zeigt
sich nach der Äußerung des Papstes die linksliberale
Tageszeitung The Guardian: „Vielleicht haben wir endlich einen
Papst für das 21. Jahrhundert. Die Signale der letzten Tage
versprühen einen Hauch von Modernität. … Aber Papst
Franziskus weiß genau, dass die Reisen ins Ausland der leichte
Teil sind. Denn tatsächlich kommen die meisten seiner Probleme
aus dem Vatikan, dem kleinsten Staat der Erde. Keines dieser
Probleme ist verschwunden, während er am Strand von Brasilien
war. Fakt ist, dass der neue Papst durch Signale eines
veränderten Stils die Erwartungen geweckt hat und man nun auf
einen inhaltlichen Wandel hofft. … Man hat das Gefühl, dass
Papst Franziskus kurz davor ist, an diesen Fronten zu handeln.
Wenn sein Pontifikat ein Triumph sein soll und nicht nur
Pressearbeit, dann muss er nun die Initiative ergreifen.“
(29.07.2013) +++
http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jul/29/rhetoric-pope-francis-brazil-translate-action

+++ Großer Schritt, aber keine Revolution

Hospodářské noviny – Tschechien. Bemerkenswert findet die
wirtschaftsliberale Tageszeitung Hospodářské noviny die
Worte von Papst Franziskus – auch wenn sie noch keine
Revolution bedeuten: „Papst Franziskus ist den in der
Geschichte der katholischen Kirche größten Schritt auf die
Homosexuellen zugegangen. Bei seinen Worten ‚Wer bin ich, dass
ich über sie richten könnte?‘ müssen allen Homophilen die
Ohren geklungen haben, egal, ob sie aus den Reihen der
Gläubigen stammen oder tolerante Atheisten sind. Für die
Kirche selbst ist es am wichtigsten, dass Franziskus – im
Gegensatz zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. – nichts dagegen
hat, dass Homosexuelle ins Priesteramt kommen. Homosexualität
in Aktion begreift die Kirche dagegen auch künftig als Sünde.
Mit anderen Worten: Die ganze Bibel schreibt der Papst nun nicht
gleich um.“ (30.07.2013) +++
http://www.ihned.cz/

+++ Zeit für ein Ende der Doppelmoral

Süddeutsche Zeitung – Deutschland. Auf ein Ende der
katholischen Doppelmoral beim Thema Homosexualität hofft nach
den Äußerungen von Papst Franziskus die linksliberale
Süddeutsche Zeitung: „Tatsächlich zeigt sich ja die
Sprachlosigkeit der Kirche beim Thema Sexualität besonders
drastisch, wenn es um Schwule und Lesben geht. Sie können sich
in Liebe, Treue und Verlässlichkeit an alles halten, was die
katholische Kirche lehrt, egal: Sie leben trotzdem in Sünde
und Abwertung, wenn sie jenen Sex haben, der nach Ansicht der
Kirche ‚widernatürlich‘ ist. Das ist der eine Aspekt der
Doppelmoral. Der andere ist: Ausgerechnet unter den Priestern
dieser Kirche ist der Anteil der Schwulen besonders hoch – und
damit auch der Anteil der Doppelleben. Menschen, die mit der
strukturellen Lüge leben müssen, werden aber anfällig für
Korruption und Erpressung. Es ist Zeit, diese Doppelmoral zu
beenden.“ (30.07.2013) +++
http://www.sueddeutsche.de

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Debatten verfolgen: Bulgaren fordern echten Wandel
Seit Wochen protestieren in Bulgarien Tausende gegen Filz,
Korruption und die neue Regierung. Erst im Mai hatten
Demonstranten Premier Borisov aus dem Amt gejagt. Schafft
Bulgariens Zivilgesellschaft dieses Mal einen echten
demokratischen Wandel?
http://www.eurotopics.net/de/home/debatten/links-2013-07-bulgarienwandel/

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POLITIK

+++ Wenig Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten

El Periódico de Catalunya – Spanien. Zum ersten Mal seit drei
Jahren haben sich israelische und palästinensische
Unterhändler am Montag wieder zu Gesprächen über einen
Friedensprozess im Weißen Haus in Washington getroffen. Doch
die Chancen für eine Lösung des Konflikts stehen schlecht,
fürchtet die linksliberale Tageszeitung El Periódico de
Catalunya: „In ihrer letzten Amtszeit versuchen die
US-Präsidenten Spuren in dem dornigsten und am längsten
anhaltenden Konflikt der internationalen Diplomatie zu
hinterlassen: dem Konflikt zwischen Israel und Palästina. Auch
Obama gibt sich große Mühe und hat deswegen John Kerry im
vergangenen halben Jahr sechs Mal in die Region geschickt. Das
Ergebnis der zahlreichen Reisen des Außenministers ist, dass
Israelis und Palästinenser die Verhandlungen wieder aufnehmen,
erstmals seit der Unterbrechung 2010. Werden sie dieses Mal
Erfolg haben? Mit Blick auf die Geschichte der Misserfolge
wäre es eine Überraschung, wenn Obama gelingen sollte, woran
seine Vorgänger scheiterten. Viel Raum für Hoffnung gibt es
nicht.“ (30.07.2013) +++
http://www.elperiodico.com

+++ Die Armee ist in Ägypten gescheitert

Helsingin Sanomat – Finnland. Nach den blutigen Zusammenstößen
zwischen der Armee und Anhängern des gestürzten Präsidenten
Mohammed Mursi am Wochenende hält die liberale Tageszeitung
Helsingin Sanomat die Politik der Militärs in Ägypten für
gescheitert: „Seit Beginn der Woche ist Ägypten tiefer
gespalten als zuvor. Für moderate, demokratische Kräfte gibt
es zwischen den Unterstützern der Streitkräfte und den
Islamisten weniger Platz. Die von der Macht verdrängte
Muslimbruderschaft trägt zweifellos die Verantwortung dafür,
dass die Revolution in eine Konfrontation mündete, aber die
Streitkräfte haben mit ihrem unklugen Machthunger Gegner zu
Feinden gemacht. … Die Pläne für eine Übergangsregierung
auf breiter Basis sind zerstört. Die ursprünglich gespaltenen
Islamisten haben ihre Reihen zur Unterstützung Mursis
geschlossen. Moderate Oppositionsführer wie Mohammed
ElBaradei, der das Amt des Vizepräsidenten in der
Übergangsregierung der Soldaten angenommen hat, haben ihre
Glaubwürdigkeit verloren. Vor allem aber ist die
Muslimbruderschaft wieder eindeutig in der Opferrolle.“
(30.07.2013) +++
http://www.hs.fi/paakirjoitukset/Kenraalit+pahensivat+Egyptin+sekasortoa/a1375072582644

+++ EU-Korridor nach Dubrovnik errichten

Večernji List – Kroatien. Der bosnische Meereszugang bei Neum
trennt nicht nur die Exklave Dubrovnik vom kroatischen
Staatsgebiet ab, sondern zerteilt damit auch EU-Territorium.
Statt viel Geld für geplante Brücken oder Meerestunnel
auszugeben, sollte Brüssel diesen Teil Bosniens zum EU-Gebiet
erklären, fordert die konservative Tageszeitung Vecernji List:
„Unabhängig davon, dass Bosnien-Herzegowina im nächsten
Jahrzehnt wahrscheinlich nicht EU-Mitglied wird, sendet
Brüssel mit dem geplanten Brückenbau eine schlechte
Botschaft: Wir rechnen nicht mit euch. Dabei könnte gerade
Neum ein wichtiger europäischer und kroatischer Beitrag sein,
um mit der Lösung der Krise in Bosnien zu beginnen. …
[Kommissionspräsident] Barroso und [Erweiterungskommissar]
Füle sollten sofort den Prozess beginnen, Neum zum
europäischen Distrikt zu erklären. … Als Gegenleistung für
diese Vereinbarung sollte Brüssel Sarajevo 200 Millionen Euro
zahlen (soviel kostet die Brücke), die für
EU-Integrationsmaßnahmen genutzt werden könnten.“
(30.07.2013) +++
http://

+++ Türkei zu Dialog mit syrischen Kurden bereit

Milliyet – Türkei. Einer der beiden Chefs der
syrisch-kurdischen Partei PYD, Salih Muslim, ist am Wochenende
zu offiziellen Gesprächen in Istanbul gewesen. Die PYD, der
syrische Ableger der türkischen PKK, kontrolliert im
mehrheitlich kurdischen Nordsyrien einige Kleinstädte, was in
der Türkei mit Sorge beobachtet wird. Für die konservative
Tageszeitung Milliyet ist der Besuch ein Zeichen für die
behutsame Neuausrichtung der türkischen Politik: „Ankaras Ziel
und Anstrengung war, die PYD dazu zu bringen, nicht einseitig
eine Autonomie auszurufen, sondern sich anderen oppositionellen
Gruppen in Syrien anzuschließen. … Zweifellos hat der Beginn
eines Dialogs die Atmosphäre zwischen Ankara und der PYD
verbessert und gegenseitige Anschuldigungen und Konfrontationen
verhindert. Im Ergebnis ist das, was die Türkei gemacht hat,
keine vollständige Revision der alten Position, aber eine
vernünftige Weiterentwicklung.“ (30.07.2013) +++
http://dunya.milliyet.com.tr/k-suriye-politikasinda-ne-degisti-/dunya/ydetay/1743368/default.htm

REFLEXIONEN

+++ Renaud Girard über die Selbsttäuschung des Westens in
Syrien

Le Figaro – Frankreich. Die Truppen des syrischen Machthabers
Baschar al-Assad haben nach eigenen Angaben vom Montag einen
wichtigen Stützpunkt in der Rebellenhochburg Homs eingenommen.
Es ist ein erneuter Rückschlag für die Aufständischen im
mittlerweile über zwei Jahre dauernden Bürgerkrieg. Von „Gut“
und Böse“ kann man dabei schon lange nicht mehr reden, erklärt
der Nahost-Kenner Renaud Girard in der konservativen
Tageszeitung Le Figaro: „Wir lassen uns vom politischen
Manichäismus verführen. In einem Interview mit der BBC sprach
der britische Premier jüngst von den ‚Guten‘ und den ‚Bösen‘
in Syrien … Alles, was nicht in dieses Schema passt, haben
wir so lange wie möglich ignoriert: die Zersplitterung der
Opposition, die Unterdrückung von Christen in den befreiten
Zonen und den heftigen Islamismus der effektivsten
Kampfeinheiten. Weil der Westen zähe Diktatoren wie
Milošević, Saddam Hussein oder Gaddafi zu Fall gebracht hat,
glaubt er, dass Assad, der eher ein ‚kleines Kaliber‘ ist,
seinem psychologischen Druck nicht lange widerstehen kann. Es
kam uns nicht in den Sinn, dass Assad ein klassisches
geopolitisches Spiel spielen könnte: Warten, bis der Feind
sich zeigt (sunnitische Wahhabiten), mächtige Verbündete
mobilisieren (Russland und Iran), und dann in aller Ruhe
zurückschlagen.“ (30.07.2013) +++
http://www.lefigaro.fr

WIRTSCHAFT

+++ Deutsche Manager spielen nach eigenen Regeln

Kurier – Österreich. Das Präsidium des Siemens-Aufsichtsrats
hat am Wochenende das vorzeitige Ausscheiden von Konzernchef
Peter Löscher beschlossen. Der gebürtige Österreicher muss
unter anderem deshalb gehen, weil Siemens seine Ergebnis-Ziele
für 2014 nicht erreicht, soll aber neun Millionen Euro
Abfindung bekommen. Das ärgert die liberale Tageszeitung
Kurier: „Die Siemens-Krise macht eine massive Schwäche der
deutschen Wirtschaft offenkundig: Ein Netzwerk aus wenigen
Managern dominiert die Aufsichtsräte der großen
Aktiengesellschaften, sie schieben Jobs herum und verteilen
untereinander großzügig Millionen. Die eigentlichen
Eigentümer der Unternehmen, die vielen Aktionäre, können auf
Hauptversammlungen protestieren oder resignierend auf bessere
Zeiten hoffen. Siemens-Oberaufseher Gerhard Cromme ist ein
typischer Vertreter dieses Old-Boy-Clubs. Seine Kontakte sind
besser als seine Managementfähigkeiten. Er hat erst vor zwei
Jahren den Vertrag von Siemens-Chef Peter Löscher verlängert,
jetzt lässt er ihm rund neun Millionen Euro arbeitsloses
Einkommen überweisen.“ (30.07.2013) +++
http://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/millionengehaelter-nur-bei-spitzenleistungen/20.935.546

+++ Swaps belasten portugiesische Regierung

Diário Económico – Portugal. Der zurückgetretene
portugiesische Finanzminister Vítor Gaspar stellt sich am
heutigen Dienstag einem parlamentarischen
Untersuchungsausschuss. Er muss zu hochspekulativen
Finanzierungsmodellen bei öffentlichen Unternehmen Stellung
beziehen. Höchste Zeit, meint das wirtschaftsliberale Diário
Económico: „Seine Erklärungen werden wichtig sein, vor allem
für Maria Luís Albuquerque, die neue Finanzministerin, die
sich in diese Kontroverse verwickeln ließ. … Als das
Wirrwarr um diese ‚Swaps‘ begann, hat die [parlamentarische]
Mehrheit eine Untersuchung eingeleitet, weil man dachte, man
könne der [ehemaligen] sozialistischen Regierung von José
Sócrates ein weiteres Finanzloch in die Schuhe schieben. Nun
hat sich der Fluch gegen den Zauberer selbst gewandt. Die
aktuelle Regierung und insbesondere die neue Ministerin stehen
unter Beschuss. Und alles nur, weil Albuquerque einen
fundamentalen Fehler gemacht hat: Sie hat vor einer Kommission
nicht die ganze Wahrheit gesagt. Heute ist klar, dass sie als
Staatssekretärin [von Gaspar] von den ‚Swaps‘ wusste.“
(30.07.2013) +++
http://economico.sapo.pt/noticias/as-respostas-que-faltam-sobre-os-swaps_174500.html

GESELLSCHAFT

+++ Polens Schächtverbot erinnert an Hitler

Rzeczpospolita – Polen. Das Mitte Juli in Polen beschlossene
Schächtverbot leistet weltweit den Nazis Vorschub, warnt der
Generaldirektor des Rabbinical Centre of Europe, Menachem
Margolin, in der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita:
„Die jüdische Gemeinschaft war von diesem neuen Gesetz
deswegen so schockiert, weil es ihre Traditionalisten als
primitive Menschen darstellt. Dies erinnert stark an eine
andere Kampagne, mit der schon einmal die Juden diskreditiert
wurden. Nämlich die, die damals Hitler begonnen hat, als
Grundlage für die Auslöschung der ‚primitiven Menschen‘, die
nicht in eine ‚aufgeklärte Gesellschaft‘ passen. … Man muss
die Polen nicht an den Holocaust erinnern. Deshalb habe ich
auch nicht gesagt, dass die Verabschiedung des neuen Gesetzes
antisemitische Züge trägt. Doch muss man das schmerzlich
verletzte jüdische Volk weltweit unbedingt vor antisemitischen
Elementen schützen. Und wir müssen auf die Einhaltung der
Menschenrechte pochen. Dazu gehört die Religionsfreiheit – und
zwar überall, auch in Ländern wie Polen.“ (30.07.2013) +++
http://www.rp.pl/artykul/9157,1034193-Rabin-Margolin-o-uboju-rytualnym.html

+++ Zypern spart am Frieden

Politis – Zypern. Die zyprische Regierung hat beschlossen, den
freien Zugang der Zyperntürken zum Gesundheitssystem der
Republik Zypern ab dem 1. August zu stoppen. Für die
liberale Tageszeitung Politis wird hier am völlig falschen
Ende gespart: „Diese Dienstleistung war keine große
Wirtschaftslast für die Republik Zypern. Doch es gab einige,
denen sie nie passte. Diese Leute übten beständigen Druck aus
und schafften es, dass die Leistungen für die Zyperntürken
eingestellt werden. Die Patienten im Norden sind jetzt dazu
verdammt, auf die unzureichende Gesundheitsversorgung dort
zurückzugreifen. Nach der Öffnung der Grenzübergänge war
die Gesundheitsversorgung einer der wichtigsten Bereiche, die
den Zyperntürken das Leben erleichtert haben. Sie waren sehr
zufrieden mit den Dienstleistungen, dem Verständnis und der
Zuneigung, die ihnen im Süden zuteil wurden. … Es wäre
wünschenswert, wenn diese Friedensbrücke zwischen den beiden
Gemeinschaften nicht zerstört würde, nur um ein paar
Millionen Euro einzusparen.“ (29.07.2013) +++
http://pdf.politis-news.com/pdf/pdf?-A=301079,pdfview.html&-V=pdfedition

+++ Maßvolle Verbote retten Rauchern das Leben

Irish Independent – Irland. Der irische Gesundheitsminister
James Reilly hat vergangene Woche Maßnahmen vorgestellt, mit
denen bis 2025 der Anteil von Rauchern in der Bevölkerung auf
weniger als fünf Prozent reduziert werden soll. Dazu gehört
ein erweitertes Rauchverbot in der Nähe von Schulen und
Kindergärten. Diese Regelungen sind prinzipiell richtig,
müssen aber mit Bedacht umgesetzt werden, meint die
konservative Tageszeitung Irish Independent: „Es geht auch um
die Frage der Gerechtigkeit: Viele normale Raucher ärgern
sich, dass sie geächtet werden und bestehen – nicht ohne Grund
– darauf, dass ihr Verhalten für andere weniger tödlich ist
als es rasende Autofahrer oder Alkohol sind. Das alles stimmt.
Aber die Wahrheit ist auch, dass sich die meisten Raucher
wünschen, dass sie ihre schädliche Angewohnheit ablegen
könnten. Dank der Strategie, das Rauchen zu entnormalisieren,
haben Hunderttausende genau das geschafft. Eine sukzessive
Ausweitung dieser Strategie wird ohne Zweifel noch mehr
Menschen vor einem verfrühten Tod bewahren und gleichzeitig
Geld sparen.“ (29.07.2013) +++
http://www.independent.ie/opinion/editorial/war-on-tobacco-worthy-but-must-not-be-rushed-29455614.html

MEDIEN

+++ Carl Bildt pflegt auf Twitter die Demokratie

Göteborgs-Posten – Schweden. Schwedens Außenminister Carl
Bildt ist auf Twitter sehr aktiv und hat dort in den
vergangenen Tagen die Unterdrückung Homosexueller in Russland
sowie das harte Vorgehen der ägyptischen Armee gegen
Demonstranten angeprangert. Während Kritiker dem Minister eine
Verflachung der Außenpolitik vorwerfen, stellt sich die
liberale Tageszeitung Göteborgs-Posten hinter ihn: „Die
Vorteile dieser Art von Kommunikation – Offenheit,
Schnelligkeit und Interaktivität – überwiegen ihre Nachteile.
… In der vergangenen Woche wurde Bildt [von den Initiatoren
der Studie Twiplomacy] zum Twitter-König ernannt, weil er
der weltweit aktivste Politiker dort ist. Er twittert nicht
nur am häufigsten mit anderen Spitzenpolitikern, sondern
antwortet auch auf jeden zweiten Tweet seiner Follower. Wer
möchte, hat also gute Chancen, mit Bildt ins Gespräch zu
kommen. … Unsere Kommunikation verändert sich ständig. Die
Politik muss da mitziehen, sonst geht das demokratische
Gespräch verloren. Das hat Carl Bildt verstanden.“
(29.07.2013) +++
http://www.gp.se/nyheter/ledare/1.1869759-twittrande-bra-for-demokratin

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